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Wer ins Frankfurter Impfzentrum will, braucht Geduld.
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Wer ins Frankfurter Impfzentrum will, braucht Geduld.

Corona-Krise

Frankfurt: Nachfrage nach Erstimpfungen nimmt deutlich zu

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Vor dem Frankfurter Impfzentrum bilden sich täglich lange Schlangen. Längere Öffnungszeiten sollen Abhilfe schaffen.

Frankfurt - Der Ablauf funktioniert reibungslos. „Haben Sie Personalausweis, Krankenkassenkarte und Impfpass dabei?“, fragt ein betont freundlich auftretender junger Mann. Alles dabei. Dann bitte kurz hier anstellen. Eine Minute später wird die Versichertenkarte eingelesen. Bitte weitergehen. Ein Arzt sitzt auf einem Hocker und will wissen, ob man Fragen zur Impfung habe. Nein, dann bitte in eine Impfkabine, einen Arm entblößen. Eine Frau kommt: „Jetzt pikst es kurz.“ Piks. Biontech im Oberarm. Noch einmal kurz anstellen, um den QR-Code für den digitalen Impfnachweis zu bekommen. Erledigt. In nur 20 Minuten.

Dieser Vorgang spielt sich mittlerweile mehrere Hundert Mal an den sieben Standorten der Impfpraxis Frankfurt ab. Das Angebot, für das im Internet der Arzt Saqib Cheema verantwortlich zeichnet, galt vor zwei Wochen noch als Geheimtipp in der Stadt. Als eine Alternative für Menschen, die nicht am Impfzentrum an der Messe anstehen wollen und bei Hausarzt oder Hausärztin keinen Termin bekommen. Die Impfpraxis bot Termine im Internet an – auch für Boosterimpfungen, wenn die zweite Spritze noch nicht sechs Monate zurückliegt. Doch wie es so ist mit Geheimtipps in Krisenzeiten: Sie sprechen sich herum. Und so sind am Dienstagmittag nur noch sehr vereinzelt Termine erhältlich. In Kürze seien wieder welche verfügbar, steht auf der Seite.

Corona-Impfung in Frankfurt: Menschen stehen vorm Impfzentrum Schlange

Derweil im Impfzentrum – oder besser gesagt: vor dem Impfzentrum – an der Messe: Schon am Vormittag stehen Leute an, dabei öffnet die Einrichtung erst um 12 Uhr. Doch mittags und vor allem am frühen Abend werden die Schlangen lang und länger. Am Wochenende war es besonders extrem. In den sozialen Medien waren Bilder von wartenden Menschen zu sehen mit der Bemerkung, die Leute stünden einmal rund ums Messegelände an. Das stimmte natürlich nicht, aber tatsächlich musste man mit zwei, drei, vereinzelt sogar vier Stunden Wartezeit rechnen. Wobei der Sicherheitsdienst alte und gebrechliche Leute aus der Schlange holte und direkt zur Anmeldung in der Messehalle 1 brachte, wie Kirsten Gerstner, Referentin von Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne), berichtet.

Bei allen Unannehmlichkeiten für die Einzelnen: Den großen Andrang nimmt man im Gesundheitsdezernat erfreut zur Kenntnis. Zuletzt setzten die Mediziner:innen in der Messehalle bis zu 10.000 Spritzen pro Woche. Hinzu kamen 3000 Impfungen durch mobile Teams. Und was besonders hilfreich sein könnte: Es werden eben nicht nur Boosterimpfungen gesetzt, die die Stadt nach Stiko-Empfehlung anbietet (ab 18 Jahren, sechs Monate nach Zweitimpfung). Pro Tag erfolgen auch zwischen 500 und 550 Erstimpfungen. „2G wirkt sich auf die Impfmotivation aus“, sagt Kirsten Gerstner.

Corona-Impfung in Frankfurt: Personal ist knapp

Um die Zahl der täglich verabreichten Spitzen weiter zu steigern, werden die Öffnungszeiten im Impfzentrum verlängert. So steht am Samstag und Sonntag, 27. und 28. November, ein „Covid-19-Impf-Aktionswochenende“ an – so lautet der offizielle Titel, den das Gesundheitsamt gewählt hat. Die Messehalle wird an beiden Tagen von 7 bis 21 Uhr geöffnet bleiben. Vom 1. Dezember an sollen diese Öffnungszeiten bis auf weiteres täglich gelten. Ziel ist es laut Gerstner, bis zu 2000 Impfungen pro Tag in der Messehalle anzubieten und die Wartezeiten zumindest zu reduzieren.

Ob das Gesundheitsamt die Kapazitäten im Impfzentrum noch weiter erhöhen kann, ist offen. Für weitere Impfstraßen bräuchte es mehr Platz, aber dieses Problem ließe sich mit der Messe zusammen vermutlich lösen, sagt Gerstner. Vor allem aber „ist eine Ausweitung auch eine Frage des Personals und derzeit suchen alle Personal fürs Impfen“, sagt Gesundheitsdezernent Majer, der zudem darauf hinweist, dass an der Messe nicht nur Frankfurter:innen geimpft würden: „Aufgrund der momentan noch begrenzten Kapazitäten im Umland übernehmen wir außerdem die Impfung für viele Menschen aus der Region, die alle nach Frankfurt zum Impfen drängen.“

Corona-Impfungen

Die Impfangebote der Stadt finden sich auf frankfurt.de/sonderimpfaktionen

Fest steht derweil, dass der Impf-Express von nächstem Montag an wieder durch Frankfurt fahren wird. Dabei handelt es sich um zwei Straßenbahnen, in denen Beschäftigte des DRK impfen. Eine Linie verkehrt zwischen Louisa und Höchst, die andere fährt von Ginnheim aus in die Innenstadt und weiter nach Preungesheim. Das Ende des Angebots ist für den 12. Dezember vorgesehen. (Georg Leppert)

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