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Frankfurt: Multireligiöse Comedyshow im Tattooshop

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Von: Timur Tinç

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Organisieren die Comedyshow: Navid Wali (von links), Boujemaa Tajjiou und Bora Inci.
Organisieren die Comedyshow: Navid Wali (von links), Boujemaa Tajjiou und Bora Inci. © ROLF OESER

„What the Falafel“ soll jüdische, christliche und muslimische Comedians sichtbar machen. Am Sonntag ist die erste Show im MyStory Tattoo.

Eine Comedyshow in einem Tattooshop? Was für viele erst mal sehr seltsam klingt, ist in Frankfurt seit fast zweieinhalb Jahren ganz normal. Open-Mic (engl. offenes Mikrofon) nennt sich das Format, bei dem sich Künstlerinnen und Künstler vor einem Publikum in einer ganz besonderen Örtlichkeit ausprobieren können. „Wir richten Mini-Konzerte, Charityevents, Kunstveranstaltungen, Comedy und noch vieles mehr aus“, sagt Bora Inci, Inhaber von „MyStory Tattoo“ in der Hanauer Landstraße. Ein neues Comedyformat beginnt am Sonntag und nennt sich: „What the falafel“, zu Deutsch: Was zur Falafel.

„Die Comedyszene in Frankfurt ist vielfältig“, sagt Boujemaa Tajjiou, der das Event zusammen mit Navid Wali organisiert, Inci stellt seinen Laden zur Verfügung. „Wir wollen mit dem Format jüdische, christliche und muslimische Künstlerinnen und Künstler sichtbar machen.“ Der 34-jährige Tajjiou tritt seit einigen Jahren als Stand-up-Comedian auf und arbeitet hauptberuflich ebenso wie Wali in der Extremismusprävention.

„Wir haben über amerikanische Comedy gesprochen, wo es zwischen den Religionen keine Berührungsängste gibt“, erzählt Wali. Da er im Rahmen seiner Arbeit mit unterschiedlichen Religionsgemeinschaften zu tun hat, kam die Idee auf, eine Veranstaltung zu planen, bei der alle locker zusammenkommen können, ohne offiziellen Charakter. Als Kooperationspartner gewannen sie das Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Viele Ideen mit dem Projekt

„Wthat the falafel“

Die multireligiöse Comedyshow „What the falafel“ läuft am Sonntag ab 18.30 Uhr im My-Story-Tattoo-Shop in der Hanauer Landstraße 64.

Kersin Luhr, Vladik Hirschfeld, Konstantin Andreev und Amir Shahbazz werden aus ihren Stand-up-Programmen spielen. Moderiert wird die Show von Boujemaa Tajjiou.

Tickets gibt es bei eventim-light.com
Weitere Informationen auf Instagram: @whatthefalafel.comedy tim

„Es ist eine ganz normale Mixed-Show“, erklärt Tajjiou, der als Moderator fungieren wird. Zwei Künstlerinnen und zwei Künstler spielen ihre Programme, in denen Religion kaum eine Rolle spielt. „Wir wollen zeigen: Auf der Bühne sind christliche, jüdische und muslimische Comedians gleich, und das, was sie verbindet, ist die Stand-up-Comedy.“

Bei der Suche nach einem verbindenden Namen seien er und seine Mitstreiter deshalb auch auf die Falafel gekommen, weil sie im Nahen Osten von Angehörigen aller Religionsgemeinschaften gerne gegessen wird. Sie ist sowohl koscher als auch halal. „Keiner wird durch die Falafel ausgeschlossen“, sagt Wali.

Tajjiou und Wali wollen zunächst schauen, wie das Event beim Publikum ankommt. „Wir haben Pfarrer:innen eingeladen, die noch bei so etwas dabei waren“, sagt Wali. Und die Organisatoren haben schon viele Ideen, wie sie das Format weiterentwickeln können. „Wir haben vor, in die Locations der Communitys reinzugehen“, sagt Wali. Mit weiteren Kooperationspartnern sei auch eine Ausweitung auf andere Städte denkbar. Genauso wie Menschen anderen Glaubens in das Format zu integrieren.

Kürzlich hat Samed Warug, der mit Bora Inci die Open-Mic-Veranstaltungen initiiert hat, eine neue Bühne gekauft, die am Sonntag zum Einsatz kommen wird. Es gibt zwei Stuhlreihen, Kissen werden ausgelegt, und dann darf losgelacht werden. „50 bis 60 Leute waren bei den Open-Mics immer da“, erzählt Inci. „Die Leute kommen, weil es intim ist. Das Publikum ist total divers“, sagt Inci.

Es gilt 3G, aber Masken müssen nicht getragen werden.

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