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Mit Klüpfel und Schnitzeisen: Holzbau an der Freien Kunstakademie. 

Kunst in Frankfurt

Neue Jugendkunstschule in Frankfurt

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Die Freie Kunstakademie Frankfurt macht Jugendlichen mit dem „Atelier 1318“ ein günstiges Angebot.

Frankfurt bekommt eine Kunstschule für Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren. Wobei die Kunstschule zunächst aus einem einwöchigen Kurs in der ersten Ferienwoche besteht, gefolgt von zwei Nachmittagskursen nach den Sommerferien. Passend zum Alter der Teilnehmer heißt die Kunstschule „Atelier 1318“. Träger ist die Freie Kunstakademie Frankfurt in der Schmidtstraße 12, die sonst Erwachsenen die Bildende Kunst vermittelt.

Nun das Angebot für die Jugend. „Es ist etwas, das in Frankfurt fehlt und die Angebote der Schulen sehr gut ergänzt“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). An rund 100 Schulen habe sie Flyer und Plakate verteilt und hoffe nun auf zahlreiche Teilnehmer, sagt Claudia Himmelreich, die Leiterin der Freien Kunstakademie. „Die Jugendlichen sollen sich ausdrücken und entfalten können, fern vom Leistungsdruck in der Schule“, sagt der Künstler Niklas Klotz.

Er leitet das „Offene Atelier 2“, das nach den Ferien, am 12. August, beginnt; Lena Ditlmann bietet das „Offene Atelier 1“ an, ab 15. August, immer montags, jeweils von 15 bis 18 Uhr. In die offenen Ateliers kann jeder kommen, so oft man will, ohne Anmeldung.

Zunächst aber der Ferienkurs vom 1. bis 5. Juli: Dort will der Holzbildhauer Emanuel Oliveira Barata mit den zwölf Teilnehmern Masken entwerfen. „Man soll am Ende ein Ergebnis sehen“, sagt er. Dafür werde erst skizziert und mit Ton modelliert, bevor die jungen Künstler zu Klüpfel und Schnitzeisen greifen. „Jeder kann seinen eigenen Zugang zum Thema entwickeln und sich individuell ausdrücken.“ Denn darum geht es in der Kunst und in der Jugend: die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

Kursleiter Niklas Klotz will sich nicht festlegen, welche Materialien zum Einsatz kommen, „voraussichtlich alles Mögliche außer Stein, weil Stein zu sehr staubt.“ Die Fortschritte könnten zum Beispiel mit dem Smartphone festgehalten werden, sagt er.

Nun zu den Kosten. Die sind sehr moderat. 25 Euro kostet der einwöchige Ferienkurs. Fünf Euro die Teilnahme an einem „Offenen Atelier“. Zum Vergleich: Um eine Woche lang das Aquarellmalen zu lernen, zahlen Erwachsene an der Freien Kunstakademie 195 Euro. Das könnten Jugendliche nicht finanzieren, weiß Himmelreich. Also das niedrigschwellige Angebot. „Wir wollen alle Jugendlichen erreichen, auch die aus bildungsfernenen Schichten“, sagt sie.

Das gehe aber nicht ohne namhafte Partner. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt fördert das Atelier 1318 mit 10 000 Euro. Das Kulturamt der Stadt gibt 35 000 Euro hinzu und setzt damit eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag der schwarz-rot-grünen Koalition um.

„Dafür haben wir uns stark gemacht“, sagt Sylvia Momsen, Kulturpolitikerin der Grünen im Römer. Eine Folgefinanzierung sei vorgesehen, die sogar aufgestockt werden könne.

Nach einem Jahr wollen die Förderer Bilanz ziehen.

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