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Frankfurt: Nach Corona spürt Fraport wieder Aufwind

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Von: Jutta Rippegather

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Die Start- und Landbahn am Frankfurter Flughafen.
Die Start- und Landbahn am Frankfurter Flughafen. © Renate Hoyer

Die Flughafenbetreiberin schreibt wieder schwarze Zahlen und sucht Personal. Reisende müssen mit Wartezeiten zur Hauptsaison rechnen.

Es geht wieder aufwärts für Fraport: auf dem Vorfeld, wo im vergangenen Jahr wieder mehr Flugzeuge in die Luft gingen, als im Super-Lockdownjahr 2020. Und finanziell - nicht zuletzt dank Ausgleichszahlungen und staatlicher Kompensationen in Höhe von 320 Millionen Euro. Corona habe zwar auch das abgelaufene Geschäftsjahr geprägt, dennoch habe der Konzern seinen Umsatz und das operative Ergebnis deutlich gegenüber dem Vorjahr gesteigert, teilte Vorstandsvorsitzender Stefan Schulte am Dienstag in Frankfurt mit.

Das Konzernergebnis lag demnach zum Jahresende bei 91,8 Millionen Euro. Im Jahr 2019 waren es minus 690,4 Millionen Euro. Verantwortlich ist auch der starke Personalabbau. 4300 Beschäftigte weniger stehen auf der Payroll als vor zwei Jahren. Das sind so viele, dass der Konzern jetzt wieder Leute sucht, um den wachsenden Flugverkehr managen zu können, der in den Ferienzeiten das Vorkrisenniveau erreichen könnte, so Schulte. Vor allem bei den Bodenverkehrsdiensten herrsche Mangel. 100 neue Leute würden dort aktuell pro Monat neu eingestellt. Der Arbeitsmarkt sei leergefegt, sagte der Vorstandschef und stimmte die Reisenden auf längere Wartezeiten zur Hauptsaison ein. Bedarf gebe es zudem bei Ingenieuren, Technikern, IT-Fachkräften.

Schulte gab sich optimistisch. Die Arbeitsprozesse seien gestrafft worden. Steigende Fluggastzahlen zum Jahresanfang bestätigten, dass Geschäftsreisen weiterhin gefragt seien. Flugurlaube ebenso. „Die Bürgerinnen und Bürger lernen mit der Pandemie umzugehen.“ Der Sommerflugplan verzeichne bereits 80 Prozent dessen, was vor der Pandemie am Rhein-Main-Airport los war.

Dass die irische Airline Ryanair im April ihre Basis in Frankfurt aus Kostengründen schließen wolle, sei zwar bedauerlich. Doch es gebe neue Airlines, die zumindest teilweise die Lücke füllten. „Zu guten Zeiten“ seien drei bis dreieinhalb Prozent der Passagiere in Frankfurt mit einem Ryanair-Ticket unterwegs gewesen. „Der Verlust ist deutlich geringer.“

Mit 1,4 Prozent liege auch die Zahl der russischen Gäste, die wegen Putins Krieg nicht mehr in Frankfurt ankommen oder abfliegen, im einstelligen Bereich. Finanziell gravierender könnte sich der Konflikt in der Ukraine auf das Engagement Fraports am Flughafen Antalya auswirken. Mit bis zu 50 Millionen Euro weniger sei im Ergebnis für 2022 zu rechnen. Die Türkei gilt in Russland und der Ukraine als beliebtes Reiseland. Schulte stellte nochmals klar, dass er die 25-prozentige Geschäftsbeteiligung am Flughafen St. Petersburg nicht abschreiben werde. Das gebiete das Aktienrecht und es wäre doch „pervers“, einem Land auch noch Geld oder Vermögen zu schenken, das einen Krieg begonnen habe.

Der Bau des neuen Terminals 3 sei im Zeitplan. Als Erstes werde in wenigen Wochen Flugsteig G fertig und dann in einen „ruhenden Zustand überführt“, was einen „einstelligen Millionenbetrag“ pro Jahr kosten werde. Ein kleines Team werde dort sicherstellen, dass innerhalb von zwölf Monaten die Inbetriebnahme erfolgen könne. Sollte es keine überstarke Passagiernachfrage geben, solle der Flugsteig mit dem gesamten Terminal 2026 öffnen.

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