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Für alle Fünftklässler, nicht nur die der neuen IGS, ist der Wechsel auf eine neue Schule mit viel Aufregung verbunden.

IGS und Grundschule

Frankfurt: Neue Schulen für Riedberg und Bockenheim

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Zum Start des Schuljahres gehen eine neue IGS und eine Grundschule an den Start. Beide werden dringend benötigt, so die Bildungsdezernentin. Der IGS fehlt aber noch etwas Entscheidendes.

Pia Neumann, Dezernentin für die Gesamtschulen im Staatlichen Schulamt Frankfurt, macht in der Aula der Max-Beckmann-Schule die Daumenprobe aufs Exempel. Wer zuversichtlich und sorglos ist, soll mit dem Daumen nach oben zeigen. Wer noch unsicher ist und etwas Lampenfieber hat, soll ihn waagerecht halten. Die Kinder heben die Finger, es ergibt ein gemischtes Bild mit einem leichten Vorteil für die Daumen nach oben.

Diese Szene am Montagvormittag zeigt die Vorfreude aber auch Ungewissheit, mit der das neue Projekt rund um die integrierte Gesamtschule (IGS) im Frankfurter Norden beginnt. Es ist die 16. IGS der Stadt, und sie verfolgt ein etwas anderes pädagogisches Konzept. „In einem Jahr müssen wir uns daran messen lassen“, sagt Anette Günther, die Frau, die gerne die Schulleiterin werden möchte.

Günther hat die pädagogische Planungsgruppe geleitet, die das Konzept gemeinsam mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Beratern der Goethe-Universität und des staatlichen Schulamts erarbeitet hat. Der Schulalltag der neun Fünftklässler soll abwechslungsreich gestaltet sein. Auf dem Stundenplan stehen Projekt- und Fachunterricht, zudem Trainingsstunden, Bewegungs- und Freizeitangebote. Dies soll einen Wechsel von Konzentration und Entspannung bieten. Auch Mitbestimmung der Schülerinnen und Schüler wird großgeschrieben. „Die Schule ist für alle geeignet. Für die Schnelllerner und auch für die, die noch mal etwas erklärt bekommen müssen“, sagt Günther.

Schülerzahlen
Zum Schuljahr 2019/2020 gibt es in Frankfurt etwa 6700 Schulanfänger. Dazu zählen neben den Erstklässlern auch Kinder in der flexible Schuleingangsphase (Flex) und der Eingangsstufe.

Die Gesamtschülerzahl liegt in der Stadt bei circa 100 000. Davon gehen 66 000 auf öffentliche allgemeine Schulen, 7000 auf private und 27 000 auf berufsbildende Schulen.

Die Schüler verteilen sich auf 150 öffentliche allgemeine Schulen, 24 private Schulen und 16 berufsbildende Schulen. mic

Die neue IGS liegt direkt gegenüber der Max-Beckmann-Schule, deren Aula sie für die feierliche Eröffnung nutzt. Auf dem Gelände der ehemaligen Sophienschule in der Falkstraße 60 in Bockenheim wird sie drei Jahre bleiben. Dann erfolgt der Umzug an den neuen Standort im Frankfurter Norden. Die Schule nimmt Kinder aus Bockenheim und aus dem Norden auf. In diesem Schuljahr wird sie sechszügig mit etwa 130 Jungen und Mädchen sein.

Zur Eröffnung ist auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gekommen. Er verdeutlicht, dass die Stadt ein wichtiges Zeichen setze. Die IGS sei eine weitere Maßnahme gegen das Frankfurter Problem, dass es zu wenige Schulen gibt – und die, die vorhanden sind, zu weiten Teilen marode seien. „Jedes Jahr gibt es ein neue Schule. Das ist gut, aber es reicht nicht“, sagt Feldmann. Bange sei ihm angesichts der Herausforderungen dennoch nicht. „Weil alle in dieser Stadt aufpassen, dass etwas vorangeht.“

Mit Blick auf die Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sagt der Oberbürgermeister: „Sie zankt sich für eine gute Sache.“ Dabei ecke sie auch mal im Magistrat oder beim Baudezernenten an.

Aktuell heißt die Schule noch IGS im Frankfurter Norden. Doch bald soll sie umbenannt werden, ein paar Vorschläge gebe es schon, sagt Pia Neumann.

Neben der IGS in Bockenheim geht in diesem Schuljahr auch die Grundschule Riedberg III neu an den Start. „Beide Schulen werden für die Versorgung der Kinder dringend benötigt“, sagt Bildungsdezernentin Weber. Die Grundschule befndet sich in der Hans-Leistikow-Straße zunächst in einem Übergangsquartier. In zwei Jahren soll sie, wenn die IGS Kalbach-Riedberg ihren Neubau bezogen hat, in deren Holzmodulbau an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee einziehen und dort ihren endgültigen Standort finden. Die designierte Schulleiterin Amrei Quandel hat mit ihrer Planungsgruppe eine moderne Ganztagsschule im „Pakt für den Nachmittag“ konzipiert, die aufgrund der rasant steigenden Kinderzahlen auf dem Riedberg dringend gebraucht werde.

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