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Müssen noch länger in der Ballsporthalle spielen: Shaquille Hines und die Frankfurt Skyliners.Foto: Pressehaus

Sport in Frankfurt

Frankfurt: Multifunktionshalle am Kaiserlei vor dem Aus

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Der Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei ist in weite Ferne gerückt. Die SPD wirbt nun für das Hallen-Projekt „The Dome“ am Flughafen.

Der Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei ist nach jahrelangen Planungen so gut wie gescheitert. Die Bietergruppe Langano hat, wie Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Mittwoch mitteilte, die Frist für das finale Angebot verstreichen lassen. Er spricht von einem traurigen Tag für den Profisport in Frankfurt. „Denn nach jahrelangem Warten auf eine attraktive Wettkampfstätte, die nicht nur die Spielbedingungen, sondern auch die Vermarktungsbedingungen für die Sportarten Eishockey und Basketball steigern sollte, rückt die Realisierung des Projekts in weitere Ferne.“

Langano, das zur französischen Lagardère-Gruppe gehört, war vor vier Jahren aus einem städtischen Bieterverfahren als bevorzugter Bieter hervorgegangen. Zuletzt hatte nach der Darstellung von Frank sowie Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) alles so ausgesehen, als befände sich die Arena, die bis zu 13 000 Zuschauer fassen sollte, nach zeitintensiven Verhandlungen auf der Zielgeraden. Eine umfangreiche Vorlage, mit der die Dezernenten die Zustimmung des Magistrats und der Stadtregierung einholen wollten, habe bereits zur Finalisierung vorgelegen.

Schneider sagt, das Amt für Bau und Immobilien habe alles vorbereitet gehabt, um das städtische Grundstück am Kaiserei zu angemessenen Konditionen per Erbpacht vergeben zu können. Nur noch das finale Angebot von Langano habe gefehlt.

Zu den Gründen, wieso Langano dieses Angebot nicht wie vorgeschrieben bis Montag abgab – und damit die Frist verstreichen ließ – wollten sich Frank und Schneider am Mittwoch nicht äußern. Sie warteten zunächst die Erklärung des Bieters ab, hieß es. Beide zeigten sich enttäuscht über dessen Vorgehen.

„Wir waren uns mit Lagadère einig. Dazu gibt es auch ein Papier, das in den kommenden Tagen unterschrieben werden sollte. Wir sind völlig überrascht, dass sie es nicht abgegeben haben“, sagt Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners. Die Hoffnung habe er aber noch nicht aufgegeben. „Im Zuge dieser langen Gespräche ist völlig klar geworden, wie attraktiv das Projekt ist. Ich bin mir sicher, dass es in einer Konstellation, die ich jetzt noch nicht kenne, realisiert wird.“

Sportdezernent Frank und Baudezernent Schneider wollen nun kurzfristig Gespräche mit der US-amerikanischen Anschütz-Gruppe führen. Diese war aus dem Bieterverfahren für das Areal am Kaiserlei ebenfalls als geeignet hervorgegangen. Die Stadt hatte aber Langano favorisiert.

Die SPD im Frankfurter Römer fordert stattdessen, nun „mit Volldampf an den Bau der Halle am Flughafen“ zu gehen. Der Spitzensport in Frankfurt brauche eine moderne Multifunktionsarena, damit die Eishockey-, Basketball- und Volleyball-Teams Perspektiven erhielten.

Seit mehreren Monaten habe Frank immer wieder bekräftigt, das Ausschreibungsverfahren am Kaiserlei stehe kurz vor dem erfolgreichen Abschluss, kritisiert SPD-Fraktionschefin Ursula Busch. Es sei unbegreiflich, wieso der Dezernent die Hindernisse für die Kaiserlei-Variante ausgeblendet und kleingeredet habe, während er das Projekt am Flughafen öffentlich schlechtgemacht habe. Dabei sei das Projekt „The Dome“ – eine Halle für 23 000 Zuschauer, die die kanadische Katz Group am Flughafen realisieren will – von den derzeit diskutierten Vorhaben von jeher die beste Wahl für Frankfurt gewesen. Zumal die Investoren zugesichert hätten, das bei diesem Projekt keine Kosten auf die Stadt zukommen würden.

Auch die Linke drängt auf Gespräche mit der Katz-Gruppe. Es sei völlig unverständlich, wieso der Magistrat nicht alle Alternativen berücksichtigt habe, sagt der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Michael Müller. Zumal der Standort am Kaiserlei mangelhaft angebunden sei.

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