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Frankfurt: Mit Freude an die Uni

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Von: Yağmur Ekim Çay

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Fast wie vor der Pandemie: Lebhaftes Treiben auf dem Unigelände im Westend.
Fast wie vor der Pandemie: Lebhaftes Treiben auf dem Unigelände im Westend. © Renate Hoyer

Das Sommersemester in der Goethe-Uni beginnt mit Corona-Lockerungen und Präsenzpflicht.

Es ist ein sonniger Montagnachmittag am Campus Westend der Goethe-Universität. Hier sieht es so lebendig aus wie vor der Pandemie: Viele sitzen in Gruppen zusammen und freuen sich darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue kennenzulernen, einige warten in der Warteschlange vor der Mensa, andere eilen schon zu ihrem Seminar.

Am 2. April wurden die Corona-Regeln gelockert. Ohne Corona-Maßnahmen beginnt deshalb an der Goethe-Universität wieder der reguläre Vorlesungsbetrieb. Nach Angaben der Universität werden in diesem Sommersemester 42 000 Student:innen eingeschrieben sein.

Die Politikwissenschaftsstudentinnen Diletta und Sabrina laufen durch den Hof zu ihrem Seminar. „So wie jetzt kennen wir es hier auf dem Campus nicht. Es ist heute sehr voll hier und total schön“, sagt Diletta. „Ich kenne nur Sabrina vom vergangenen Semester durch eine Präsenzveranstaltung, und jetzt freue ich mich, hier neue Gesichter zu sehen.“ Auch für Sabrina ist es schön, auf dem Campus zu sein. Bis jetzt wohne sie noch bei ihren Eltern in Rheinland-Pfalz, erzählt sie, weil sie kaum Präsenzveranstaltungen hatte, aber jetzt ziehe sie im Mai nach Frankfurt, um das Studierendenleben zu erleben. „Präsenzveranstaltungen helfen mir sehr dabei, meinen Tag besser zu strukturieren, und ich habe dadurch auch viel mehr Motivation für die Uni“, sagt sie kurz vor ihrem Seminar und fügt hinzu: „Und ich bin froh, überhaupt hier zu sein.“

Petos arbeitet seit 2008 in der Uni-Mensa als Kassiererin. Nun eröffnet die wieder, und sie freut sich auf die Gäste. Doch wegen der Lockerungen macht sie sich Sorgen. „Ich finde es ärgerlich, dass man die Masken ausziehen kann, dass jeder ohne Maske reinkommen kann, wenn er will. Ich hoffe, es wird alles bald vorbei sein“, sagt sie, während sie in ihrer Pause eine Zigarette raucht.

Germar Knöchlein hat es eilig. Er arbeitet für die Europäische Zentralbank und hält an der Goethe-Universität Vorlesungen über „Banken, Regulierung und Bankenaufsicht“. Am Montag hatte er seine erste Veranstaltung. „Von der Lehre her finde ich Präsenzveranstaltungen effektiver und bevorzuge sie. So kann ich mich mit den Studierenden besser austauschen“, sagt er. Er mache sich keine großen Sorgen wegen Corona. „Ich passe auf und trage weiterhin eine Maske. Ich habe den Eindruck, dass die Studierenden auch sehr vorsichtig sind“, erklärt er.

Kurz vor dem Start des Semesters rief die Goethe-Universität Student:innen und Besucher:innen auf, „im Sinne eines guten Miteinanders und zum gegenseitigen Schutz“ in den Gebäuden und bei Veranstaltungen weiterhin eine medizinische Maske zu tragen. Und wie es am Montagmittag aussieht, nehmen viele Student:innen trotz der Lockerungen den Appell der Universität sehr ernst. Auch der Wirtschaftswissenschaften-Student Martin hat ein gutes Gefühl dabei. „Es gibt fast keine Regeln mehr, aber viel mehr Eigenverantwortung. Ich traue meinen Kommiliton:innen zu, dass sie Rücksicht nehmen und aufpassen“, sagt der 23-Jährige und freut sich, nun in der Mensa einen Kaffee trinken zu können.

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