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Frankfurt: Neuer Bürgerpark kommt bald, Hotel irgendwann

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Pferde wären bereit, wenn auch noch nicht gesattelt. Spielplatz im Bürgerpark.
Die Pferde wären bereit, wenn auch noch nicht gesattelt. Spielplatz im Bürgerpark. © Peter Jülich

Die DFB-Akademie in Niederrad legt los, das übrige Rennbahngelände braucht noch Zeit. Wann das chinesische Luxushotel eröffnet, steht in den Sternen.

DFB-Projektleiter Winfried Naß hat Wort gehalten. Im Juni, sagte er bei der jüngsten Begehung des künftigen Bürgerparks auf dem ehemaligen Gelände der Galopprennbahn, das war im März: Im Juni werde es fertig sein, das neue Herzstück der Bundeskicker, die Akademie des Deutschen Fußball-Bundes. Drei Monate vor dem Bürgerpark. Und so ist es nun auch gekommen. Der DFB legt los, der Bürgerpark Süd wächst noch.

Aber so ein Park braucht ja auch seine Zeit. Und was da alles entstehen soll im nördlichen Geländeabschnitt zwischen Rennbahnstraße, Niederräder Landstraße und Kennedyallee. Obwohl: Manches gibt es ja schon. Den Kinderspielplatz etwa und den großen Teich im Zentrum.

Und wenn man den Blick so schweifen lässt: Ein riesengroßes Hotel fernöstlicher Bauart gibt es ja auch am Rande des Parks, zur Rennbahnstraße hin. Was ist eigentlich damit? „Da kann ich nix zu sagen“, sagt ein Sprecher der Huarong Group GmbH am Mittwoch. Und mehr sagt er dann auch tatsächlich nicht. Wie der Stand der Dinge ist: nix. Eventuell ein Eröffnungstermin: nix.

Da erfährt man beim Frankfurter Planungsdezernat weitaus mehr. „Grundsätzlich ist das Hotel noch im Bau“, sagt Sprecher Mark Gellert. Das ist es seit dem 1. Dezember 2010. Da war offiziell Baubeginn. Vier Jahre später stellten Bauarbeiter im Auftrag der chinesischen Investoren den Rohbau fertig. Da war Deutschland frischer Fußball-Weltmeister – wie die Zeit vergeht.

223 Zimmer, 446 Betten, zwei Restaurants und eine Tiefgarage soll das Hotel einmal haben, wenn es fertig ist. Aber sind zwölf Jahre Bauzeit nicht ein bisschen viel für ein Hotel? Die Baugenehmigung gilt für drei Jahre, sagt Gellert, verlängert sich aber, sofern noch gebaut wird – wenn also gelegentlich eine gewisse Tätigkeit zu bemerken ist. Und die Insolvenz, von der zwischenzeitlich die Rede war? Gellert: „Unser Ansprechpartner ist weiterhin die Huarong Group.“ Es bleibt spannend.

Ansprech-, oder besser gesagt: Ansingpartner des Bürgerparks Süd sind weiterhin die Vögel. Die haben nämlich den enormen Vorteil, dass sie schon rein dürfen. Wer will es ihnen verbieten? Für Menschen ist der künftige Haupteingang, Ecke Niederräder Landstraße/Rennbahnstraße, nach wie vor geschlossen.

Drinnen, im Landschaftsschutzgebiet Zone 1, soll die Natur Vorrang haben vor allem anderen, was da entsteht, vor den Klettergerüsten der Kinder, vor der großen Calisthenics-Anlage, wo starke junge Leute ihre Körper mit Eigengewichtsübungen stählen können, vor der Kinderfarm, auf der Tiere leben sollen, Schafe, Hühner, Meerschweinchen, Kaninchen. Vorrang haben Sandmagerrasen und Bannwald, um zwei der Geländeformen zu nennen. Die Planungsgesellschaft BHM, die am künftigen Bürgerpark mitarbeitet, ist angetreten, Park- und Naturschutzbelange „zu verbrüdern“. Das heißt auch: keine Beleuchtung in der Nacht. Dem Ansinnen hat Rosemarie Heilig (Grüne), die Umweltdezernentin, schon früh einen Riegel vorgeschoben. „Wenn wir anfangen, hier zu beleuchten, verjagen wir Vogelarten und schaden Insekten“, hat sie gesagt. Und es soll ja schließlich ein Park für alle werden. Im September.

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