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Peter Cachola Schmal, Leiter des Architekturmuseums.

Vorfall

Museumsdirektor Schmal angegriffen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Ein Beisitzer der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus hat Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums, ins Gesicht geschlagen.

Nach einem tätlichen Angriff auf Peter Cachola Schmal, den Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM), und einen DAM-Mitarbeiter wurde Anzeige gegen einen Aktivisten der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus gestellt. Die Strafanzeige lautet auf Hausfriedensbruch und Körperverletzung.

Wie Peter Cachola Schmal mitteilte, habe sich ein Mann, der als Matthias Müntze, Beisitzer der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus, identifiziert werden konnte, am Dienstagabend Zutritt zum Architekturmuseum verschafft. Er habe behauptet, er sei Tontechniker. Im DAM lief ein Livestream mit Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) zum Thema „Offene Bühnen – Öffentliche Räume“ über die Städtischen Bühnen. Die Veranstaltung war ohne Publikum und wurde im Internet übertragen. Auf die Aufforderung des DAM-Mitarbeiters, das Gebäude zu verlassen, sei Müntze handgreiflich geworden. Er habe gebissen, mit einem Gegenstand geschlagen und den Mitarbeiter an der Hand verletzt. Müntzes Angriff auf ihn schilderte Schmal so: „Als Direktor des Hauses erteilte ich ihm Hausverbot. Daraufhin griff er mich an, riss mir die Maske vom Gesicht und schlug mich.“ Die Szene ist in einem Kurzvideo auf Facebook zu sehen.

Schmal sprach von einer „strategisch geplanten Aktion“, an der auch Hans-Georg Oeter (BFF), Mitglied im Ortsbeirat 3, sowie ein Kameramann beteiligt gewesen sein sollen. Der 84 Jahre alte Oeter sagte der Frankfurter Rundschau auf Anfrage, er sei „als Zeuge zufällig anwesend“ gewesen. „Ich habe mit der Aktion nichts zu tun.“ Mathias Mund, Fraktionsvorsitzender der BFF, verurteilte die Tat. Müntze stehe „in keinerlei Beziehung“ zur BFF. Müntze war auf Anfrage nicht persönlich zu erreichen. Die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus teilte mit, sie habe Müntze kontaktiert und ihn gebeten, bis zur Klärung des Vorfalls sein Amt als Beisitzer ruhen zu lassen. Dem sei er nachgekommen. Die Tat werde bei einer Vorstandssitzung thematisiert.

Die Aktionsgemeinschaft lehne Gewalt ab. Müntze sei als Privatmann bei der Bühnen-Veranstaltung im DAM gewesen. Der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig warf die Aktionsgemeinschaft eine „Radikalisierung“ vor, weil sie gegen eine Rekonstruktion des alten Schauspielhauses sei und einen Architektenwettbewerb für die Neubaulösung am Willy-Brandt-Platz befürworte. Der Frankfurter SPD-Chef Mike Josef entgegnete, dies sei eine „infame Täter-Opfer-Verdrehung“: „Die Schuld liegt bei der Initiative und bei der sie unterstützenden BFF.“ Ina Hartwig sagte: „Ich verurteile diesen Vorfall aufs Schärfste. Gewalt hat in unseren Museen keinen Platz. Unsere Häuser sind offene Debattenorte und stehen für die Pluralität unserer Gesellschaft.“

Der Vorfall sei nicht der einzige in jüngster Zeit gewesen. Anfang der Woche wurde ein Farbanschlag auf das Weltkulturen-Museum verübt. Es sei erschreckend, dass binnen weniger Tage zwei Frankfurter Museen zur Zielscheibe gewalttätiger Aktionen geworden seien, sagte sie. Die Vorfälle seien Angriffe auf die demokratische Gesellschaft. „Kritische Meinungsäußerungen sind erwünscht, Hassparolen, Gewalt und Drohungen sind dagegen nicht tolerabel.“

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