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Neues Schuljahr, neue Regeln, wie hier in der Henri-Dunant-Schule in Sossenheim.

Corona

Noch sind nicht alle Lehrer und Schüler zurück

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Das Schuljahr startet in Frankfurt mit so vielen Schülern wie nie. Aber noch sind nicht alle da, manche hängen am Urlaubsort fest. Oder sind ein Verdachtsfall. Und auch Lehrer fehlen.

Das Schuljahr hat begonnen – noch längst sind aber nicht alle Schülerinnen und Schüler wieder im Unterricht. „Einige sind noch am Urlaubsort und warten auf ihr Testergebnis“, sagt Carine Kleine-Jänsch, die stellvertretende Leiterin des Staatlichen Schulamts Frankfurt. Derzeit gibt es zudem bei 38 Schülerinnen und Schülern den Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion, bei sieben ist sie bestätigt. „Es ist aber noch kein Präsenzunterricht ausgesetzt worden“, sagt Amtsleiterin Evelin Spyra. Das Gesundheitsamt treffe die Entscheidung, ob Klassen, Jahrgangsstufen oder alle Schüler und Schülerinnen zu Hause bleiben müssen. „Die betroffenen Schülerinnen und Schüler hatten vermutlich die Schule noch gar nicht betreten“ – sie seien wohl noch während der Ferien getestet worden.

Aber das Schuljahr beginnt in Frankfurt nicht nur mit Corona, sondern auch mit 102 000 Schülerinnen und Schülern. Eine „stattliche Zahl“ nennt Spyra das und es ist auch wieder eine Rekordzahl. So viele gab es noch nie, 2343 mehr als im vorigen Jahr.

Schülerzahlen

Rund 67 500 Schülerinnen und Schüler besuchen voraussichtlich in diesem Schuljahr in Frankfurt eine öffentliche allgemeinbildende Schule. Mit Privat- und Berufsschülern sind es etwa 102 000. 6650 Kinder wurden eingeschult, 6600 sind in die Jahrgangs- stufe 5 gewechselt.

Entwicklung der Schülerzahlen an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen: Grundschulen 25 219 (+1049 im Vergleich zum Vorjahr), Hauptschulen und -zweige 1398 (-68), Realschulen und -zweige 5693 (-38), G9-Gymnasien 14 059 (+810), G8-Gymnasien 1725 (+30), IGS 9813 (+615), Förderschulen 1828 (-240).

Privatschulen werden von 7421 Schülerinnen und Schülern besucht. Auf Berufsschulen gehen 27 641Schülerinnen und Schüler.

230 Lehrkräfte wurden für das Schuljahr 2020/2021 neu eingestellt.

Die Schülerzahlen steigen an Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschulen. An den Haupt- und Realschulen sinkt die Zahl dagegen. Auch in den Intensivklassen für Kinder mit fehlenden Deutschkenntnissen befinden sich weniger Schülerinnen und Schüler als im vergangenen Schuljahr. Coronabedingt. Denn mangels Präsenzunterricht habe im Frühjahr keine Aufnahme stattgefunden, sagt Kleine-Jänsch.

Das Schuljahr beginnt auch mit weniger Schülern in den Förderschulen. „Das überrascht nicht im Zusammenhang mit der Inklusion“, sagt Kleine-Jänsch. Mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchten nun eine Regelschule. Das sieht Spyra auch durch die Schülerzahlen beim Übergang von der vierten in die fünfte Klasse bestätigt. Meldeten im vergangenen Schuljahr noch 274 Eltern ihr Kind an einer Förderschule an, waren es jetzt nur 82. „Die Inklusion wird stärker angenommen“, sagt Spyra. Für Kleine-Jänsch liegt es auch daran, dass Frankfurt als Modellregion inzwischen in einem fortgeschrittenen Stadium sei und sich mehr Schulen an der Inklusion beteiligten. „Das macht sich nun bemerkbar.“

Beim veränderten Aufnahmeverfahren für die neuen Fünftklässler an den Schulen, bei dem das Losverfahren häufiger als früher zum Zug kommt, sieht Spyra „eine höhere Zufriedenheit und Akzeptanz“ bei Eltern. So hat es in diesem Jahr nur noch 50 statt wie im Vorjahr 164 Widersprüche gegen Zuweisungen gegeben, nur noch vier statt 32 Eilverfahren. „Vielleicht ist es leichter zu akzeptieren, wenn man aus einem großen Lostopf gezogen wird.“

Das vorige Schuljahr war aber vor allem vom Ausbruch der Pandemie geprägt. Ab Mai standen für den Beginn des Präsenzunterrichts etwa 15 Prozent der Lehrkräfte nicht zur Verfügung, weil sie einer Risikogruppe angehörten. Die Zahl ist mit Beginn des neuen Schuljahrs gesunken, Lehrerinnen und Lehrer müssen zum Beispiel ein ärztliches Attest vorlegen. Derzeit fehlen nur noch 2,9 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer im Präsenzunterricht.

„Die Zahl könnte sich aber auch noch einmal ändern“, sagt Spyra. Denn momentan kämen auch Lehrkräfte in die Schule, die eigentlich Risikopatienten seien. Und je nach Pandemieverlauf würden sie sich vielleicht doch noch dazu entscheiden, zu Hause zu bleiben.

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