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Abschied aus dem Mittelweg: Familie Zülch will das Cafè Wacker aufgeben. 

Wird vielen fehlen

Café Wacker: „Ein Ort zum Wohlfühlen“ – Ende des Jahres schließt das Café im Nordend

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Ein Café mit dem Charakter eines Wohnzimmers: Stammgast Dreysse spricht über das mögliche Ende des Cafés Wacker im Nordend.

D. W. Dreysse (81) über sein Lieblingscafé Wacker, Mittelweg 47. 

Herr Dreysse, Sie sind Stammgast im Café Wacker im Nordend, das Ende des Jahres schließen soll. Was bedeutet das Wacker für Sie?
Ich bin ja Architekt. Und ich treffe im Wacker auch Leute von meinem Berufsstand. Und hier gibt es viele Menschen aus dem kulturellen Leben. Es wird über ein Konzept für eine Ausstellung gesprochen oder die Idee für ein Buch. Die Leute sind ein bisschen außergewöhnlich im Vergleich zu anderen Frankfurter Cafés.

Wie ist die Atmosphäre im Wacker?
Es ist ein Ort, der einen warm empfängt und umfängt. Es ist ein Schutz vor dem Lärm und der Hektik draußen.

Was bedeutet der Titel Traditionscafé?
Traditionscafé heißt: Es besitzt für viele Menschen den Charakter eines Wohnzimmers. Genau das wird vielen fehlen. Ein Ort zum Wohlfühlen.

Die Besitzerin Angelika Zülch-Busold sagt ja ausdrücklich, dass der Grund nicht eine Mieterhöhung sei. Sie spricht von der Konkurrenz anderer Cafés.
Andere Cafés sind doch keine Konkurrenz für das Wacker. Ich wüsste da keines.

Die Familie hat sich mit dem Hausbesitzer nicht über einen langfristigen Mietvertrag einigen können.
Ich weiß. Ich habe mir schon überlegt, ob ich mich beiden Seiten nicht als ein Mediator anbieten sollte. (lacht). Aber in Wahrheit fehlt mir leider dafür die Zeit.

Wie ist die Stimmung unter den Stammgästen?
Wir haben natürlich viel darüber diskutiert, seit es in der Rundschau stand. Das passt leider zu einer Verarmung in der Stadtgesellschaft, in der solche besonderen Orte immer seltener werden. Das ist traurig.

Nun gibt es ja noch die Hoffnung, dass eine Mitarbeiterin dort weiterhin ein Café betreibt.
Die Stammgäste müssten eine Initiative bilden, um diese Frau von Anfang an zu unterstützen. 

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