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Masken kann man derzeit nicht genug haben. Werbung in der Offenbacher Fußgängerzone.

Corona

Neues Corona-Testcenter für Selbstzahler

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Der ASB-Frankfurt eröffnet ein Testcenter vor der Alten Oper. Unterdessen gibt es 500 bestätigte Neuinfektionen an einem Tag in Hessen.

Wer auf eigene Kosten einen Corona-Test machen will oder muss, braucht künftig nicht mehr zum Frankfurter Flughafen zu fahren. An der Alten Oper in Frankfurt hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) jetzt ein neues Covid-19-Testcenter eröffnet. Als Zielgruppe hat der Regionalverband Frankfurt jene Menschen im Blick, die privat oder beruflich schnell einen Test benötigen. Das Ergebnis soll innerhalb von 24 bis 48 Stunden vorliegen. Die Kosten für den Nasen-Rachen-Abstrich und das Labor belaufen sich auf 79,50 Euro. Sie müssen direkt vor Ort bezahlt werden – bar oder per EC- oder Kreditkarte.

Mit dem neuen Angebot am Opernplatz 2 (Zugang Neue Mainzer Straße) erweitert der ASB seine Aktivitäten in diesem Bereich. Erfahrung hat er bereits mit einem mobilen Service sowie dem an Ostern eröffneten Center am Flughafen. Nach eigenen Angaben hat er inzwischen mehr als 10 000 Covid-Tests in und um Frankfurt gemacht. Jetzt gelte es, die aktuelle Entwicklung zu stoppen. „Die Ampel steht auf Rot: Aktuell kämpft Frankfurt mit einem starken Anstieg der Infektionen“, so der Regionalverband am Mittwoch. Da die Infektionszahlen im Moment exponentiell wüchsen, tue schnelle Hilfe not. „Ganz wesentlich zur Eindämmung der Verbreitung ist es, jeden Verdachtsfall möglichst rasch und einfach abklären zu können.“

Los geht es mit Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 11 bis 15 Uhr. Bei hoher Nachfrage sollen sie ausgeweitet werden. Die Entnahme der Abstriche oder Blutproben erfolge durch geschultes medizinisches Personal. Außer dem PCR-Test zum Nachweis einer akuten Infektion bestehe auch die Möglichkeit, das Blut auf Antikörper überprüfen zu lassen, um so eine vormalige Erkrankung nachzuweisen. Um Wartezeiten zu vermeiden, könne man sich anmelden.

Am Mittwoch war die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hessen weiter deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Vortag kamen 509 hinzu, wie aus einer Übersicht des hessischen Sozialministeriums vom Mittwoch hervorgeht. Darin sind fünf neue Todesfälle aufgeführt. Die höchsten Zahlen weisen weiter die beiden Nachbarstädte Offenbach und Frankfurt auf. Offenbach berichtete am Mittwoch von einer Inzidenz von 86,7, das ist die Zahl der Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Frankfurt teilte eine Inzidenz von 70,9 mit. Die Stadt will an diesem Donnerstag nach einer Sitzung des Verwaltungsstabs über die aktuelle Lage informieren.

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Das neue Testcenter des ASB in Frankfurt befindet sich am Opernplatz 2 (Zugang über die Neue Mainzer Straße). Montag bis Samstag zwischen 11 und 15 Uhr ist geöffnet, bei großem Bedarf werden die Zeiten ausgeweitet. Eine Onlineanmeldung erspart Wartezeiten: www.asb-testcenter.de

In der Übersicht des Landes weisen die Kommunen oft geringere Inzidenzen auf als nach ihren eigenen Angaben. Die Städte erklären, das liege daran, dass sie über aktuellere Zahlen verfügten. Der Übersicht des Landes zufolge liegen weiter zwei Kreise über der als kritisch geltenden Inzidenz von 50: der Main-Taunus-Kreis (53,6) und der Landkreis Groß-Gerau (61,6). Insgesamt wurden den Angaben zufolge bisher 22 819 Corona-Infektionen sowie 567 Todesfälle in Hessen bestätigt.

Die Corona-Pandemie wird nach Einschätzung des hessischen Verkehrsministeriums dem öffentlichen Nahverkehr in diesem Jahr Verluste von rund 300 Millionen Euro bescheren. Grund seien die zwischenzeitlich stark gesunkenen Fahrgastzahlen, sagte Minister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch dem Sender HR-Info. Aus Bundesmitteln kämen ungefähr 250 Millionen Euro, weshalb damit zu rechnen sei, dass das Land etwas drauflege. Dies ließe sich aus dem Corona-Sondervermögen stemmen.

Auch im nächsten Jahr sei dies möglich. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir nächstes Jahr bei den Einnahmen wieder bei 100 Prozent sein werden“, sagte Al-Wazir. Wichtig sei das Vertrauen der Fahrgäste. Bisher habe sich gezeigt, dass der öffentliche Nahverkehr kein Hotspot bei der Übertragung des Coronavirus sei.

In der vergangenen Woche hatte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) der Frankfurter Rundschau gesagt, seit Mai stiegen die Fahrgastzahlen wieder und lägen aktuell im S-Bahn-Netz bei knapp 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Während des Lockdowns im April seien lediglich zehn bis 20 Prozent der sonst üblichen Fahrgäste unterwegs gewesen.

Verantwortlich für den Fahrgasteinbruch sind nicht alleine die fehlenden Feste und kulturellen Veranstaltungen. Viele Pendler arbeiten weiterhin im Homeoffice. Auch in der Landesverwaltung nutzen viele Mitarbeiter die Möglichkeit, zum Schutz vor einer Corona-Infektion daheim zu arbeiten. Da die Aktenvorgänge und Daten in den Ministerien und Landesbehörden überwiegend digitalisiert seien, gebe es keine Einschränkungen bei der Arbeit, berichtete Innenminister Peter Beuth (CDU) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion in Wiesbaden hin. Ausnahmen bildeten unter anderem Personalakten, Schreiben mit personenbezogenen Daten sowie Gerichts- und Verschlusssachen. Diese seien wie alte Akten von Verfahren, die nicht mehr aktiv bearbeitet würden, nur in Papierform vorhanden. Die meisten Mitarbeiter im Homeoffice zählte nach Angaben von Beuth das Sozialministerium. Im Abfragezeitraum von Mitte März 2020 bis Ende Mai habe die Homeofficenutzung bei den Beschäftigten im Haus von Sozialminister Kai Klose (Grüne) bei über 80 Prozent gelegen. (mit dpa)

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