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Die Stände am Mainufer stehen schon für die Festivitäten bereit.

MUF

Frankfurter Museumsuferfest geht los

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Die große Sause am Mainufer sorgt für viel Arbeit und Müll. Dafür erwartet die Besucher ein buntes Programm.

Am Main herrscht geschäftiges Treiben. Hunderte Menschen sind dabei, die letzten Vorbereitungen für das bevorstehende Museumsuferfest zu treffen: Vom Eisernen Steg bis zur Friedensbrücke und von da bis in die Stadt werden Verkaufsstände für Essen und Trinken eingerichtet und bestückt, ein Kran hebt einen Container auf die Wiese am Ufer, kleine und größere Bühnen werden aufgebaut, und auch die Museen bereiten sich auf ihr Programm vor.

„Die Organisation für das Fest ist fast am Rande des Machbaren“, sagt Kurt Stroscher von der Tourismus- und Congress-GmbH, der für das „Muf“, wie es liebevoll genannt wird, verantwortlich ist. Den großen Einsatz des Organisationsteams spiegelt auch das vielfältige Angebot wider: 25 Museen, 16 Bühnen, rund 500 weitere Stände und damit knapp 550 Einzelveranstaltungen. Für sieben Euro kann man den Museumsuferfest-Button erwerben, mit dem Besucherinnen und Besucher an den drei Tagen umsonst in die Museen gelangen.

Dahinter stehe ein riesiger organisatorischer Aufwand, erklärt Stroscher. „Im Prinzip ist die Vorbereitung ein Ganzjahresprozess. Wir beginnen nach Ende dieses Festes schon für das nächste Jahr zu planen.“ Als die Tourismus- und Congress-GmbH das Fest 1997 übernahm, hätten er und sein Team die damals noch etwas kleinere Veranstaltung in nur drei Monaten von null auf hundert organisieren müssen. „Das war schon damals fast unmöglich, und heute wäre es das. Ich habe drei Monate am Stück fast jeden Tag zwölf bis sechzehn Stunden gearbeitet“, erzählt er.

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Seit Montag sitzt Stroscher mit seinem zwölfköpfigen Team in der Schaltzentrale unterhalb der Untermainbrücke, überwacht die Aufbauarbeiten und klärt allerlei organisatorische Fragen. Das provisorische Büro ist ausgestattet mit Telefonen und Computern, die extra für die Woche dorthin transportiert wurden. „Insgesamt sind bestimmt mehrere Tausend Leute jedes Jahr im Einsatz – eine Armada von Dienstleistern, die sich um Sicherheit, Müll, Aufbau und so weiter kümmern“, sagt Stroscher, der schon seit mehr als 30 Jahren Feste in und um Frankfurt organisiert.

Insgesamt werden an den drei Tagen rund zwei Millionen Besucher erwartet. Da darf das Sicherheitskonzept nicht fehlen: Vor Ort sind die Polizei, ein privater Ordnungsdienst und die Feuerwehr. Zudem gibt es Erste-Hilfe-Stationen, ein Wasserrettungsteam, Notstrom- und eine Lautsprecheranlage, mit denen Durchsagen auf dem gesamten Festgelände gemacht werden können. Weiterhin werden einige Straßenzüge gesperrt.

Zu den letzten Arbeiten gehört auch das Putzen der Scheiben.

Ob man in Zeiten von Fridays for Future denn ein solches Fest noch verantworten kann? „Wenn wir wirklich umweltfreundlich sein wollen, müssten wir es komplett absagen“, sagt Stroscher. Bei solch einem Besucheransturm entsteht in der Regel immer viel Abfall. Doch schon seit 1997 versuche er, die Müllmassen einzugrenzen. „Wir arbeiten strikt nach dem Konzept der Müllvermeidung und natürlich auch Mülltrennung.“ Essen, das man aus der Hand zu sich nehmen kann, soll nur mit Servietten ausgegeben werden, und auf Getränke, die es nur in Dosen gibt, müssten die Standinhaber grundsätzlich Pfand erheben, damit diese wieder zurückkämen. Und Kurt Stroscher setzt sich beispielsweise auch dafür ein, dass ausschließlich Mehrweggeschirr verwendet wird.

Im Besucherbereich sei Mülltrennung jedoch nicht praktikabel. Das sei zwar schon ausprobiert worden, habe aber wenig gebracht. Damit der Müll nicht auf dem Boden landet, stehen überall Mülltonnen, und die Frankfurter Fußwegreinigung ist rund um die Uhr unterwegs.

Vermeiden lässt sich auch die Umweltverschmutzung durch das Abschlussfeuerwerk nicht. Das sei Highlight des Jahres und bereite den Menschen eine ganz besondere Freude, meint Stroscher. Es ausfallen zu lassen, komme nicht infrage. „Da sind Profis am Werk. Außerdem ist der Main eine Frischluftschneise, so dass der Feinstaub schnell wieder weg ist.“

Die Band „Rumple Deluxe“ auf der Feinstaubbühne beim Museumsuferfest 2018. 

