Möbel, Koffer, Hausmüll

„Wirklich unschön“: Müllberg wird immer größer

Ein Müllberg in der Nordweststadt in Frankfurt wächst und wächst. Der Stadtteil ist ein „beliebtes“ Pflaster für illegale Ablagerungen.

  • In Frankfurt wächst ein Müllberg immer weiter
  • Der FES ist der Haufen in der Nordweststadt ein Rätsel
  • „Es gibt nichts, was es dort nicht gibt“, sagt ein Anwohner

Wer derzeit in der Nordweststadt spazieren geht - und das tun in dieser Zeit viele Menschen - der sollte sich an manchen Ecken besser die Augen zuhalten. Denn das, was die Spaziergänger in manchen Ecken sonst erblicken, ist nicht wirklich sehenswert. Denn vielerorts sammelt sich der Müll, vornehmlich Sperrmüll, häufig in den Wendehammern und Nebenstraßen.

Einer dieser „Brennpunkte“ ist die Ernst-Kahn-Straße 31-33. Seit Februar wachse der Berg unaufhörlich, berichtet ein Römerstädter, der dort regelmäßig vorbeikommt. „Immer wieder ist etwas Neues dabei. Ob kaputte oder ausrangierte Möbel, Koffer oder auch normaler Hausmüll. Es gibt nichts, das dort nicht abgestellt ist“, berichtet er. An machen Tagen sei der Haufen sogar so groß, dass die dahinter liegenden Mülltonnen von den Fahrzeugen der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) kaum erreicht werden könnten. „Das ist wirklich unschön und ich kann die Leute nicht verstehen, die so etwas tun“, sagt der Anwohner.

Müllberg in Frankfurt ärgert Anwohner: „Alle stellen was dazu“

Ein Phänomen, das auch für FES-Sprecher Michael Werner nach wie vor unbegreiflich ist. „Steht irgendwo Müll, stellen alle was dazu“, sagt er. In der Ernst-Kahn-Straße 31-33 sei die Siedlungsabfuhr für die Entsorgung des Sperrmülls zuständig. Im Vier-Wochen-Rhythmus werde dieser dort abgeholt, der nächste Termin ist Donnerstag, 23. April.

Seit Februar gibt es den Müllberg in der Ernst-Kahn-Straße 31, täglich wächst er weiter in die Höhe und Breite. 

Dann sollte der Müllberg also verschwunden sein. Aber nicht lange, sagt Michael Werner. An diesem Standort stünde meistens schön am nächsten Tag wieder Abfall an der Stelle. „Deswegen vermittelt dies den Spaziergängern den Eindruck, der Sperrmüll würde nicht abgeholt. Wird er aber“, versichert er. Obwohl dies, wie bei der normalen Abfuhr des Sperrmülls, erst am Vorabend der Abholung erlaubt ist.

Sperrmüllkäfig könnte Müllberg in Frankfurt eindämmen

Dass sich der Berg stetig ausbreitet, sowohl in die Höhe wie auch die Breite, könne jedoch mit einfachen Mitteln verhindert werden. Mit einem Sperrmüllkäfig, schlägt der FES-Sprecher vor. Mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding habe man da gut Erfahrungen gemacht, kann er sich vorstellen, dass dies auch in der Ernst-Kahn-Straße zumindest ein eindämmendes Mittel wäre.

Ansonsten sei die Nordweststadt durch ihre Sackgassen und verwinkelten Straßen stets ein „beliebtes“ Pflaster für illegale Ablagerungen. Auch oder vielleicht sogar besonders in Zeiten von Corona*? „Es gibt zwar keinen exorbitanten Anstieg, aber es wird schon ein wenig mehr abgelagert als sonst. Dieser subjektive Eindruck den der ein oder andere Bürger hat, trügt also nicht“, sagt Werner.

Mehr Informationen zum Thema Sperrmüll in Frankfurt gibt es übrigens auf der Internetseite der FES. Dort wird erklärt, wie man kostenlos Sperrmüll anmelden kann, was hineingehört und was nicht sowie an wen man sich wenden kann, wenn man mancherorts illegale Ablagerungen entdeckt. 

jdi

Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass die Wohnungen in der Ernst-Kahn-Straße 31-33 der Vonovia gehören. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

Im März hatte schon einmal ein Müllberg in Frankfurt-Unterliederbach die Anwohner* empört. In Frankfurt-Nied zog ein Müllberg* zu Beginn des Jahres ebenfalls den Ärger der Bürger auf sich. Unbekannte luden hier sogar Elektroschrott ab. 

Auch im Rebstockbad in Frankfurt gibt es ein Müllproblem*. Die Anwohner hegen einen Verdacht. 

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Wagenhaus

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