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Frankfurt: Viele Obdachlose schlafen derzeit in der Notübernachtungsstätte Eschenheimer Tor.
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Frankfurt: Viele Obdachlose schlafen derzeit in der Notübernachtungsstätte Eschenheimer Tor.

Nach Fahrt im Kältebus

Kritik an Frankfurter CDU-Spitzenkandidat Nils Kößler: „Kälter als die Straße ist wohl nur die CDU“

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Nils Kößler, CDU-Spitzenkandidat in Frankfurt, postet Fotos von seinem Einsatz im Kältebus. Die Linke und die „Partei“ fordern, er sollte Obdachlose lieber in Hotels unterbringen.

  • Kommunalwahl in Hessen: Der Frankfurter CDU-Spitzenkandidat wird für eine Fahrt im Kältebus kritisiert.
  • Ein Abgeordneter der Partei im Frankfurter Römer kritisiert den CDU-Politiker scharf.
  • Kommunalwahl-News: Alle Informationen und Neuigkeiten zur Kommunalwahl in Hessen auf unserer Themenseite.

Frankfurt – Wie geht die Stadt Frankfurt mit Obdachlosen um? Die Frage hat nun auch den Kommunalwahlkampf erreicht. Konkret geht es um die Möglichkeit, auf der Straße lebende Menschen in Hotels unterzubringen. Nachfragen im Sozialdezernat zeigen aber, dass die Debatte zum Teil am eigentlichen Thema vorbeiläuft.

Anlass für die Diskussion, an der sich insbesondere die Linke und der Stadtverordnete Nico Wehnemann („Die Partei“) beteiligen, war ein Facebook-Eintrag von CDU-Spitzenkandidat Nils Kößler. Er war mit dem Kältebus unterwegs, der die Schlafplätze von Obdachlosen anfährt. Kößler, der auch Fraktionschef der CDU im Römer ist, veröffentlichte mehrere Fotos von dem Einsatz – unter anderem sieht man ihn neben dem Kältebus stehen. Außerdem informierte er über die Arbeit der Helferinnen und Helfer und dankte ihnen.

Frankfurter Linke fordern: „Obdachlosen leere Hotelzimmer zur Verfügung stellen“

Darauf reagierte Wehnemann – der das C in CDU schon seit Monaten aus Prinzip kleinschreibt – ebenfalls in den sozialen Netzwerken. Kößler „feiere“ sich, weil er mit dem Kältebus gefahren sei, kritisierte Wehnemann, und schrieb weiter: „Ja, Nils, wenn dir die Not der Obdachlosen wichtig ist ... ihr seid im Magistrat ... also macht die scheiß Hotels auf, und mach nicht solchen Wahlkampf! Kälter als die Straße ist wohl nur die cDU.“

Etwas weniger krass drückte sich Michael Müller von den Linken aus. Auch er forderte, den Obdachlosen leerstehende Hotelzimmer zur Verfügung zu stellen. Die Stadtregierung müsse darüber mit den Hoteliers reden. Viele Hotels böten Zimmer „zur Überbrückung“ für Studierende an – und verlangten dafür bis zu 800 Euro im Monat, kritisierte Müller.

Frankfurter CDU-Fraktion: „Kößler feiert sich nicht“

Auf Twitter reagierte die CDU-Fraktion angefasst auf die Kritik. Kößler „feiere“ sich nicht für die Begleitung des Kältebusses, zudem könne man den Hoteliers nicht befehlen, ihre Zimmer zur Verfügung zu stellen. An Wehnemann gerichtet schrieben die Christdemokraten: „Wir haben gute Einrichtungen in Frankfurt, und anstatt nur zu pöbeln, könntet ihr auch auf sie aufmerksam machen.“

Auf Anfrage der FR verweist auch Uta Rasche, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), auf die Einrichtungen. Zudem lebten bereits knapp 1700 Wohnsitzlose, die auf die Zuteilung einer Sozialwohnung warteten, in Hotelzimmern, die die Stadt angemietet habe.

Frankfurter Kältebus kümmert sich um etwa 70 bis 80 Obdachlose

Das Team des Kältebusses kümmere sich um die etwa 70 bis 80 Obdachlosen, die derzeit trotz der Kälte draußen schliefen. Ihre Schlafstätten fahre der Bus jede Nacht an, und jede und jeder Obdachlose bekomme das Angebot, in eine Einrichtung gebracht zu werden. Die Betroffenen lehnten das aber ab. Insofern würde es dieser Gruppe wohl auch nicht helfen, wenn mehr Hotelzimmer zur Verfügung stehen würden. (Georg Leppert)

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