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Dorothee Linnemann am Scanner in der Grafischen Sammlung des Historischen Museums.

Kultur

Museen treiben Digitalisierung voran

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Stadt hat einen Hochleistungsscanner gekauft, der pro Tag Hunderte Objekte digitalisieren kann. Unsichtbare Archivbestände sollen so zugänglich werden.

Die städtischen Museen wollen ihre Sammlungen weiter digitalisieren. Zu diesem Zweck hat die Stadt für 72 000 Euro einen Hochleistungsscanner gekauft. Das Modell des Herstellers Walter Nagel heißt „Suprascan Quartz A1“. Es steht in der Grafischen Sammlung des Historischen Museums.

Mit dem Gerät könnten in einer Stunde etwa 40 Objekte digitalisiert werden, sagte Dorothee Linnemann vom Historischen Museum Frankfurt. Also Hunderte Objekte am Tag. Das Museum verfüge über eine Sammlung von rund 630 000 Objekteinheiten, ergänzte Museumsdirektor Jan Gerchow. In den Objekteinheiten, die unter anderem in den Schubladen der Grafischen Sammlung lagern, seien teilweise mehrere Objekte, so dass das Museum „wahrscheinlich über eine Million Dinge“ in der Sammlung habe, sagte er.

Schon in den 1990er Jahren habe das Museum mit der Digitalisierung begonnen, damals mit „selbstgebastelten Computerprogrammen“. Rund 170 000 Datensätze lägen vor. Diese seien aber nicht vollständig, so fehlten etwa Bilder. Rund 5500 Datensätze seien nutzbar. „Es ist die Pflicht von Einrichtungen, die das Kulturerbe bewahren, Sammlungen auch öffentlich zugänglich zu machen“, sagte er. Derzeit müssten bei Anfragen, unter anderem aus der Wissenschaft, die Gegenstände aus der Sammlung händisch „ausgehoben“ werden, um sie zu fotografieren und die Informationen weiterzuleiten. Das binde Arbeitskraft und sei bei wiederholter Nutzung nicht gut für die Gegenstände. Diese sind teilweise mehrere Hundert Jahre alt.

Mit dem Scanner könnten kleine und große Formate, auch Plakate bis zu einer Größe von DIN A1, digitalisiert werden, bekräftigte Gerchow. Als nächstes werde ein Konvolut digitalisiert – mit 25 000 Postkarten aus Frankfurt vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre.

Die Digitalisierung ermögliche einen Bedeutungszuwachs der Sammlungen, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). „Aus der Unsichtbarkeit der Archive stellen wir eine Sichtbarkeit her.“ Das sei unter anderem relevant für die jüngere Generation, die mit digitalen Medien aufgewachsen sei. Die Museen stellten so eine Bindung zu diesem Publikum her. „Digitalisierung ersetzt aber nicht den Museumsbesuch“, hielt sie fest.

Weitere städtische Museen sollen den Scanner nutzen. Dazu zählen das Weltkulturen-Museum, das Architekturmuseum, das Archäologische Museum – und das Institut für Stadtgeschichte, das mit dem Historischen Museum das größte Bildarchiv für Frankfurt besitzt. Dort warten 30 Regalkilometer Akten auf die Digitalisierung.

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