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Frankfurt: Nachfrage bei Hochhäusern schwächt ab

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Von: Oliver Teutsch

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Das Hochhaus Grand Tower vom benachbarten Eden aus gesehen.
Das Hochhaus Grand Tower vom benachbarten Eden aus gesehen. © Monika Müller

Doch reine Wohntürme sind keine gute Wahl, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Sozial geförderte Wohnungen in zwei Türmen.

Der neue Hochhausrahmenplan der Stadt Frankfurt lässt weiter auf sich warten. Er sei noch „in der Beratung“, sagt Marcus Gwechenberger, Referent von Planungsdezernent Mike Josef. Ursprünglich sollte das Konzeptpapier, das vorgibt, wo in der Stadt noch Hochhäuser gebaut werden dürfen, schon im Frühjahr vorgestellt werden.

Der Rahmenplan schreibt zunächst nicht die Art der Nutzung in den einzelnen Hochhäusern vor. Eine Analyse habe aber ergeben, dass der Bedarf an reinen Wohnhochhäusern in Frankfurt nicht mehr sehr groß sei, so Gwechenberger. Zwar sind die Luxuswohnungen in den Wohntürmen T3 in der Junghofstraße und im Grand Tower am Güterplatz gefragt, allerdings liegen diese auch sehr zentral, was Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichen Nahverkehr angeht.

„Wir brauchen in Frankfurt vor allem bezahlbaren Wohnraum“, bekräftigt Gwechenberger. Dieser aber sei in reinen Wohntürmen kaum zu finanzieren. Denn die Baukosten für Wohntürme sind hoch. Gwechenberger führt die sogenannten Sprungkosten an, weil etwa Haustechnik und Statikplanungen in Hochhäusern aufwendiger sind. Auch in die Fassade muss mehr Geld investiert werden, schon ein einfacher Anstrich in schwindelnder Höhe verschlinge Unsummen. Wohnungen in Hochhäusern sind also nicht die Lösung, um den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Frankfurt zu beheben.

Hybridnutzung sinnvoller

Neben dem fast fertigen Wohnturm Eden entstehen in den kommenden Jahren noch drei weitere Wohntürme. Am Hafentunnel ist das Wohnhochhaus Icoon geplant. In den Stockwerken eins bis sieben entstehen 165 sozial geförderte Wohnungen, vom neunten bis zum 22. Eigentumswohnungen.

Auch in einem der beiden Wohntürme, die bis 2024 in der Junghofstraße im Rahmen des Projekts Frankfurt Four fertiggestellt werden sollen, wird es zu 30 Prozent geförderten Wohnraum geben.

Beide Türme in der Junghofstraße sind aber keine reinen Wohnhochhäuser, sondern beherbergen auch Hotels oder Büros. Solch eine „Hybridnutzung“ sei aus städtebaulicher Sicht sinnvoller, sagt Gwechenberger. Die Stadt selbst setzt bei der Entwicklung neuer Quartiere aber eher auf Mehrfamilienhäuser, da dort anteilig mehr finanzierbarer Wohnraum für die Allgemeinheit möglich sei.

Verbieten kann und wird die Stadt reine Wohnhochhäuser generell aber wohl nicht. „Wir werden das projektbezogen prüfen“, so Gwechenberger. Allzu groß scheint das Bedürfnis auf Investorenseite aber ohnehin nicht mehr zu sein. Einst geplante reine Wohntürme wie der Porsche Design Tower im Europaviertel und der Riverpark Tower im Gallus wurden auf Eis gelegt oder umgewidmet.

Wohnhochhäuser sind teuer im Bau, auch die Außenfassaden müssen der Witterung lange standhalten.
Wohnhochhäuser sind teuer im Bau, auch die Außenfassaden müssen der Witterung lange standhalten. © Monika Müller

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