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Ein Bahnmitarbeiter ruft den Fahrgästen in Gateway Gardens zu, dass sie in Richtung Flughafen wieder einsteigen sollen. Renate Hoyer

Verkehr

Frankfurt-Gateway Garden: Nächster Halt, Provisorium

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Die S-Bahn hält an der Station Gateway Gardens - sonst ist dort alles noch in der Phase des Übergangs.

Frankfurt – Norbert Wolf ist am Sonntag extra aus Mainz zur neuen Frankfurter S-Bahn-Station Gateway Gardens gefahren, aber was er sah, überraschte ihn.

Durch das provisorische Wellblechdach, das mit Gerüsten über die teilweise offene Station gespannt war, hatte es hineingeregnet. Der Treppenaufgang in der Mitte der Station war gesperrt. Die Rolltreppen am Ausgang zum Hotel „Hyatt Place“ auf der einen und zum „House of Logistics and Mobility“ (Holm) auf der anderen Seite der Station funktionierten nicht. Der Aufzug stand still. Als Wolf die 68 Stufen zum Holm hinaufgestiegen war, blickte er auf Bauzäune, Erdhaufen, meterlange Pfützen. Flugzeuge brausten über ihn hinweg. „Schilder, um sich im Stadtteil zu orientieren, habe ich vermisst. Das wirkt alles noch sehr unfertig“, sagte er.

Die Deutsche Bahn hat vier Kilometer Gleise und die unterirdische Station binnen drei Jahren für 300 Millionen Euro errichtet und zum Fahrplanwechsel am Sonntag in Betrieb genommen. In der Eile blieb manches auf der Strecke.

Frankfurt: Gateway Garden ist noch nicht fertig

Fahrplanwechsel
Die S-Bahnen-Linien S8 und S9 fahren nun alle 15 Minuten zur Station Gateway Gardens. Sie brauchen vom Frankfurter Hauptbahnhof aus zehn Minuten.

Die S-Bahnen fahren generell von montags bis freitags von 6 bis 10 Uhr und von 15 bis 20 Uhr alle 15 Minuten durch den Frankfurter S-Bahn-Tunnel. Die S6 fährt nachts nun auch von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und vor Feiertagen im Stundentakt.

Das Angebot auf der Regionalbahnlinie R60 zwischen Frankfurt, Darmstadt und Mannheim wurde ausgebaut. Ergänzt wurde das Angebot auf der Linie RE9, der Expressbuslinie X79, der Buslinie 171 und der Linie RB10.

In Frankfurt fahren auf der U-Bahn-Linie U4 längere Züge. Auf der Linie U2 fahren sonntags mehr Züge. Der Takt der Straßenbahnlinien 12, 17, 18 wird samstags erhöht. In Niederrad fährt der Quartiersbus der Linie 84. 

Schon in den S-Bahnen fehlten auf den Anzeigetafeln die Hinweise auf den neuen Halt. Die Durchsage, „nächste Station: Fernbahn …“ wurde mitten im Wort vom Fahrer unterbrochen, der eine Minute später selbst „nächster Halt: Gateway Gardens“ nachschob. Das hatten einige verträumte Fahrgäste am Sonntag um 11 Uhr wohl nicht so recht verstanden, als sie mit ihren Rollkoffern an der Station ausstiegen, in der Meinung, nun am Flughafen angekommen zu sein.
Empfangen wurden sie von Mitarbeitern der „DB Sicherheit“, die mit lauter Stimme, teilweise mit Megafon, den Fahrgästen wiederholt zuriefen, „Flughafen nächste Station!“, worauf die Fahrgäste verdutzt wieder in die S-Bahn stiegen. Seit morgens um sechs Uhr sei er im Dienst, sagte einer der Bahnmitarbeiter, am Nachmittag werde er von der zweiten Schicht abgelöst. In der Station selbst fiel die Orientierung schwer. So fehlte der Name der Station an den noch blanken Betonwänden. Der Ausgang zum Holm war nicht beschildert. Die Bahnhofsuhr stand auf 12 Uhr mittags still. Dafür wiesen digitale Anzeigen darauf hin, welcher Zug als nächstes einrollt, Sitze und Mülleimer standen schon, der Snack-Automat war gefüllt.

Frankfurt Flughafen: Bitte wieder einsteigen!

Im Stadtteil selbst fehlte, bis auf einige Schildchen an Bauzäunen, noch jeder Hinweis, dass die S-Bahn-Station bereits existiert. Fahrgäste gelangen bisher nur auf provisorischen, umzäunten Straßen dorthin.

5000 Menschen arbeiten derzeit in dem Stadtteil, 18 000 sollen es dereinst werden. Für sie könnte der Weg zur Arbeit noch ein gutes Stück komfortabler sein.

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