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Sicherheit spielt auf dem Museumsuferfest eine immer größere Rolle.

Museumsuferfest

Defizit wegen Sicherheit

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Museumsuferfest seit 2016 nicht mehr kostendeckend.

Das Museumsuferfest kann nicht mehr mit Gewinn betrieben werden. Diese Ansicht vertrat Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress GmbH, im Gespräch mit der FR. Der erfahrene Manager verwies auf die Kosten der verstärkten Sicherheitsvorkehrungen des von zwei Millionen Menschen besuchten Events. Nach dem verheerenden Terroranschlag von Nizza im Jahr 2016, bei dem ein Attentäter auf der belebten Uferpromenade mit einem Lastwagen 87 Menschen getötet hatte, seien die Anforderungen auch in Frankfurt stark gestiegen.

Wie Feda sagte, ist das Museumsuferfest deshalb seit dem Jahr 2016 defizitär. Der Geschäftsführer wollte der FR keine genauen Zahlen nennen. Er sagte aber, die Kosten hätten in diesem Jahr bei einem hohen sechsstelligen Betrag gelegen. Den Fehlbetrag bezifferte er auf eine niedrige sechsstellige Summe.

Nach dem Terroranschlag von Nizza habe die Stadt nach und nach rund 200 große Betonquader angeschafft, um zu verhindern, das Lastwagen auf das südliche Mainufer vordringen können. Zudem sei eine Notbeleuchtung installiert worden. Auch wenn wegen eines Anschlags der Strom ausfalle, könne die Beleuchtung des Ufers durch Notstromaggregate sichergestellt werden.

Als dritten Punkt, der erhebliche Kosten verursacht habe, nannte Feda eine „Notfallbeschallung“ des gesamten Festes entlang des südlichen Mainufers. Durch zahlreiche zusätzliche Lautsprechertürme habe man erreicht, dass Durchsagen der Polizei und der Sicherheitsbehörden im gesamten Festbereich zu verstehen seien. Und schließlich hat die Stadt nach den Worten des Geschäftsführers auch die Zahl der Stände reduziert. Dadurch seien zusätzliche Fluchtwege für die Menschen entstanden. Nach dem Terroranschlag von Nizza hält die Kommune während des Museumsuferfestes auch wesentlich mehr Ärzte und Sanitäter in Bereitschaft, um gewappnet zu sein.

Auch das koste natürlich Geld. Feda sagte in dem Gespräch mit der FR, das Defizit des Museumsuferfestes werde im Aufsichtsrat der Tourismus- und Congress GmbH „von der Politik getragen“. Die Gesellschaft gleiche den Fehlbetrag aus ihrem Etat aus und müsse dafür an anderer Stelle sparen.

Der Geschäftsführer führte auch an, dass die Stadt die Mieten für die Stände des Festes mehrfach erhöht habe. Dieser Weg sei nun ausgereizt. Für den Tourismusmanager bleibt das Museumsuferfest „unser wichtigstes Fest“. Für das Image der Stadt leiste es einen unverzichtbaren Beitrag.

Feda verteidigte auch das Auftreten von Automobilkonzernen an der Festmeile. So hatten verschiedene Hersteller im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt im September sogar ihre Fahrzeuge präsentieren dürfen.

Nach den Worten des Geschäftsführers sind die Autokonzerne wichtige Sponsoren für das Museumsuferfest.

Von Claus-Jürgen Göpfert

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