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Dieses Schild soll auch im Ortsbezirk 10 zum Einsatz kommen.  

Rassismus

Frankfurt-Nord: Fast geschlossen gegen Rassismus

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Der Ortsbeirat 10 will in Schulen und Bürgerämtern das Respekt-Schild aufhängen lassen. Die BFF provoziert allerdings eine bizarre Debatte über Diskriminierung von Deutschen.

Die Diskussion um das „Respekt“-Schild im Römer hat den Ortsbeirat 10 erreicht. Der hat in seiner jüngsten Sitzung die Stadt aufgefordert zu prüfen, ob die Tafel mit der Aufschrift „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ in allen Schulen, Jugendhäusern und Kindergärten im Ortsbezirk aufgehängt werden kann, und zwar zeitnah. Fast alle Fraktionen stimmten dem Antrag der Linken zu. Mehr noch, aus dem Papier ist ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen geworden. Mit einer Ausnahme: der BFF.

Aus zwei Gründen verweigert die Fraktion ihre Zustimmung. Zum einen, sagt Werner Rudloff, sei es fraglich, „ob wir uns auf dieser Ebene überhaupt mit dem Thema beschäftigen müssen“. Das sei Sache des Römers und nicht des Ortsbeirates.

Zum anderen vermisse er im Antrag der Linken, der auch danach fragte, was an städtischen Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen gegen Formen von Rassismus getan werde, eine ganz bestimmte Ausprägung der Diskriminierung: die gegenüber deutschen Minderheiten, die es an manchen Frankfurter Schulen mittlerweile gebe.

Harsche Kritik

Ein Einwand, der den anderen Ortsbeiratsmitgliedern nicht einleuchtet. Kurt Schomburg (SPD) fragte sichtlich entsetzt, „was denn bitte eine deutsche Minderheit sei“, wie man das definieren wolle. Schomburg deutete an, dass er da Parallelen zur AfD sehe, deren Mitglieder gerne mal von „Passdeutschen“ redeten, von Personen also, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben, aber nicht hier geboren sind.

Vom Gebaren der AfD, die mit ihrer Kritik an dem „Respekt“-Schild die ganze Debatte erst angestoßen hatte, distanziert sich die BFF zwar. „Das war scheiße“, sagte Rudloff deutlich. Wunderte sich aber auch, weshalb die anderen Mitglieder „ein Problem mit dem Wort ‚Deutsch‘“ hätten. Am Ende enthielten er und sein Kollege Andreas Göhler sich der Stimme.

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