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Die Bürgerinitiative Georgshof traf sich im Sommer am Niddastrand. Der Beachclub ist vorerst gerettet. Die BI hofft noch auf ihren Lernbauernhof.
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Die Bürgerinitiative Georgshof traf sich im Sommer am Niddastrand. Der Beachclub ist vorerst gerettet. Die BI hofft noch auf ihren Lernbauernhof.

Nied

Georgshof im Winterschlaf

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Der Beachclub Niddastrand plant die Sommersaison. Die BI Georgshof wünscht sich einen Lernbauernhof. Auch der Poloclub Frankfurt hofft, auf dem Areal an der Oeserstraße bleiben zu dürfen.

Der Beachclub Niddastrand in Nied kann die Sommersaison planen. Das berichtet Frank Rusko von der Bürgerinitiative Georgshof. Die Pächter des beliebten Ausflugsziels zwischen Nidda und der Oeserstraße und die Alteigentümer hätten ihren Streit beigelegt. Der Niddastrand habe damit einen gültigen Pachtvertrag. Das ist für den Stadtteil eine gute Nachricht, denn viele Möglichkeiten zur Einkehr gibt es nicht mehr. Im Dezember erst haben die Weinschänke Zur Alten Schmiede und die Gaststätte Waldlust samt Biergarten für immer zugemacht.

Ansonsten bleibt rund um den Georgshof alles, wie es ist. Im Winterschlaf. Die Stadt hat Hof und Ländereien gekauft, 40 Hektar, verteilt auf Nied, Höchst, Sossenheim, Zeilsheim, Unterliederbach, Sindlingen, Schwanheim und Kalbach. Das meiste davon verpachtet. Ein Konzept zur künftigen Nutzung gibt es noch nicht. Mit den Niddastrand-Pächtern steht das Amt für Bauen und Immobilien in Kontakt, um den Pachtvertrag in eine neue Form zu bringen.

Für Hof und Weideflächen an der Nidda hatte die Stadt eigentlich für Januar, Februar eine Planungswerkstatt angedacht. Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich einbringen, Wünsche äußern, das Gelände erkunden und dann Ideen sammeln. Die Pandemie macht das aber unmöglich. Nur virtuell, im Internet, ließe sich so etwas nicht durchführen, sagt Günter Murr, Sprecher des Bau- und Liegenschaftsdezernats. Ideen gebe es verschiedene, sagt er weiter. Aber: „Wir wollen das nicht übers Knie brechen.“

Das Problem bei den Parzellen in Nied ist, dass sie im Landschaftsschutzgebiet eins oder zwei liegen. Eine großartige Vermarktung ist da nicht möglich. Schafe weiden zu lassen, das ginge. Intensive Landwirtschaft nicht. Die Einschränkung ist aber auch eine Chance, dort etwas Besonderes zu etablieren. Einen Kinder- und Lernbauernhof zum Beispiel. Das wünschen sich zumindest die BI Georgshof und viele Nieder Bürgerinnen und Bürger.

Der Poloclub Frankfurt plant wegen Corona derzeit nur ein Turnier auf dem Georgshof. Die Deutschen Jugendmeisterschaften Ende Mai.

Die BI hat sich einen solchen Hof in Wiesbaden zum Vorbild genommen. Dort versorgen Kita- und Grundschulkinder die Tiere: Schafe, Hühner, Gänse, Enten, Kaninchen, Meerschweinchen, Ponys und Bienen. Sie arbeiten im Garten, auf dem Feld und im Freigelände, backen Brot im Steinbackofen, schleudern Honig und experimentieren mit Feuer, Wasser, Erde und Solarenergie. Jede Woche kommen neue Kinder.

„Das wäre ein gutes Angebot für den Stadtteil und darüber hinaus“, sagt Frank Rusko. Etwa 1000 Kinder im Jahr könnten sich dort einbringen, schätzt er. Ein Landwirt würde sich um Hof und Felder kümmern, ein pädagogisches Team um die Kinder. „So viele Gelegenheiten, etwas für den Stadtteil zu entwickeln, wird es nicht mehr geben.“ In den vergangenen Monaten hat die BI 4034 Unterschriften für ihre Idee gesammelt. Die Petition will sie in einer der kommenden Sitzungen dem Ortsbeirat 6 übergeben.

Auch Poloclub hofft

Etwas anderes, ebenfalls Besonderes, ist bereits beheimatet am Georgshof. Der Frankfurter Poloclub. Den hat Carl von Weinberg 1902 in Niederrad gegründet. Die Nazizeit überstand der Club nicht. Erst 1992 wurden die Polo-Freunde wieder aktiv, an den Niddawiesen in Nied.

Nun ist die Zukunft wieder ungewiss. Der Club hat der Stadt ein Konzept eingereicht, entschieden ist auch darüber nicht. So lange halten die Vereinsmitglieder Koppeln und Reithalle selbst in Schuss. In Spitzenzeiten sind 65 bis 70 Pferde dort untergebracht. Manche Familie spaziert eigens dort entlang, um sich am Anblick der Vierbeiner zu erfreuen. Derzeit sind die Tiere aber in ihren Winterquartieren.

Lernbauernhof und Poloclub würden sich nicht groß stören auf dem Areal, findet der Club. Ein vergleichbares Areal wird so stadtnah wohl auch nicht aufzutreiben sein. So hängt der Poloclub ein bisschen in der Luft. Präsident Klaus Droste bleibt dennoch gelassen. Die Situation sei nun zwei Jahre so, sagt er. Etwas Neues werde sich frühestens nach der Kommunalwahl im März ergeben. Für den Frühsommer plant der Verein, die Deutschen Jugendmeisterschaften auszurichten. Unter Corona-Vorbehalt.

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