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Oliver Henrich (links) und Carsten Gehrig arbeiten im neuen Zentrum der Aids-Hilfe.

Beratung

Neues Zentrum der Aids-Hilfe öffnet

  • Stefan Simon
    vonStefan Simon
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Ab 1. September öffnet das „Maincheck“, ein Zentrum für Sexualität, Identität und Gesundheit. Doch noch sind die Umbauarbeiten nicht komplett abgeschlossen, weil wegen Corona Spendeneinnahmen weggefallen sind.

Nach über zweijähriger Planung und fast sechs Monaten Umbauzeit ist es nun so weit - das „Maincheck“, ein Zentrum für Sexualität, Identität und Gesundheit der Aids-Hilfe, öffnet offiziell ab 1. September.

Das Maincheck befindet sich im zweiten Stock des Vereins in der Friedberger Anlage 24. In den neuen Räumen bietet die Aids-Hilfe künftig verschiedene ihrer Unterstützungsleistungen an, von der Kinderwunschberatung für queere Paare über psychosoziale Beratung und Therapie bis zur Testung auf HIV und weitere sexuell übertragbare Erkrankungen.

„Mit dem sogenannten Maincheck-Up starten wir nächste Woche. Die Testung wird dann immer montags und donnerstags angeboten“, sagt Carsten Gehrig, Projektleiter von Maincheck.

Mit dem Zentrum möchte die Aids-Hilfe ihre seit über 30 Jahren aufgebauten Angebote im Bereich der psychosozialen Versorgung von Menschen unterschiedlichster sexueller Orientierung und Identität an einem zentralen Ort bündeln. Nach und nach soll das Maincheck durch weitere Projekte ergänzt werden, die bisher nicht in das Angebot der Aids-Hilfe integriert wurden.

„Wir wollen mit diesem Projekt auch Menschen als Klientinnen und Klienten gewinnen, die vorher nicht den Weg zu uns fanden, da die Beratung namentlich unter dem Banner Aids-Hilfe lief“, sagt Gehrig. Viele wüssten nicht, dass es hier neben Beratungen zum Coming-out etwa auch Trans-Beratung gebe. Neben zwei Beratungsräumen gibt es zwei Gruppenräume und einen Raum für die Testung. Zudem findet von Montag bis Freitag, jeweils von 13 bis 14 Uhr, eine offene Sprechstunde statt.

Wer in den zweiten Stock für eine Beratung kommt, muss sich am Empfang melden, daneben befindet sich ein Wartezimmer. „Der Tresen muss allerdings noch umgebaut werden, dafür hat das Geld nicht gereicht“, sagt Gehrig. Durch die Corona-Krise sind der Aids-Hilfe, die als Verein auf Spenden angewiesen ist, viele Einnahmen weggebrochen.

„Die Tombola vom CSD auf unserem jährlichen Sommerfest musste ausfallen. Dadurch sind uns Spendeneinkünfte von 30 000 bis 35 000 Euro weggefallen“, sagt Oliver Henrich, Pressesprecher des Vereins. Dasselbe gelte auch für den „Loveball“, eine Charity-Gala für die Aids-Hilfe. Auch hier seien Einnahmen von 25 000 bis 30 000 Euro entfallen. Doch habe die Aids-Hilfe auch viele neue Unternehmen und Kooperationspartner hinzugewonnen, die beispielsweise 4000 Mund- und -Nasenmasken in Regenbogenfarben anfertigen ließen.

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