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Sie können aufatmen: Theatermacher Willy Praml (links) und Architekt Dietrich Wilhelm Dreysse in der Naxos-Halle.

Kultur

Naxos-Theater in Frankfurt kann weitermachen

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Die Zukunft des Naxos-Theaters ist gesichert. Theatermacher Willy Praml hat den geforderten Mietvertrag unterschrieben.

Der Streit zwischen dem Theatermacher Willy Praml und der Stadt um die Zukunft der Spielstätte in der Naxoshalle ist zum Teil beigelegt. „Der Spielbetrieb kann aus Sicht der Stadt weitergehen“, sagt Günter Murr, Sprecher von Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU), auf Anfrage der FR. Der Theater-Direktor habe den von der Kommune geforderten Mietvertrag für die Bühne jetzt unterschrieben. Die Unterzeichnung des Kontraktes bestätigt auch der Architekt D. W. Dreysse, der schon vor Jahren ein Konzept für die Sanierung des denkmalgeschützten Industriebaus entwickelte und der Praml berät.

Die Naxoshalle und damit auch die Spielstätte soll jetzt von der Stadt saniert werden. Die Kosten dafür bezifferte der Architekt auf rund 1,7 Millionen Euro. Allerdings sei der Vertrag noch nicht rechtskräftig, da der 77-jährige Theaterchef Praml in dem Schriftstück handschriftliche Ergänzungen vorgenommen habe, die das städtische Amt für Immobilien so nicht akzeptiere.

Liegenschaftsdezernent Schneider ist erkennbar bemüht, das Positive zu betonnen. Sein Sprecher sagt lediglich: „Wir sind froh über die Bereitschaft, den Vertrag zu akzeptieren, Details werden noch geprüft.“ Murr fügt hinzu: „Wir sind zuversichtlich, eine einvernehmliche Lösung zu finden.“

Nach Angaben des Dezernates beträgt die Jahresmiete, die das Theater für das Gebäude aus den Jahren 1906/1907 in Zukunft zu entrichten hat, 36 000 Euro. Laut Vertrag muss sich Praml außerdem bis zu einer Höchstgrenze von fünf Prozent der Jahresmiete an der Instandhaltung des denkmalgeschützten Baus beteiligen.

Industriestaub muss aus dem Bauwerk entfernt werden

Dezernent Schneider will die Sanierung der Halle angehen, sobald mit dem unterschriebenen Mietvertrag Rechtssicherheit vorliegt. Nach den Worten von Architekt Dreysse muss in einem ersten Schritt der alte Industriestaub aus dem Bauwerk entfernt werden. Hier handele sich um eine Auflage der städtischen Bauaufsicht, nachdem das Gesundheitsamt der Stadt den Staub als gesundheitsschädlich eingestuft habe, heißt es. Das Innere der Halle müsse nass gereinigt werden, um den Industriestaub zu entfernen. Die Kosten dafür beziffert Dreysse auf 200 000 Euro.

Die weitaus höhere Investition ist für den Schallschutz des Gebäudes notwendig. Er ist wegen der Nähe der Spielstätte zu den neu entstandenen Wohnungen im Norden des Naxos-Geländes erforderlich.

Mit einer aufwendigen Schalldämmung soll das verträgliche Nebeneinander von Theater und Wohnhäusern dauerhaft gesichert werden.

Allerdings kalkuliert Dreysse die Aufwendungen dafür auf 1,5 Millionen Euro. Der Architekt lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem städtischen Amt für Immobilien und den Fachleuten dort.

Nach einer Brandverhütungsschau von Feuerwehr und städtischer Bauaufsicht im Dezember hatte das noch ganz anders ausgesehen. Damals drohte dem Theater noch die Schließung durch die Stadt. Die Fachleute der Kommune kritisierten zahlreiche ungenehmigte Einbauten, darunter eine zweite Bühne und eine niedrige Zwischendecke. Fluchtwege aus der Halle waren zugestellt, Fenster ließen sich nicht öffnen. All diese kritisierten Mängel sind mittlerweile von Theaterchef Praml beseitigt worden, wie das Liegenschaftsdezernat ausdrücklich bestätigt..

Am 26. Januar hatte Pramls jüngste Produktion „Das arabische Rössl“ Premiere, eine aktuelle Interpretation des Klassikers „Im weißen Rössl“. Praml setzt mit dem Stück die Zusammenarbeit mit Geflüchteten fort, die er im Jahre 2016 mit einer Interpretation von „Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von Kleist begonnen hatte.

Die nächste Vorstellung des Theaters wird am heutigen Samstag, 2. Februar. von 19.30 Uhr an zu sehen sein.

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