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Wohnen

Nassauische Heimstätte erhöht Miete

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Knapp 400 Menschen in der Nordweststadt sollen zwischen einem und 15 Prozent mehr bezahlen. Die Linke spricht von einem Skandal.

Das Wohnungsunternehmen Nassauische Heimstätte (NH) erhöht die Miete für 396 Menschen in der Nordweststadt. Die Mieterhöhung liegt bei teilweise einem Prozent pro Jahr, teilweise bei bis zu 15 Prozent.

Ein Mieter im Gerhart-Hauptmann-Ring, der sich an die Öffentlichkeit gewandt hat, soll zum 1. März gut elf Prozent mehr zahlen. Der neue Quadratmeterpreis liegt demnach bei 6,96 Euro.

Bei dem Mieter ging der Brief mit der Mieterhöhung am 15. Dezember ein, also kurz vor Weihnachten. Begründet wird die Mieterhöhung darin mit der Gesetzeslage. In Hessen sei es möglich, die Miete binnen drei Jahren um 15 Prozent zu erhöhen. Der aktuelle Mietspiegel für das Gebiet lasse eine solche Mieterhöhung zu. Im Schreiben teilt die Nassauische Heimstätte mit, der Mieter solle bis Ende Februar seine Zustimmung zur Mieterhöhung erklären. Ansonsten ziehe die NH vor Gericht. „Für eine Klage entstehen Gerichtskosten. Wenn das Gericht unserer Klage stattgeben sollte, haben Sie diese Kosten zu tragen“, heißt es.

Die Linke im Römer reagierte empört: „Ich empfehle Mieterinnen und Mietern, die Mieterhöhung nicht zu akzeptieren, denn sie ist skandalös“, sagte Eyup Yilmaz, der wohnungspolitische Sprecher der Linken-Fraktion. Die Nassauische Heimstätte sei mehrheitlich im Landesbesitz und habe einen sozialen Auftrag. Im Aufsichtsrat bestimmten der hessische Minister für Wohnen, Tarek Al-Wazir (Grüne), und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Politik des Unternehmens. „Es kann nicht sein, dass Al-Wazir und Feldmann durch die Lande ziehen und behaupten, während Corona würden die Mieten nicht erhöht, und dann kracht eine solche Mieterhöhung ins Haus“, sagte er. Yilmaz forderte die Nassauische Heimstätte auf, die Mieterhöhung rückgängig zu machen.

Mieterhöhung wegen Corona 2020 verschoben

Ein Sprecher der Nassauischen Heimstätte teilte mit, das Unternehmen sei auf die Einnahmen aus den Mieterhöhungen angewiesen, um „dringend benötigten Wohnungsneubau im bezahlbaren Segment“ und die „Klimaneutralität des Wohnungsbestandes“ umsetzen. Konkret werde die Miete ab Januar bei 328 Mietparteien in der Nordweststadt erhöht, davon 100 im Gerhart-Hauptmann-Ring, sowie ab März bei weiteren 68 Mietparteien im Gerhart-Hauptmann-Ring. Der Mieterhöhung zum Januar hätten schon 227 Mieter zugestimmt.

Bei 143 der 396 Mietparteien in der Nordweststadt sei die Erhöhung auf ein Prozent pro Jahr gekappt worden. Bei den übrigen 253 Mietparteien liege die Erhöhung zwischen rund 4,2 und 15 Prozent innerhalb von drei Jahren.

Die Mieterhöhung sei zum Teil schon für das vergangene Jahr geplant gewesen, sagte der Sprecher; sie wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Von April bis Juni hätten 0,2 Prozent der Mieterinnen und Mieter ihre Miete stunden lassen oder Ratenzahlungen vereinbart. „Offensichtlich sind Mietende aufgrund der umfangreichen öffentlichen Hilfen und der außerordentlich moderaten Mieten des Unternehmens mit der Situation gut zurechtgekommen“, sagte der Sprecher. „Wir gehen davon aus, dass dies auch nach Aussprache der Mieterhöhungen so sein wird.“ Die Durchschnittsmiete bei der NH betrage in Frankfurt lediglich 6,96 Euro pro Quadratmeter.

Am Donnerstagabend treffen sich die Mietparteien, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

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