Nicht nur das Feuerwerk wird knallbunt sein, sondern auch das Programm: von bildender Kunst bis zu Musik, von Museen bis zur Partymeile und von Apfelwein bis zu exotischem Essen. „Das Schöne und Spannende an diesem Fest ist, dass hier alles verbunden ist. Es gibt eine ungemeine Vielfalt an Dingen, die man erleben kann.“ Das Museumsuferfest sei exotisch und multikulturell, manchmal traditionell und manchmal eben nicht. Es gebe für jeden, egal ob jung oder alt, ob arm oder reich, etwas zu entdecken.

Stroscher selbst wird von dem Trubel nicht viel mitbekommen. Er wird die meiste Zeit mit seinem Team in der Schaltzentrale sein, um über das Fest zu wachen. Da bleibt wenig Zeit, um am Main zu flanieren. Die Woche über seien seine Arbeitszeiten noch halbwegs human gewesen.

„Am Festwochenende selbst kann es dann schon sein, dass ich von morgens bis spät in die Nacht im Einsatz bin“, sagt er. „Aber das Schöne ist, dass das Fest angenommen wird und man gute Resonanz bekommt. Man macht so ein Fest ja schließlich für die Menschen.“

Und manchmal, wenn er zwischendrin doch mal ein bisschen Zeit habe, erzählt er, gehe er auch mal raus aufs Gelände, spaziere ein paar Meter am Main entlang und höre sich an, was die Leute über das Fest sagen.

Das Museumsuferfest in Frankfurt

Das Fest erstreckt sich zwischen dem Eisernem Steg und der Friedensbrücke über beide Mainufer. 

Am Freitag (23. August 2019) geht es los um 15 Uhr, es ist bis 1 Uhr geöffnet. Die offizielle Eröffnung mit Oberbürgermeister Feldmann ist um 17 Uhr auf den Treppen vor dem Historischen Museum. Am Samstag kann man von 11 bis 1 Uhr an den Mainufern entlangschlendern und feiern. Am Sonntag ist das Fest von 11 Uhr bis Mitternacht geöffnet. 

Das MUF-Feuerwerk

Das Abschlussfeuerwerk am Mainufer kann man am Samstag um 22 Uhr bestaunen. 

Straßensperrungen wegen des Museumsuferfestes

Sperrungen gibt es auf dem Schaumainkai (zwischen Schulstraße und Schaubstraße), am südlichen Mainufer (zwischen der Friedensbrücke und der Alten Brücke) und auf der Untermainbrücke (Sperrung für Individualverkehr). 

Museumsuferfest - Eintritt, Programm, Infos

Die Museumsuferfestbuttons gibt es für 7 Euro in den teilnehmenden Museen, an der Tourist Information am Römer und am Hauptbahnhof zu kaufen. 

Weitere Informationen und das Programm gibt es unter museumsuferfest.de

Museumsuferfest Frankfurt: Das sind die Programm-Highlights

Auf der Aquiles Denkbar Bühne, die auf der städtischen Mainuferseite zwischen Untermainbrücke und dem Holbeinsteg zu finden ist, geht es vielfältig zu. Organisiert von der Aquiles Denkbar und dieses Jahr zum ersten Mal dabei, kann man sich hier vor allem auf Musik, aber auch auf Comedy und Kabarett auf der Bühne freuen. Die Musikrichtungen reichen von Folk über Blues und Country bis hin zu kubanischer Musik.

Das zehnte Duckrace des Lions Club wird dafür sorgen, dass der Main gelb wird, wenn am Sonntag um 15.15 Uhr bis zu 5000 gelbe Plastikenten darauf rund 100 Meter schwimmen werden. Der Lions Club organisiert zum zehnten mal das Duckrace. Jeder der mag, kann für fünf Euro Pate einer Ente werden und dabei sogar eine Flugreise auf die Malediven oder andere Preise gewinnen. Mit der Aktion wird das „Projekt Schmetterling – Mit der Diagnose Krebs hin zum Leben“ unterstützt.

Der Neuling Portikus, das auf der Maininsel an der Alten Brücke gelegene Museum, ist in diesem Jahr das erste Mal mit dabei. Im Portikus gibt es täglich von 11 Uhr bis 18 Uhr eine Ausstellung der kuwaitisch-puerto-ricanischen Künstlerin Alia Farid zu sehen. Diese recherchebasierte Ausstellung beschäftigt sich mit der Zerstörung der Sümpfe im irakischen Basra und mit der Vertreibung der dortigen Einwohner.

Die Wiese am Sachsenhäuser Mainufer zwischen Friedensbrücke und Holbeinsteg verwandeln der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Frankfurt und der Kunstverein Freigehege in eine Kunstwiese, um Workshops anzubieten und Ausstellungen zu zeigen: Zeichnungen, Skulpturen, Malereien, Acrylarbeiten, Fotografie sowie Vorführungen in Bildhauerei, von Nassplatten-Fotografie bis zur Ölfarbenmalerei – und noch vieles mehr.

Auf der Feinstaub- und Tiefengrundbühne gibt es was auf die Ohren. Zwei Bühnen, 36 Bands: Die beiden Musikläden Feinstaub und Tiefengrund aus dem Frankfurter Nordend sind ebenfalls wieder auf dem Museumsuferfest vertreten – und das schon zum zehnten Mal. Auch hier ist das Programm der Bands bunt gemischt: unter anderem Elektro, (Hard)Rock, Metal, Alternative, Indie und Punk. 

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