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Frankfurt: Neue Abgas-Messung in der Friedberger Landstraße

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Kohlendioxid und Stickoxide werden mit per Lichtstrahl erfasst. Kennzeichen werden gefilmt.

Mit einem neuartigen Messverfahren untersucht das Umweltbundesamt die Abgase an der Friedberger Landstraße. Erfasst würden Stickoxide, Kohlendioxid, Geschwindigkeit und Kennzeichen der Fahrzeuge, teilte das städtische Umweltamt mit, das das Pilotprojekt unterstützt.

Verkehrsverstöße wegen überhöhter Geschwindigkeit würden nicht geahndet. Die Kennzeichen würden unter Berücksichtigung des Datenschutzes erhoben. Autos und Insassen würden aber nicht gefilmt, Halterdaten nicht abgefragt.

Bei dem Messverfahren („Remote Sensing Detection“) wird den Angaben zufolge ein Lichtstrahl von oben auf die Abgaswolke des vorbeifahrenden Fahrzeugs gerichtet und von einem auf der Fahrbahnoberfläche angebrachten Reflektor zurückgeworfen. Der Lichtstrahl liegt im Bereich des infraroten und ultravioletten Lichts und ist nicht sichtbar.

Von der Messung erhofft sich das Umweltbundesamt, den Schadstoffausstoß in Abhängigkeit vom Energiebedarf in der Fahrsituation bewerten zu können. Das Projekt stehe nicht im Zusammenhang mit der Debatte um Fahrverbote und der Fortschreibung des Luftreinhalteplans. Vielmehr sollen die realen Emissionen von Fahrzeugen erfasst werden, um auf dieser Grundlage langfristig die Luftqualität zu verbessern. Die Messungen beginnen am Mittwoch, 19. Februar. Gemessen wird 20 Tage lang stadtauswärts auf Höhe der Luftmessstation zwischen Zeißel- und Wielandstraße.

Die videobasierte Kennzeichenerfassung sei nötig, um den Motortyp, etwa Otto- oder Dieselmotor, und den Abgasstandard zu ermitteln. Die Kennzeichen würden automatisiert ausgewertet. Berücksichtigt würden die EU-Datenschutzgrundverordnung sowie das Hessische Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetz. Der Datenschutzbeauftragte der Stadt sei eingebunden.

Im Laufe des Jahres sollen weitere Messungen mit anderen Systemen erfolgen. Die Stickstoffdioxidwerte an der Friedberger Landstraße lagen 2019 laut Landesumweltamt bei 41,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, also über dem Grenzwert.

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