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Der Gitarrist Ali Neander spielt seit über 40 Jahren für die Rodgau Monotones.

Ali Neander in Frankfurt

Frankfurt: Ali Neander wagt Neues

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Der Gitarrist der Rodgau Monotones tritt mit eigenem Quartett in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet auf.

Albrecht „Ali“ Neander hat sich einen Urlaub von den Rodgau Monotones genehmigt. Seit über 40 Jahren spielt der Gitarrist in der Kult-Rockband, die den Rest Deutschlands Furcht vor den Hessen gelehrt hat. Und er hat auch nicht vor, das zu ändern. Doch weil so etwas wie eine Luftveränderung auch Musikern guttut, hat er das „Ali Neander Organ Quartett“ gegründet. Das Jazz-Orgeltrio feiert zusammen mit der Mainzer Sängerin Caro Trischler am Donnerstag, 16. Januar, in der Frankfurter „Fabrik“ Premiere. Und Ali Neander ist sich sicher, dass auch die Rodgau Monotones von seinem neuen Projekt profitieren. „So ein Urlaub bringt Leichtigkeit und neue Ideen.“

Etwas mit einer Hammond-Orgel zu machen, jazzorientiert und mit Gesang, das sei ihm schon lange durch den Kopf gegangen, erzählt Ali Neander der FR. Die 1933 entwickelte Hammond-Orgel sei interessant, weil sie aus der Urzeit der elektromechanischen Musikinstrumente stamme, eine hohe Emotionalität habe und in sich selbst ein kleines Orchester sei. Für dieses Instrument zu schreiben, habe ihn gereizt, sagt er.

Der Zufall brachte Ali Leander vor etwa einem Jahr dazu, seine Idee, mit der Hammond-Orgel zu arbeiten, umzusetzen. Er lernte bei einem Konzert in Mainz die 24 Jahre alte Sängerin Caro Trischler kennen. Beide konnten sich nach einem Gespräch eine Zusammenarbeit vorstellen. Das Zusammentreffen wurde für ihn so zu einem „produktiven Tritt in den Hintern“, wie der Gitarrist sagt. „Danach habe ich mich hingesetzt und Stücke geschrieben.“

Neben der Sängerin Caro Trischler gelang es dem Gründungsmitglied der Rodgau Monotones, für das „Ali Neander Organ Quartett“ einen der profiliertesten deutschen Drummer zu gewinnen: den 55-jährigen Ralf Gustke, der zurzeit mit Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims zusammenarbeitet. Als junges Nachwuchstalent ist der Mannheimer Pianist und Keyboarder Robert Schippers mit dabei, der in Mannheim und Rotterdam Jazzklavier und Hammond- Orgel studiert hat.

Den großen Altersunterschied unter den Bandmitgliedern sieht Ali Neander als eine Bereicherung. „Die Älteren haben Gelassenheit und Routine, die Jüngeren bringen ihre Energie und neue Sichtweisen ein“, sagt der 61-Jährige. Und auch dass die Band mit vier Köpfen klein sei, sei ein Reiz. „Es ist ein bisschen wie in einer Koch-Show. Man bekommt drei Zutaten auf den Tisch und muss dann aus dieser Verknappung etwas machen. “

Das Zusammenspiel der drei Musiker und der Musikerin ist mittlerweile so weit gediehen, dass sie im Januar gleich viermal auftreten. Nach der Premiere in Frankfurt folgen Konzerte in Rodgau, na klar, in Rüsselsheim und in Ludwigshafen, mit „furiosen Instrumentalnummern, atmosphärischen Balladen, Funkigem und Spacigem, vorwiegend aus eigener Feder, und ein paar verwegenen Coverversionen“, wie das Quartett in seiner Konzert-Ankündigung verspricht. Eine CD soll im Frühjahr herauskommen.

Für den Rodgau-Monotones-Mann ist das „Ali Neander Organ Quartett“ kein zeitlich begrenztes Projekt. Alle Bandmitglieder haben, wie er, natürlich noch andere Verpflichtungen, doch sie nehmen sich zwischendurch gern eine Auszeit für etwas Anderes. „Urlaub“, sagt Ali Neander, „ist immer die andere Band“.

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