Sucht Helfer für seine zahlreichen Ideen: Jörg Harraschain, Initiator von Kunst im Nordend
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Sucht Helfer für seine zahlreichen Ideen: Jörg Harraschain, Initiator von Kunst im Nordend

Nordend

Frankfurt-Nordend: Blumen für den Stadtteil

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Die Arbeitsgemeinschaft „Kunst im Nordend“ setzt sich seit 15 Jahren dafür ein, den Stadtteil zu beleben. Für die zahlreichen Projekte werden kreative Mitstreiter gesucht.

Jörg Harraschain hat viele Ideen. Derzeit sucht der 77-Jährige unter anderem Fotos, die Hinterhöfe im Nordend zeigen. Die Jahreszeit sei besonders gut geeignet für Aufnahmen, sagt er. Die Bäume tragen kein Laub mehr, „und man kann viel sehen, sofern die Flächen nicht verbaut sind“. „Nordend – deine Hinterhöfe“, lautet der Arbeitstitel der potenziellen Ausstellung.

Es wäre nicht die erste, die der bekannte Nordendler, der lange Zeit für die Grünen im Ortsbeirat 3 saß, organisiert. Vor 15 Jahren hat Harraschain die Arbeitsgemeinschaft „Kunst im Nordend“ ins Leben gerufen. „KuNo“ kürzt er das Projekt ab, bei dem es um mehr als nur Kunst und Kreativität geht. Der Stadtteil soll mit Kunstprojekten belebt werden, „so dass darüber Kommunikation entsteht“, erklärt er. Langfristig soll das Nordend dadurch belebt werden.

So organisierte die Gruppe etwa eine Ausstellung zur Städtepartnerschaft Frankfurt-Guangzhou im Bethmannpark. Am Eingang zum Günthersburgpark zeigte KuNo Fotos, die Bürgern eingeschickt hatten. Um die Werke länger unter freiem Himmel zeigen zu können, entwickelte Harraschain ein eigenes System mit Sicherheitsglas. Denn Ausstellungen im Freien erreichten viel mehr, als wenn man sie in einer Schule oder im Gemeindesaal zeige. „Man geht vorbei, kommt mit anderen ins Gespräch und gibt Anregungen.“

KuNo: Viele beteiligen sich leider nur kurz

Zu den langfristigsten KuNo-Projekten gehört „Blumen statt Bitum“ am Matthias-Beltz-Platz. Das Grünflächenamt hat 2009 auf Anregung Harraschains den schmalen Streifen an der Straßenbahnschiene entlang der Friedberger Landstraße entsiegeln lassen. Zunächst pflanzte Harraschain mit Helfern tausend Stiefmütterchen. Inzwischen wachsen dort Rucola, Mohn, Akelei und Königskerze. Jörg Müller engagiert sich in dem verkehrsumtosten Beet seit Jahren, auch wenn er nicht direkt davon profitiere, da er dort nicht wohne. Doch gebe es im Nordend nur wenig grüne Flecken, „jeder Quadratmeter ist zunehmend von Bedeutung“. Deshalb sei es wichtig, weitere Mitstreiter zu finden. Vor allem in den Sommermonaten müsse viel Wasser geschleppt werden.

Helfer könnte Harraschain auch für weitere Projekte gebrauchen. Etwa für die Internetseite von KuNo, fürs Archivieren von Fotos. Viele junge Leute beteiligen sich leider nur kurz, sagt Harraschain. Dabei gebe es viele spannenden Themen.

Derzeit arbeitet er etwa an einem Lesebuch, das Geschichten und Historisches aus dem Nordend vereint. Und einem Weihnachtskalender – speziell für Paare.

Kontakt: http://kunst-im-nordend.de

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