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Zwar wächst der Onlinehandel mit Lebensmitteln, aber auf sehr niedrigem Niveau.

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Gemüse per Mausklick

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Ein neuer Online-Supermarkt will Frankfurtern Lebensmittel nach Hause liefern. Noch reagieren die Kunden eher zurückhaltend.

Ein weiterer Online-Supermarkt bietet Frankfurtern an, sich auch frische Produkte wie Obst, Gemüse und Fleisch nach Hause liefern zu lassen. Das Start-Up Getnow, das bisher in München, Berlin und Düsseldorf/Neuss aktiv ist, verspricht, Kunden in Frankfurt und Umgebung bestellte Waren ab einem Betrag von 40 Euro noch am selben Tag zu bringen. Diese hätten die Auswahl zwischen mehr als 15 000 Artikeln, die aus dem Angebot des Handelskonzern Metro stammen. „Geschulte Facheinkäufer“ wählten die bestellten Waren „mit geübtem Blick“ per Hand aus, heißt es in der Ankündigung des 2015 gegründeten Unternehmens. Die Lieferung übernimmt die DHL.

Schon jetzt beliefern einige Online-Supermärkte die Frankfurter auch mit frischen Lebensmitteln. Darunter sind große Lebensmittelhändler wie Rewe und Real, aber auch auf die Online-Lieferung spezialisierte Unternehmen wie Allyouneedfresh, food.de und mytime.de. Der US-Konzern Amazon dagegen ist mit seinem Lieferdienst Fresh bisher nur in Berlin, Hamburg und München aktiv. Auch das niederländische Start-Up Picnic, das von Neuss und Mönchengladbach aus auf den deutschen Markt drängt, bietet seinen Service noch nicht hier an.

Bisher spielt der Onlinehandel mit Lebensmitteln in Deutschland eine sehr geringe Rolle. Die Umsätze sind im Jahr 2017 nach Zahlen des Handelsverbands Deutschland zwar um 17,5 Prozent gewachsen. Das allerdings auf niedrigem Niveau. Nach einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom erreicht der Lebensmittelhandel per Web in Deutschland zudem kaum neue Kunden. 2016 hatten 28 Prozent der Internetnutzer schon einmal Lebensmittel per Mausklick bestellt. Zwei Jahre später sind es immer noch lediglich 29 Prozent. In städtischen Gebieten, in denen das Angebot an Lieferdiensten deutlich größer ist als auf dem Land, liegt der Anteil bei 37 Prozent. Besonders bei frischen Produkten wie Fleisch und Wurst, Milchprodukten und Obst und Gemüse sind die Kunden der Bitkom-Studie nach noch zurückhaltend. Bei einer Prüfung der Stiftung Warentest konnte im September nach ihren Angaben allerdings auch keiner von zehn Anbietern überzeugen. Kein einziger Lieferdienst kam dabei auf die Note sehr gut oder gut.

Beim hessischen Handelsverband rechnet man mit einem weiteren Wachstum des Online-handels mit Lebensmitteln. Noch allerdings lasse sich mit diesen Lieferdiensten für die Unternehmen kein Geld verdienen, sagt Sven Rohde, der neue Hauptgeschäftsführer des Verbands im Gespräch mit der FR. Es gehe den Anbietern derzeit noch eher darum, dabeizusein. Noch bleibe für die Online-Lebensmittelhändler zudem, wie für andere Lieferungen auch, die „letzte Meile“, also die Zustellung, eine Herausforderung. Dabei spiele anders als im Non-Food-Bereich auch noch eine Rolle, dass viele Produkte gekühlt oder gefroren bleiben müssten.

Onlinehandel mit Lebensmitteln

179 Milliarden Euro Umsatz hat der deutsche Einzelhandel im vergangenen Jahr im Bereich Food gemacht, zu dem Lebensmittel, Getränke, aber auch Tabakwaren zählen.

Nur 1,1 Prozent davon entfielen nach Zahlen des Handelsverbands Deutschland auf den Onlinehandel mit Lebensmitteln. Das ist ein im Vergleich sehr geringer Onlineanteil. Von den 523 Milliarden Euro, die der deutsche Einzelhandel nach Prognosen insgesamt erwirtschaftete, entfallen 10,2 Prozent auf den Internethandel. cm

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