Verkehrswende

Frankfurt: Mobil mit Wasserstoff

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Ein Frankfurter Projekt erhält Fördermittel aus Berlin. Es geht darum, Wasserstoff aus Siedlungsabfällen herzustellen.

Frankfurt wird eine von bundesweit 13 sogenannten HyExpert-Regionen. Das bedeutet: Die Stadt erhält Fördermittel aus Berlin für die Forschung an einem gemeinsamen Wasserstoffprojekt der Energieversorgerin Mainova und der Abfallentsorgerin FES. Das berichten die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen und die Mainova.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) präsentierte die 13 Gewinner in dieser Woche in Berlin. Sie erhalten jeweils 300 000 Euro, um Wasserstoffkonzepte auszuarbeiten. Zentrale Aufgabe dieser „HyLand-Regionen“ – Hy steht offenbar für Hydrogenium, den lateinischen Begriff für Wasserstoff – ist es, erneuerbaren Wasserstoff in den Verkehrssektor zu integrieren. Er gilt als ein Hoffnungsträger, um den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren.

Das nun gewürdigte Frankfurter Projekt heißt MH2Regio. Es soll Wasserstoff aus Siedlungsabfällen im Müllheizkraftwerk Nordweststadt herstellen. Ziel sei „ein wirtschaftliches Gesamtkonzept für eine Wasserstoffinfrastruktur“, berichtete die Mainova.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) nannte die Auszeichnung als HyLand-Region durch das Bundesverkehrsministerium „ein wichtiges Zeichen für die Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur vor Ort“. Die Verkehrswende stelle Ballungsräume vor große Herausforderungen. Das Projekt MH2Regio sei „eine Blaupause für nahezu alle deutschen Großstädte“.

Mit Partnern wolle man bis Mitte 2021 ein fertiges Konzept erstellen, erklärte Mainova-Vorstand Norbert Breidenbach. Die Energieversorgerin setzt für ihren eigenen Fuhrpark langfristig auf Wasserstoff beziehungsweise auf Brennstoffzellen, während die FES gerade dabei ist, Müllfahrzeuge mit Elektroantrieb zu kaufen.

Die Initiative „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“, der sich Frankfurt angeschlossen hat, gehört zum Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP). Darin prüfen verschiedene Akteure aus Luft- und Binnenschifffahrt, Logistik, Personennah- und Fernverkehr sowie städtische Versorgungsunternehmen alternative Antriebskonzepte.

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