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Über Besuch von Hebamme Christine Lahav (l.) freuen sich Mutter Pia Weber und Tochter Lisa.

Nachsorge

Hotline für junge Mütter

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Die Wochenbett-Notfall-Versorgung in Frankfurt rückt näher. Die Dr. Senckenbergische Stiftung sucht zwei Hebammen, die eine Koordinierungsstelle aufbauen sollen.

Um dem Mangel an Nachsorgehebammen in Frankfurt zu begegnen, werden derzeit zwei ausgebildete Geburtshelferinnen gesucht. Sie sollen eine Koordinierungsstelle aufbauen, die junge Mütter telefonisch berät und ihnen Kontakte zu anderen Hilfsangeboten vermittelt. Ausgeschrieben hat die Stellen die Dr. Senckenbergische Stiftung. Marcus Amberger, Geschäftsführer des Bürgerhospitals, ist mit dem Bewerbungsverfahren betraut.

Obwohl die Stellenanzeige erst seit dem 4. März auf dem Job-Portal Monster eingestellt ist, gibt es schon erste Bewerbungen, sagt er auf Nachfrage. „Wir sichten die ersten Bewerbungen in den kommenden Tagen und planen, im Laufe des März der Besetzung einen großen Schritt näher gekommen zu sein“, so Amberger.

Gesucht werden zwei Hebammen, die bei der Dr. Senckenbergischen Stiftung angestellt werden und „in enger Kooperation mit der Stadt“ die neue Einheit etablieren sollen. Später sollen sie diese dann auch betreuen. Es seien zwei Teilzeitstellen ausgeschrieben statt einer Vollzeitstelle, damit sie sich gegenseitig vertreten könnten – sowohl bei Krankheit als auch im Urlaub.

In Frankfurt finden laut einer Erhebung des Kinderschutzbunds aus dem Jahr 2016 fast die Hälfte der Frauen keine Hebamme, die sie und die Winzlinge nach der Geburt betreut. Eigentlich sollte die Koordinierungsstelle schon Mitte Januar eingerichtet sein. Gründe für die Verzögerung nennt Beate Menger, persönliche Referentin von Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) auf Nachfrage nicht. Wie lange es dauern wird, bis sich Frauen, die keine Nachsorgehebamme finden, tatsächlich an die Hebammen-Hotline wenden können, ist derzeit noch unklar. Vorrang hat nun zunächst, passende Mitarbeiterinnen für das Projekt zu finden, sagt Marcus Amberger. Die zukünftigen Verantwortlichen sollen mindestens fünf Jahre Berufserfahrung mitbringen.

Teil der Aufgaben der neuen Koordinationsstelle ist laut Stellenausschreibung auch die Akquise von Hebammen und die Vermittlung der anrufenden Frauen an kooperierende Hebammen für Hausbesuche.

Dass die Dr. Senckenbergische Stiftung Ausschreibung und Anstellung übernimmt, habe formale und juristische Gründe, so Amberger. Eigentlich soll für das Projekt einer Notfallbetreuung von jungen Müttern, die keine Nachsorgehebamme finden, ein Verein gegründet werden, betont Beate Menger. „Die Vereinsgründung war aber bisher nicht machbar“, so Menger. Und die Stadt könne die Stelle nicht selbst ausschreiben, weil die Hebammenversorgung keine städtische Aufgabe sei. Die Dr. Senckenbergische Stiftung wird laut Amberger das Projekt tragen, bis ein Verein gegründet ist.

Finanziert werden die Stellen von der Stadt und den Frankfurter Geburtskliniken. 30 000 Euro gibt es dafür pro Jahr im Budget des Gesundheitsamtes. Weitere 30 000 Euro sollen jährlich vom Klinikum Höchst, dem Nordwestkrankenhaus und dem Bürgerhospital kommen.

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