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Goethes Nachbar: das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt.
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Goethes Nachbar: das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt.

Kultur Frankfurt

Frankfurt: Museen eröffnen in der Innenstadt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Im September gewinnt Frankfurt zwei herausragende Museen für Romantik und für das Unsichtbare. Im Oktober soll noch ein lang erwartetes folgen.

Nur noch wenige Wochen, dann ist Frankfurt um zwei Attraktionen reicher, die die Sinne anregen. Am 14. September öffnet das Deutsche Romantik-Museum. „Es ist weltweit das erste Museum, das sich der Epoche der Romantik als Ganzes widmet“, betont das Freie Deutsche Hochstift als Träger in unmittelbarer Nachbarschaft des Goethe-Hauses. Und bereits am 9. September wird das Dialogmuseum seine neuen Räume in der B-Ebene der Hauptwache erstmals Besucher:innen zeigen.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass wir dieses große Projekt jetzt zum Abschluss bringen und dem Publikum übergeben dürfen“, sagt Kristina Faber, die Sprecherin des Hochstifts. Vom 11. September an wird die Fassade des Romantik-Museums spektakulär illuminiert von dem Lichtkünstler Robert Seidel, der Ähnliches auch zur Luminale 2020 vor Ort gezeigt hatte.

Zehn Jahre sind die Pläne für das Romantik-Museum schon alt. 2020 stellte das Büro Mäckler Architekten den Neubau fertig, in dem Anne Bohnenkamp-Renken Museumsdirektorin ist. Zu sehen sein werden Originale aus der Epoche der Romantik (18./19. Jahrhundert) auch in neuer Form: Manuskripte, Gemälde, Gebrauchsgegenstände der Zeit, mitunter multimedial umgesetzt.

TERMINE

Das Dialogmuseum in der B-Ebene der Frankfurter Hauptwache eröffnet am 9. September. Es macht die Welt blinder und sehbehinderter Menschen für Sehende erfahrbar.

Das Romantik-Museum, Großer Hirschgraben 21, neben dem Goethe-Haus, eröffnet am 14. September.

Das Momem, Museum für elektronische Musik, eröffnet voraussichtlich im Oktober in der Zwischenebene der Hauptwache.

Basis ist die umfangreiche Sammlung des Hochstifts zur Literatur der deutschen Romantik. Als Schätze beherbergt sie etwa Handschriften von Clemens und Bettine Brentano, Novalis oder Joseph von Eichendorff. 2020 kam ein Manuskript Robert Schumanns zu dessen Faust-Szenen hinzu, was als Sensation gefeiert wurde. Auch berühmte Gemälde, etwa von Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli oder Carl Gustav Carus, gehören zum Bestand.

Zentrales Motiv der Kampagne zur Eröffnung ist die blaue Blume, das zarte Symbol der Romantik, der „Sehnsucht nach dem Unerreichbaren und dem Unendlichen, nach kaum benennbaren Dingen, die sich in Traum und Halbschlaf zeigen“, wie das selbst lang ersehnte Museum wirbt. Die blaue Blume zeigt sich bald am Mainufer, wo ein großer Buchstabe R aus Astern und Salbei gepflanzt ist. Jenes R, aus Goethes Handschrift entwickelt, fügt sich in das Logo des Freien Deutschen Hochstifts, bestehend aus drei Wortbildmarken, mit dem G für das Goethe-Haus und dem H fürs Hochstift.

Bekannt und geschätzt in der Stadt ist seit vielen Jahren das Dialogmuseum, in dem Sehende das Unsichtbare entdecken können – eintreten in das Reich derer, die die Welt mit anderen Sinnen erfahren als den Augen. 2018 musste das einzigartige Museum seine Räume an der Hanauer Landstraße nach 13 Jahren verlassen, weil die Miete in der boomenden Umgebung der Europäischen Zentralbank allzu stark stieg. Es fand sich ein Ausweichstandort in der B-Ebene der Hauptwache, doch als der Umzug vollbracht war, kam Corona und verzögerte die Eröffnung.

„2020 war schwierig“, sagt Maureen Ogrocki, pädagogische Leiterin des Dialogmuseums. „Aber wir haben die Zeit für Hintergrundarbeit genutzt.“ Und die neuen Räume? „Damit sind wir glücklich“, sagt sie. „Wir sind zentral zu erreichen, die Hauptwache ist ein Schmelztiegel und die B-Ebene ein besonderer Ort.“

Beim „Dialog im Dunkeln“ führen blinde oder sehbehinderte Expert:innen kleine Gruppen durch einen lichtlosen Parcours. Ein aufregender Rollentausch, wie es ihn selten gibt. Das Museum wird auch Neues vorstellen, etwa einen Klangraum, der wie das Foyer ohne Voranmeldung zu besuchen sein wird. Und: eine Lüftungsanlage, die das Zeug hat, Coronaviren rauszuschmeißen: „Bessere Anlagen gibt es nur im Labor“, sagt Maureen Ogrocki.

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