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Frankfurt: Neuer Bebauungsplan soll Brotfabrik retten

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Von: Thomas Stillbauer, Florian Leclerc

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Die Brotfabrik in Hausen. Foto: Christoph Boeckheler
Die Brotfabrik in Hausen. © Christoph Boeckheler

Der Magistrat stellt einen neuen Bebauungsplan auf, um die Brotfabrik im Frankfurter Stadtteil Hausen zu erhalten. Auch der Arbeitskreis Hausen wehrt sich gegen den Abriss.

Um die Brotfabrik zu erhalten, will der Magistrat einen neuen Bebauungsplan für Hausen aufstellen. Bis der Bebauungsplan gilt, soll eine Veränderungssperre die vorhandenen Nutzungen sichern. Das geht aus einer Antwort des Magistrats auf eine schriftliche Anfrage des Stadtverordneten Uwe Paulsen (Grüne) hervor.

Wie es darin weiter heißt, stuft der vorhandene Bebauungsplan für Hausen-Ost die Brotfabrik als Mischgebiet ein. Eine rein wohnliche Nutzung sei planungsrechtlich nicht zulässig. Allerdings lasse sich ein Fortbestehen der Brotfabrik nicht auf Grundlage der Erhaltungssatzung sicherstellen, „da die Satzung die Brotfabrik als Fabrikgebäude als nicht besonders prägend einstuft“.

Eine Bauberatung durch die Bauaufsicht habe es aber noch nicht gegeben. Wie berichtet, hat Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) das Gespräch mit der Eigentümerin aufgenommen, um den Fortbestand der Brotfabrik zu sichern. Die Stadt fördert den Trägerverein des Kulturzentrums mit jährlich 140 000 Euro. Dem Magistrat sei an einer gütlichen Einigung mit der Eigentümerin gelegen, heißt es in dem Antwortbericht.

Der Arbeitskreis Hausen hat sich unterdessen gegen den Verkauf des Brotfabrik-Geländes und gegen den Abriss der Kultureinrichtung ausgesprochen. Seit den 1980er Jahren sei die Hausener Brotfabrik nicht nur eine über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannte Kulturstätte, betont der Zusammenschluss von Institutionen, Initiativen, Vereinen und Gemeinden im Stadtteil. Für die Hausener Bürger sei sie darüber hinaus der wichtigste kulturelle und soziale Treffpunkt – das kulturelle Herz des Stadtteils.

„Der Abriss hätte verheerende Auswirkungen auf unseren Stadtteil, in dem es an sozialen Treffpunkten und kulturellen Einrichtungen bereits jetzt mangelt“, stellt Volker Steinmetz fest, der Sprecher des Arbeitskreises. Hausen drohe im Fall des Abrisses „die weitere soziale Verödung“.

Nach Auffassung des SPD-Bundestagsabgeordneten Kaweh Mansoori könnte eine Erhaltungssatzung die Brotfabrik vor dem Abriss bewahren. „Wir sollten nichts unversucht lassen, diesen künstlerisch wertvollen Frankfurter Ort zu retten“, forderte er in einer Pressemitteilung. „Ich sehe gute Chancen für einen Erhalt.“ Parteifreund und Planungsdezernent Mike Josef habe per Satzung die Erhaltung städtebaulicher Eigenarten des Gebiets geschützt, in dem die Brotfabrik liege.

Mansoori geht davon aus, dass Investoren das Areal zwar erwerben könnten, ihre Pläne zur Umnutzung aber verwerfen müssten: Die Stadt würde sie nicht genehmigen. Der SPD-Politiker hofft deshalb, dass die bisherige Eigentümerin beschließt, die Brotfabrik zu erhalten. Sie hatte vor einigen Wochen den insgesamt 17 Mietparteien eröffnet, dass sie die Brotfabrik verkaufen möchte – die Verhandlungen seien schon bis hin zum Vorvertrag fortgeschritten.

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