Flüchtlingsmanagement

Frankfurt: Neue Unterkunftfür Flüchtlinge

Von Steven Micksch

Die Übergangsunterkunft im Oberschelder Weg soll 140 Menschen Platz bieten,

Im Stadtteil Heddernheim wurden 26 Wohnungen neu gebaut, um Geflüchteten und weiteren Menschen ohne Wohnung eine Übergangsunterkunft zu ermöglichen. Der Bedarf ist aber viel größer.

Helle Zimmer mit weißen Wänden, ein eigenes Bad sowie eine neue Küche, dazu ein Balkon oder Terrasse. Die Zimmer der neu geschaffenen Unterkunft im Oberschelder Weg in Heddernheim sind ansehnlich und werden vielen Menschen ein schönes Zuhause bieten. Bald sollen in den 26 Wohnungen 140 Menschen leben, die ersten Einzüge werden in den kommenden Wochen erwartet, der Rest folgt sukzessive bis Mitte oder Ende Oktober. Das neu gebaute Haus in Heddernheim ist eine Übergangsunterkunft für Geflüchtete und Menschen ohne Wohnung.

„Dies ist eine qualitativ gute Übergangsunterkunft“, sagte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) beim Vorstellungstermin am Donnerstag. Genau das solle der Standard bei der Schaffung solcher Einrichtungen sein. Eigene Bäder, Küchen und genug Privatsphäre – für zufriedene Bewohnerinnen und Bewohner. Trotz aller Schönheit soll am Ende der Wegzug in eine eigene Wohnung stehen.

Doch genau das ist in Frankfurt äußerst schwer. Das weiß auch die Sozialdezernentin. „Hier wurden auch Wohnungen für große Familien geschaffen, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Chance hätten.“ In neun Vierzimmer- sowie drei Fünfzimmerwohnungen werden zwölf große Familien zukünftig Platz finden. Ob und wann sie die Übergangsunterkunft für eine eigene ausreichend große und bezahlbare Wohnung verlassen können, ist ungewiss.

Zunächst ist für das Dezernat und die Stabsstelle Unterbringungsmanagement und Flüchtlinge aber entscheidend, die rund 7300 Menschen, die keine eigene Wohnung besitzen, unterzubringen. Etwa 4000 von ihnen sind Geflüchtete, 3300 Frankfurter:innen ohne Wohnung. Sie alle leben in Unterkünften, einfachen Hotelzimmern, Containern oder auch modernen Holzmodulbauten oder eben neu errichteten Häusern. „Ein großer Teil lebt schon in Unterkünften von guter und sehr guter Qualität. Aber längst nicht alle“, sagte Birkenfeld. Rund 3000 Personen leben noch immer in Unterkünften mit Gemeinschaftsküchen und -bädern, weitere 1300 in einfachen Hotelzimmern.

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Die Unterkunftssituation für diese Menschen zu verbessern, sei extrem schwierig. Die Suche nach Grundstücken und die anschließenden Verhandlungen seien langwierig und hart. Häufig stehe man im Kampf um freie Flächen etwa in Konkurrenz mit Schulen oder Sportplätzen.

Aber es gibt die kleinen Erfolge. Beispielsweise jetzt in Heddernheim, aber auch im Mai, als eine neue Unterkunft am Riedberg bezogen werden konnte. Dort entstanden 18 Wohnungen, die nun 100 Geflüchteten und Menschen ohne Wohnung ein neues Zuhause bieten. Birkenfeld stellt in Aussicht, dass bis Mitte 2024 weitere 1000 Plätze guter Qualität entstehen würden – auch wenn sie dann nicht mehr an der Spitze des Sozialdezernats stehe.

Bauherr im Oberschelder Weg war die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG. Deren Vorsitzender der Geschäftsführung, Frank Junker, sagte, dass das Gesamtvolumen des Projekts sich auf 6,8 Millionen Euro belaufe. Baubeginn war Januar 2020. Zuvor stand auf dem Grundstück eine Kleingartenanlage. Das entstandene Passivwohnhaus sei in das umliegende Wohngebiet integriert worden. Genauso sei es stets Ziel. Die neuen Unterkünfte sollen nicht in Randlagen oder Bürogebäuden entstehen, sondern Teil des Quartiers sein.

Betrieben wird die Übergangsunterkunft von den Johannitern. Da sich auch ein Büro im Haus befindet, werden die Bewohner:innen auch eine Ansprechperson vor Ort haben.

Ein Großteil der zukünftigen Bewohner:innen wird aus der Flüchtlingsunterkunft am Alten Flugplatz Bonames kommen. Dort läuft die Baugenehmigung Ende des Jahres aus, die Unterkunft wird geschlossen.

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