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Frankfurt: Neues Quartier für 2000 Menschen am Rebstock

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Von: Christoph Manus

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So könnte es im neuen Quartier am Rebstock aussehen. Albert Speer + Partner, Visualisierung: B.C. Horvath
So könnte es im neuen Quartier am Rebstock aussehen. © Albert Speer + Partner, Visualisierung: B.C. Horvath   

Bis zu 881 Wohnungen entstehen jetzt auf einer langjährigen Brache am Frankfurter Rebstock. Mehr als 30 Prozent werden gefördert. Auch eine neue Grundschule könnte errichtet werden.

Auf dem letzten großen brachliegenden Grundstück am Frankfurter Rebstock haben die Hochbauarbeiten für ein Wohnquartier begonnen, in dem in etwa fünf Jahren mehr als 2000 Menschen leben könnten. Ganz im Nordosten des zu Bockenheim zählenden Stadtviertels entstehen zwischen der Felix-Kracht-Straße und der A648 bis zu 881 Wohnungen. Knapp 90 Prozent werden Mietwohnungen sein.

Die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding will in zwei Bauabschnitten in der Nähe der Stadtautobahn 373 Mietwohnungen mit Balkon oder Loggia errichten, die 2025/2026 bezogen werden können. Diese befinden sich in mehreren zusammenhängenden sieben- und achtgeschossigen Mehrfamilienhäusern, die nach Plänen des Frankfurter Büros Albert Speer und Partner entstehen. Die Neubauten entstehen im Passivhausstandard und werden an das Fernwärmenetz angeschlossen. Auf den Dächern werden Photovoltaik-Module installiert.

Bei 159 der Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen in diesen beiden Bauabschnitten wird es sich um Sozialwohnungen handeln, die für 5,50 bis 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. 115 werden nach Förderweg 2 gefördert. Sie können von Haushalten, die zu hohe Einkommen für eine Sozialwohnung haben, aber zu wenig Geld, um sich auf dem freien Wohnungsmarkt versorgen zu können, für 8,50 bis 10,50 Euro pro Quadratmeter gemietet werden. Die freifinanzierten Wohnungen will die ABG für etwa 14 Euro pro Quadratmeter anbieten.

Auch bei diesen Wohnungen handele es sich im Vergleich zum Frankfurter Marktniveau um „Schnäppchen“, sagte Geschäftsführer Frank Junker am Donnerstag auf der Baustelle. Die Erschließung des Grundstücks, das einst militärisch, dann als Mülldeponie genutzt wurde, sei aufwendig gewesen. Zunächst sei es akribisch auf Kampfmittel untersucht worden. Nun sei man noch dabei, den Baugrund zu verbessern. Auch der Materialmangel und die Preisexplosion träfen die ABG, wirkten sich aber eher auf Folgeprojekte aus.

Grundschule als Option

Die ABG, die das Areal gemeinsam mit der LBBW-Immobiliengruppe bebaut und dabei laut Junker gut eine viertel Milliarde Euro investiert, schafft auch die soziale Infrastruktur für das neue Viertel, etwa eine sechszügige Kita. Noch nicht endgültig geklärt ist, ob auch eine Grundschule entsteht. Diese würde in einem dritten Bauabschnitt westlich der Angela-Machinek-Straße in einem fünfgeschossigen Gebäude Platz finden, im dem auch 43 Mietwohnungen unterkommen würden. Dafür würde dann eine 0,38 Hektar große Teilfläche des „Wäldchens“ gerodet.

Die LBBW-Immobiliengruppe, die etwa 300 Millionen Euro in das Projekt steckt, ist schon etwas weiter mit den Arbeiten. In einem ersten Bauabschnitt sollen 210 Mietwohnungen, in einem zweiten 145 Mietwohnungen sowie Flächen für Läden und Gastronomie entstehen, die an einem zentralen Platz unterkommen. Vermietet werden sollen sie für 16 bis 17 Euro pro Quadratmeter. Zuletzt sollen 70 Eigentumswohnungen errichtet werden. Weitere 40 Eigentumswohnungen und ein 18-stöckiges Büro- und Hotelgebäude will der Investor Sapphire Immobilien am Katharinenkreisel bauen.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sprach auf der Baustelle von der Vollendung der Rebstockentwicklung. Es sei gut, dass auf dem einst für Bürotürme vorgesehenen Areal nun so viele Mietwohnungen entstünden, davon 37 Prozent gefördert. Dass nun nach dem Schönhofviertel in Bockenheim und dem Avaya-Areal im Gallus innerhalb von fünf Wochen ein drittes großes Areal mit hohem Mietwohnungsanteil in die Realisierung gehe, werde den Wohnungsmarkt langfristig entlasten.

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