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Das Areal an der Friedrich-Ebert-Anlage. 

Altes Polizeipräsidium

Frankfurt: Neues Hochhaus an der Messe

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Auf dem Gelände des früheren Frankfurter Polizeipräsidiums würde der neue Eigentümer gern ein 145 Meter hohes Hochhaus errichten. Die Stadt hat aber andere Vorstellungen.

Eine neue Bebauung des ehemaligen Frankfurter Polizeipräsidiums an der Ecke Friedrich-Ebert-Anlage/Mainzer Landstraße rückt näher. Der Düsseldorfer Projektentwickler Gerchgroup, der das seit 2002 ungenutzte, gut 1,5 Hektar große Areal in der Nähe der Messe für mehr als 200 Millionen Euro vom Land Hessen erwarb, hat jetzt 15 Architekturbüros ausgewählt, die in einem zweiphasigen Wettbewerb städtebauliche und architektonische Entwürfe für das Projekt erarbeiten sollen. Ziel ist es, dass die Jury schon im August einen Siegerentwurf küren kann.

Die Gerchgroup will bis 2026 ein gemischt genutztes Quartier entwickeln, das aus neuen Gebäuden und dem in den Jahren 1911 bis 1914 entstandenen, denkmalgeschützten Polizeipräsidium bestehen soll. Das Ensemble soll Platz für Büros, Hotels, Wohnungen und öffentliche Nutzungen wie Gastronomie bieten. Bei 30 Prozent der Wohnfläche muss es sich um geförderten Wohnungsbau handeln. Der Bauherr spricht von einer Investitionssumme von etwa 800 Millionen Euro.

Der bisherige Bebauungsplan für das Gelände ermöglicht den Bau eines 145 Meter hohen Turms im Innenbereich des Polizeipräsidiums. Ob ein Hochhaus in dieser Höhe dort entstehen wird, ist aber noch unklar. Die Stadt arbeitet nach einem Auftrag der Stadtverordnetenversammlung gerade an einem neuen Bebauungsplan für das Areal. Dabei soll der Hochhausstandort kritisch überprüft werden. Das Planungsdezernat hat früh klargemacht, dass es sich vorstellen kann, die Baumasse des Turms auf niedrigere Gebäude zu verteilen.

Die Gerchgroup teilte dagegen am Dienstag mit, dass sich die 100 000 Quadratmeter Geschossfläche, die auf dem Areal entstehen dürfen, auf das denkmalgeschützte Gebäude, ein Hochhaus und eine ergänzende Sockelbebauung verteilen sollen. Die Idee, die Baumasse des Turms auf zwei Hochhäuser zu verteilen, werde nicht weiter verfolgt, bestätigte Vorstandschef Mathias Düsterdick auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

Der Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), Mark Gellert, will die Differenz zwischen den Vorstellungen des Bauherrn und der Stadt in dieser Frage nicht überbewertet wissen. Man sei nicht so weit weg voneinander, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Es habe lange und gute Gespräche gegeben. Die Frage, ob ein oder zwei Hochhäuser entstehen und welche Höhe diese haben, werde nun eines der Themen des Wettbewerbs sein. Dessen Ergebnisse könnten dann die Grundlage für die weitere Arbeit am Bebauungsplan sein.

Nicht Teil des städtebaulichen Wettbewerbs für das Polizeipräsidium ist die künftige Bebauung des direkt angrenzenden Areals der Matthäusgemeinde. Der evangelische Regionalverband will einen Teil des Grundstücks verkaufen. Der städtische Hochhausentwicklungsplan sieht auch am Standort der bestehenden Kindertageseinrichtung an der Hohenstaufenstraße den Bau eines Hochhauses vor, das bis zu 130 Meter hoch werden darf. Das ist aber wohl vom Tisch.

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