Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

_MG_2060_144602
+
Lydia Brand, Geschäftsleiterin.

Damenboutique

Zusammenarbeit mit lokalen Designern

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
    schließen

Lydia Brand, Geschäftsleiterin bei dem Damenmode-Händler Appelrath Cüpper, will mit neuen Ideen vor allem jüngere Kundinnen in die Filiale an der Zeil locken.

Lydia Brand ist die Geschäftsleiterin von Frankfurts größter Damenboutique. Wenn man denn das Modehaus AppelrathCüpper (AC) als solche bezeichnen will. Auf mehr als 4000 Quadratmetern und vier Stockwerken sorgen fast 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür, dass die Ware an die Frau kommt. Brand, die seit einem Jahr die Filiale auf der Zeil führt, hat viele Ideen, um nicht nur in Zeiten von Corona das Geschäft anzukurbeln.

Ein aktuelles Projekt ist die Zusammenarbeit mit kleinen lokalen Modemachern und Gründern. Eine Handschuhdesignerin präsentierte im November für ein paar Tage ihre Kreationen an einem Stand im Erdgeschoss und zeigte, wie sie arbeitet. Vom heutigen Donnerstag an ist dann das Label Moski.to im Haus, das sich über die Möglichkeit zur Kooperation begeistert gezeigt habe. „Mir gefallen besonders dessen tolle Parkas“, sagt die Modemanagerin. Aber auch die Koch- und Backschule Andreas Kitchen aus Oberursel und das Kaufhaus vor Ort stehen für das Weihnachtsgeschäft auf dem Plan.

Brand erhofft sich Vorteile für beide Seiten. „Unsere Partner können sich und ihre Produkte kostenlos präsentieren und eine große Zahl an Kunden erreichen.“ Schließlich besuchten normalerweise und auch jetzt am Wochenende Kundinnen im vierstelligen Bereich die Filiale. Und so könne Appelrath-Cüpper einerseits Produkte und Styles zeigen, die man sonst nicht anbiete und andererseits von den Kontakten der kleinen Firmen, auch im Social-Media-Bereich, und einer anderen Klientel profitieren.

„Wir wünschen uns einen besseren Mix“

Gerne würde Brand noch mehr jüngere Frauen ins Haus bekommen. Das Durchschnittsalter liege bei etwa 50 Jahren. „Wir wünschen uns einen besseren Mix.“ Neue Kundinnen soll auch eine Kooperation mit Rhein-Main-TV bringen. In der Sendung erhalten die Kandidatinnen eine Stilberatung und werden bei AC neu eingekleidet.

Brand ist zwar neu im stationären Einzelhandel, aber nicht neu im Modebusiness. Rund 30 Jahre war die gelernte Dolmetscherin als Exportleiterin für Marken wie s.Oliver, Escada und Karl Lagerfeld vor allem in Europa unterwegs, um die Kollektionen an die großen Warenhäuser zu verkaufen. „Ich habe es gerne gemacht“, sagt sie. Aber zum Reisen gehörten auch viele Überstunden und Nächte in Hotels. Es sei schon länger ihr Traum gewesen, „mal mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren“. Das kann sie jetzt. Und nun lerne sie zum ersten Mal Frankfurt so richtig kennen – und das, obwohl sie schon seit 25 Jahren hier lebe.

Brand obliegt nicht nur die Verantwortung für das Personal, sie ist auch für die Präsentation der Ware zuständig, steht in Kontakt mit Einkäufern, kümmert sich um lokales Marketing, PR und neuerdings um den eigenen Instagram-Kanal für Frankfurt. Und die gebürtige Nordrhein-Westfälin soll mithelfen, dass die Zahlen bei Appelrath-Cüpper wieder schwarz werden.

Denn das Geschäft lief für den 130 Jahre alten Konzern mit Sitz in Köln schon vor Corona nicht rosig, die Pandemie setzte ihm weiter zu, und jetzt befindet er sich im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Seine 16 deutschen Standorte bleiben aber bislang erhalten. So auch AC auf der Zeil. Eigentlich sollte in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen groß begangen werden, wegen Corona wurde die Jubiläumsfeier aber verschoben.

Vermieter bei den Mietkosten flexibel 

Erfreulich sei, dass sich die Vermieter bei den Mietkosten flexibel zeigten, berichtet Brand. Viele Einzelhändler auf der Einkaufsmeile im mittleren bis gehobenen Segment müssten kämpfen. Denn selbst wenn sich viele Menschen auf der Zeil tummelten, bedeute das nicht, dass die auch bei ihnen einkauften; viele gingen eher zu Primark, H&M oder Zara.

Nicht nur Touristen, auch manche Stammkunden blieben aus, schon vor der Pandemie, sagt Brand. „Sie fühlen sich auf der Zeil nicht mehr wohl.“ Als Gründe würden oft fehlende Sicherheit und Sauberkeit genannt. Brand kann sie verstehen – die Einkaufsmeile werde immer unattraktiver. Sie wundere sich, dass die Stadt bisher nicht mehr dagegen unternommen hat.

Wenn die Kundinnen aber den Weg ins Haus finden, will Appelrath-Cüpper auch mit seiner Betreuung und Beratung punkten. „Uns ist sehr wichtig, dass sie sich wohlfühlen, sie sollen ja wiederkommen“, erklärt Lydia Brand. Für viele Frauen habe sich schon eine emotionale Beziehung entwickelt, sie möchten immer von derselben Mitarbeiterin bedient werden. Und auch hier mischt Brand mit, denn sie berät ebenfalls im Verkauf.

Falls Sie sich als lokale Designer:innen oder Gründer:innen mit AC in Verbindung setzen wollen, schreiben Sie gerne eine Mail an: frankfurt@appelrath.com

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare