Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Anhänger der neurechten „Identitären Bewegung“ 2017 auf der Frankfurter Buchmesse. Foto: Michael Schick
+
Anhänger der neurechten „Identitären Bewegung“ 2017 auf der Frankfurter Buchmesse.

Rechtsextremismus

„Gegenuni“: Neue rechtsradikale „Hochschule“

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
    schließen

Die „Gegenuni“ ist das neueste Internet-Projekt aus dem Spektrum der sogenannten Neuen Rechten. Dahinter steht ein Unternehmen mit Sitz in Frankfurt.

Frankfurt - An Pathos und Selbstbewusstsein mangelt es dem Projekt schon mal nicht. Man wolle die „neue geistige Kraft“ formen, die den „Kulturkampf um die Universität und die Nation wieder aufnimmt“. Letztlich ziele man auf die Vernetzung aller Strömungen des rechten Lagers und schließlich „das Ende der Universität, wie sie heute ist“.

Diese markigen Sprüche stammen von der Webseite der „Gegenuni“, einem neuen Netzprojekt aus dem Spektrum der sogenannten Neuen Rechten. Das Frankfurter Bildungsprojekt „Achtsegel“ hatte über Twitter auf die Initiative hingewiesen. Als „Neue Rechte“ bezeichnet sich eine Strömung der extremen Rechten, die sich an antiliberalen Autoren aus der Weimarer Republik orientiert und sich etwa im Umfeld des Vereins „Instituts für Staatspolitik“ oder des Verlags Antaios des Publizisten Götz Kubitschek organisiert. Auch die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ wird zur Neuen Rechten gezählt, die zugleich Einfluss auf die in Teilen rechtsextreme AfD ausübt.

Frankfurt: Prominente Helfer aus Österreich

Die Idee der „Gegenuni“ ist simpel: Das Projekt will Vorträge, Kurse und Skripte über das Internet anbieten, Neurechten eine Plattform bieten und ihren politischen Ansichten einen wissenschaftlichen Anspruch verleihen.

Die deutschen Hochschulen, so heißt es raunend auf der Homepage und im Telegram-Kanal der „Gegenuni“, seien „zur Schaltstelle der globalistischen Herrschaft“ geworden, zur „Zwingburg des antideutschen ideologischen Staatsapparats“. Dagegen setze man das eigene Programm, wobei es auch monatliche „Studiengebühren“ und einen „eigenen Abschluss“ geben solle. Als ein Akteur der „Gegenuni“ wird Martin Semlitsch angekündigt, ein neurechter Autor aus Wien. Zugleich scheint auch Martin Sellner maßgeblich beteiligt zu sein, führender Kopf der „Identitären“ in Österreich.

Frankfurt: Geld durch Propaganda

Um mit monatlichen Beiträgen und wohl auch mit Merchandise-Artikeln Geld verdienen zu können, ist die „Gegenuni“ juristisch als haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft mit Sitz in Frankfurt organisiert. Die „GegenUni UG“ wurde im Frühjahr dieses Jahres ins Handelsregister eingetragen und hat ihre geschäftliche Anschrift in der Darmstädter Landstraße in Sachsenhausen. Vor Ort findet sich der Name des Unternehmens auf dem Briefkasten einer Firma, die Büros und Coworking-Spaces vermietet und in dem Gebäude knapp 40 weitere Firmen beherbergt.

Auf FR-Anfrage teilte das Projekt mit, man wolle langfristig „ein eigenes Curriculum“ anbieten. Das Ziel der „Gegenuni“ sei aber auch „ein direktes Einwirken auf den universitären Raum“. „Selbstverständlich“ werde auch die Frankfurter Goethe-Uni „eines unserer kommenden Betätigungsfelder sein“. (Hanning Voigts)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare