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Die Ausstellung "Contemporary Muslim Fashions" in Frankfurt.

Kultur

„Muslim Fashion“ im MAK: Mit den Grenzen der Toleranz konfrontiert

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Das Stadtparlament diskutiert über die Ausstellung „Muslim Fashion“  im Museum für Angewandte Kunst.

Es ist eine nachdenkliche Debatte auf einem Niveau, wie es selten geworden ist im Frankfurter Stadtparlament. Die Stadtverordneten arbeiten politisch die umstrittene Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ im Museum für Angewandte Kunst (MAK) auf – sie hat bundesweit zu Kontroversen geführt und dem MAK die ersten verschärften Personenkontrollen eingebracht.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) berichtet darüber, wie sie mit drei anderen Frauen der Stadtregierung die Schau besucht habe. Mit Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und der ehrenamtlichen Stadträtin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne). „Grundsätzlich begrüße ich diese Ausstellung – sie handelt tatsächlich von Mode und konfrontiert uns mit den eigenen Grenzen der Toleranz.“

Und die Kulturdezernentin fügt hinzu: „Wir müssen akzeptieren, dass die Welt größer ist, als wir gestern noch dachten.“ Das bedeute „kein Statement für ein Kopftuch in deutschen Schulen“. Man dürfe aber „muslimische Frauen und Mädchen nicht in Klischees pressen“.

Grüner widerspricht, CDU und Linke stimmen Ina Hartwig bei

Scharf widerspricht der Grüne Uwe Paulsen. Er spricht von einer „Zwangsbekleidung von Frauen“,die im MAK gezeigt werde. Die Realität in muslimischen Ländern sei brutal, den Frauen drohten „drakonische Strafen“, wenn sie sich nicht verhüllten. Paulsen verliest Beispiele von Peitschenhieben und Haft. Davon sei im MAK nichts zu sehen: „Es spricht vieles gegen diese Ausstellung.“ 

Doch CDU und Linke pflichten Hartwig bei. „Diese Ausstellung muss sein“, urteilt der kulturpolitische Sprecher der CDU, Thomas Dürbeck, sie zeige sogar „Lebensfreude“. Junge muslimische Frauen sähen das Tragen eines Kopftuches als „emanzipatorischen Akt“, sagt Linken-Fraktionschef Martin Kliehm.

Die Sozialdemokratin Milkica Romic-Stojanovic spricht aus, was einige gar nicht hören wollen: „Fakt ist, dass es Frauen gibt, die gerne ein Kopftuch tragen.“ Diese Frauen dürfe man nicht stigmatisieren.

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