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Der neue Blitzer nahe der Bockenheimer Warte.
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Der neue Blitzer nahe der Bockenheimer Warte.

Verkehr

Frankfurt: Neue kombinierte Blitzer in der Stadt aufgestellt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Das Straßenverkehrsamt rüstet im Kampf gegen Raser und Rotsünder auf. Ab sofort sind nur noch kombinierte Anlagen im Einsatz.

  • In Frankfurt geht der Kampf gegen die Raserei weiter.
  • Nun hat die Stadt Frankfurt zwei neue Anlagen an unfallträchtigen Kreuzungen in Betrieb genommen.
  • Das sind die stationären Blitzer Nummer 26 und 27 in der Stadt.

Die neue Anlage in Frankfurt war kaum eingerichtet, da hatte sie schon die ersten „Kund:innen“ am Dienstagvormittag (09.03.2021). An der Kreuzung Bockenheimer Landstraße/Senckenberganlage müssen sich Autofahrer:innen künftig vorsehen, nicht zu schnell oder zu spät in der Grünphase unterwegs zu sein. Nur kurz darauf nahm das Straßenverkehrsamt in der Hansaallee/Ecke Alleenring eine weitere Anlage in Betrieb, womit es nun 27 stationäre Blitzer an den insgesamt 833 Ampelanlagen im Stadtgebiet gibt.

Neue Blitzer in Frankfurt installiert

Das Eichen der Anlage an der Bockenheimer Landstraße hat am Dienstag nur rund 90 Minuten gedauert, doch bis das neue Blitzgerät überhaupt stand, sind einige Jahre ins Land gegangen. Denn bis die Stadt Frankfurt sich entschließt, Zehntausende von Euro in eine stationäre Anlage zu investieren, müssen einige Bedingungen erfüllt sein, wie Gerhard Schäfer, Leiter Verkehrstechnik im Straßenverkehrsamt, erläutert: „Zunächst mal müssen drei Jahre lang artengleiche Unfälle an der Kreuzung passieren.“

Das war an der Kreuzung leider der Fall. Da Autofahrer:innen immer wieder noch bei Rot über die Kreuzung in Richtung Miquelallee fuhren, kam es zu Zusammenstößen mit Radfahrenden, die am anderen Ende der Kreuzung die Straße schon Richtung Bockenheimer Warte querten. Zunächst, erläutert Schäfer, werde dann versucht, die Ampelphasen zu ändern. Doch es half nichts, es kam weiter zu teils schweren Unfällen.

Einmal im Jahr treffen sich Unfallkommission, Polizei, Verkehrstechnik und Verkehrsüberwachung, um zu beratschlagen, wo eine stationäre Anlage angebracht ist. Da es sich bei der Kreuzung um einen Unfallschwerpunkt handelt, gab das Gremium grünes Licht.

Blitzer in Frankfurt: Nur noch kombinierte Anlagen im Einsatz

Seit etwa zehn Jahren installiert die Stadt Frankfurt nur noch kombinierte Anlagen, die sowohl Geschwindigkeit als auch Rotlichtverstöße kontrollieren. Das hat auch taktische Gründe. Denn für Anlagen zur reinen Geschwindigkeitsmessung braucht es eine polizeiliche Genehmigung, die nicht ganz einfach zu bekommen ist. Sukzessive hat die Stadt alle alten Geräte umgerüstet, was nicht alle mitbekamen und goutierten. Schäfer kann sich daran erinnern, wie sich Autofahrer:innen vor einigen Jahren beschwerten, sie seien in der Geleitstraße geblitzt worden, jedoch gar nicht bei Rot über die Ampel gefahren. „Aber zu schnell sind sie gewesen“, so Schäfer.

Blitzer an Ampeln

Die Stadt betrieb im vergangenen Jahr 25 kombinierte Anlagen, an denen es 59 362-mal blitzte.

Bei den Rotlichtverstößen waren die Spitzenreiter die Anlage am Ratswegkreisel in Fahrtrichtung Innenstadt (839), in der Friedrich-Ebert-Anlage (800) und in der Königsteiner Straße 196 (695).

Bei den Geschwindigkeitsverstößen war der absolute Spitzenreiter
die Anlage in der Hanauer Landstraße (Tempo 30) Hausnummer 17 (stadteinwärts), die 15 445-mal blitzte, gefolgt von Hausnummer 26 (stadtauswärts) mit 9242 und der Friedrich-Ebert-Anlage (Tempo 50, stadteinwärts) mit 4282 Verstößen. ote

Blitzer in Frankfurt: Bei kombinierten Anlagen sind nur zwei Modelle zugelassen

Bei den kombinierten Anlagen gibt es nur zwei verschiedene Modelle, die zugelassen sind. Je nach baulichen Vorgaben wird entschieden, ob ein Modell der Firmen Vitronic oder Gatso zum Zuge kommt. In der Senckenberganlage fiel die Entscheidung im Februar 2020 auf das Modell, das mit Induktionsschleifen arbeitet. Im September erfolgten die Tiefbauarbeiten, dann begann das Warten auf den Hubmast, der eigens in England gefertigt wird und wegen der Pandemie auf sich warten ließ. 85 000 Euro kostete die Anlage letztlich. So „günstig“ sind nicht alle Anlagen. Am Eschenheimer Tor steht eine Anlage, die mit rund 250 000 Euro zu Buche schlug.

Der neue Standort werde sich recht schnell in der Szene herumsprechen. Manchmal dauere es nur eine Stunde, bis eine neue Anlage in den sozialen Medien auftauche. Während Schäfers Ausführungen vor Ort arbeitet die neue Anlage jedenfalls schon und blitzt in einer Stunde etwa ein Dutzend Mal wegen überhöhter Geschwindigkeit und ein halbes Dutzend Mal wegen Rotlichtverstößen.

Die neue Anlage in der Hansaallee wird indes kaum Tempoverstöße erfassen, denn sie richtet sich nur gegen die Rechtsabbieger vom Alleenring. Das erlaubte Tempo 50 wird dabei wohl kaum überschritten. „Bei der Anlage geht es vor allem um die Schulwegsicherung, das war eine Bitte aus dem Ortsbeirat“, so Schäfer. (Oliver Teutsch)

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