Musikalische Begegnungen ohne Worte und ohne Applaus.  
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Musikalische Begegnungen ohne Worte und ohne Applaus. 1:1 Concerts/Astis krause

1:1-Concerts

Frankfurt: Musikalisches Blind Date mit Künstlern

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
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Die Oper Frankfurt lädt in Museen zu Eins-zu-eins-Begegnungen zwischen Musikern und Zuhörern ein.

Zu einem Blind Date der besonderen Art lädt die Oper Frankfurt ein. Bei den 1:1-Concerts, die Mitglieder des Opern- und Museumsorchesters im Juni und in der ersten Juliwoche in Museen geben, trifft ein Hörer in einer zehnminütigen Eins-zu-eins-Begegnung auf eine Musikerin oder einen Musiker, ohne vorher zu wissen, welches Instrument und welche Musik diese oder dieser für ihn spielen wird. Worte dürfen bei diesem ungewöhnlichen Konzertformat nicht ausgetauscht werden und auch Applaus ist nicht erlaubt.

Die 1:1-Concerts der Oper Frankfurt werden im Juni und in der ersten Juliwoche in Frankfurter Museen ange- boten. Die nächsten Termine sind für Dienstag, 9. Juni, im Hindemith-Kabinett im Kuhhirtenturm, und für Freitag, 12. Juni, im Deutschen Architekturmuseum sowie im Deutschen Filmmuseum angekündigt. Die Zahl der Konzerte wird je nach Anklang wachsen.  


Konzerte lassen sich per E-Mail buchen: Marketing.Oper@buehnen-frankfurt.de

Die Konzerte sind eigentlich kostenlos , doch die Zuhörer werden gebeten, mit einer Spende freischaffenden Musikerinnen und Musikern zu helfen. Spendenkonto: Deutsche Orchester-Stiftung, Kennwort: 1_1Concerts Frankfurt, IBAN: DE35 1004 0000 0114 1514 05, BIC: COBADEFFXXX.

Wer einen Termin für ein 1:1-Concert gebucht hat, wird an dem entsprechenden Tag und der für ihn reservierten Uhrzeit von einem Museumsmitarbeiter in den Saal gebracht, in dem die Musikerin oder der Musiker wartet. Beide Parteien sitzen sich dann in einem zum Schutz vor Covid-19 notwendigen Sicherheitsabstand schweigend gegenüber, bis die Musik nach einem kurzen Blickkontakt beginnt. „Das ist für beide Seiten eine ungewöhnliche Erfahrung, die Nähe trotz Distanz zulässt“, sagt Achim Sieben, persönlicher Referent des Opern-Intendanten Bernd Loebe.

Die Oper greift damit auf Anregung des Cellisten Bogdan Michael Kisch ein Konzertformat auf, das die Flötistin Stephanie Winker, Professorin an der Frankfurter Musikhochschule, zusammen mit anderen Kollegen für das Kammermusikfestival „Sommerkonzerte Volkenroda“ entwickelt hat und das schon in einigen Städten angeboten wurde.

Im Unterschied zu anderen Städten entschieden sich die Frankfurter jedoch, nicht in Gärten oder Privathäusern zu spielen. Um inspirierende Orte für die 1:1-Concerts zu finden, sprach die Oper die Museen an und die Resonanz war groß. Ob Städel, Architekturmuseum oder Eintracht-Frankfurt-Museum: Viele Häuser erklärten sich sofort bereit, ihre Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Es sei toll, wie sich durch die Zusammenarbeit der Kulturinstitutionen in der Stadt interessante Projekte und Formate realisieren ließen, sagt Sieben.

Für die Musikerinnen und Musiker des Opern-Orchesters bieten die 1:1-Concerts die Gelegenheit, für ein Publikum spielen zu können; gemeinsam auftreten oder proben dürfen sie derzeit nicht. Darüber hinaus helfen sie mit ihrem Spiel freischaffenden Kollegen, die von der Corona-Krise finanziell hart getroffen worden sind. Die Konzerte sind zwar kostenlos, die Oper bittet die Zuhörer aber um Spenden für den Nothilfefonds unter dem Dach der Deutschen Orchester-Stiftung.

Das musikalische Blind Date in den Museen endet übrigens nicht im Unbekannten. Am Ende des Konzerts erhält der Zuhörer einen Zettel, auf dem steht, was die Musikerin oder der Musiker für ihn gespielt hat.

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