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Schlangestehen vor dem Stoltze-Museum in der neuen Altstadt …

Nacht der Museen

Museen in der neuen Altstadt stoßen auf großes Interesse

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Viele Besucher wollen sich in Frankfurt das neue Stoltze-Museum ansehen und einen ersten Blick ins Struwwelpeter-Museum werfen.

Petra Breitkreuz muss etwas zur Eile mahnen. Vielleicht 15 Minuten haben sich die Besucher im erst am Donnerstag eröffneten Stoltze-Museum in der neuen Altstadt umgesehen, sich per Tastenklick Informationen über Frankfurter Orte aufgerufen, die im Leben des Dichters und Satirikers eine große Rolle gespielt haben, vertonte Texte Friedrich Stoltzes über berühmte Zeitgenossen angehört, da weist die Leiterin auf die vielen Besucher hin, die noch vor der Tür warten.

Noch ein Blick aus dem Fenster auf die Überreste der Kaiserpfalz. Dann huschen einige schnell die enge Wendeltreppe hinauf zum Belvederchen, einem der Schmuckstücke der für 200 Millionen Euro teilrekonstruierten Altstadt. Von der aufwendig gestalteten Außenterrasse fällt der Blick auf dem Dom, die Dächer der neuen Altstadt, das golden glänzende Dach des Stadthauses. Die Besucher, die die Nacht der Museen zu einem Abstecher ins Stoltze-Museum genutzt haben, sind begeistert, machen Fotos. „Ganz toll“, sagt einer.

Draußen ist die Schlange trotz Nieselregens nicht kürzer geworden. Nur ein paar Meter weiter, am nördlichen Ende des Hühnermarkt, warten die nächsten auf Einlass. Das Struwwelpeter-Museum, seit seiner Gründung im Jahr 1977 im Westend beheimatet, gewährt erste Blicke in die künftigen Räume im rekonstruierten Haus Esslinger, Hinter dem Lämmchen 2, in dem einst Goethes in „Dichtung und Wahrheit“ verewigte Tante Melber wohnte. Chansonnier Harald Lange ist zu hören, singt Lieder aus einer Struwwelpeter-Revue. Ältere, Eltern, Kinder schauen sich ein großes Banner an, das den Weg der bekanntesten Figur des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann vom Ur-Struwwelpeter über einen extrem langhaarigen, sehr finster schauenden Struwwelpeter zum „Afrolook- Struwwelpeter“ zeigt. Der Blick fällt auf die aufwendige Stuckdecke. Hans Guck in die Luft ist als Leuchtfigur zu sehen.

Struwwelpeter-Museum soll erst im Spätsommer öffnen

Eigentlich sei das ganze Haus noch eine Baustelle, sagt Museumsleiterin Beate von Bebenburg, als sie gegen 19.30 Uhr die ersten Besucher des neuen Hauses begrüßt. Öffnen werde es erst im Spätsommer. Man habe mit Hochdruck daran gearbeitet, zur Nacht der Museen wenigstens das Foyer präsentieren zu können. Das inklusiv geführte Haus werde für Kinder und Erwachsene da sein, verspricht von Bebenburg, auch Veranstaltungen ausrichten, Konzerte etwa und Puppentheateraufführungen.

Durch die neuen Altstadtgassen streifen nicht mehr Leute als an einem gewöhnlichen Samstagabend, auf dem Römerberg ist sogar deutlich weniger los als sonst. Ein paar Falun-Gong-Aktivisten sitzen gelb gekleidet auf dem Platz. Vor der Schirn hat sich eine ziemlich lange Schlange gebildet. „Ach du lieber Gott“, entfährt es einem Mann. Seine Begleiterin und er ziehen weiter.

Im Historischen Museum schauen sich Besucher an Modellen und auf Karten an, wie die Altstadt, durch die sie eben gegangen sind, einmal vor der Zerstörung aussah, werfen einen Blick auf das wieder abgerissene Technische Rathaus. Andere wärmen sich vor der riesigen Schneekugel auf, trinken ein Bier, ruhen sich aus, bevor sie wieder aufbrechen, hinaus in die Altstadt.

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