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Drinnen dröhnt Musik, draußen das Leben: der Ebbelwei-Express ist wieder unterwegs. Foto: Rolf Oeser
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Drinnen dröhnt Musik, draußen das Leben: der Ebbelwei-Express ist wieder unterwegs.

Freizeit

Frankfurt: Mit Frau Rauscher auf Stadtrundfahrt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Nach anderthalb Jahren Pause zuckelt der bei Auswärtigen beliebte Ebbelwei-Express wieder durch Frankfurt. Auch Anmietungen wieder möglich, aber teuer.

Die kleinen Apfelweinflaschen klirren, aber aus den Lautsprechern dröhnt vermeintliche Partymusik, für die ausnahmslos alle Passagiere im Ebbelwoi-Express noch zu nüchtern sind. „Prost, ab der dritten Flasche schmeckt er“, muntert eine Frau auf, die sich im weiteren Verlauf der Fahrt als „Tanja“ vorstellen wird. Tanja hat am Wochenende Besuch aus Hamburg bekommen von ihrem Patenkind und dessen Frau. Für die jungen Leute ist es der erste Aufenthalt in Frankfurt und sie halten sich wacker zwischen trockenen Brezeln, Apfelwein und Musik von „Adam und die Mickys“.

Ebenfalls die erste Fahrt im Ebbelwei-Express ist es für Philipp. Doch der Student ist am diesem Samstagnachmittag nicht zum Vergnügen an Bord. Er ist Schaffner und Kellner zugleich und hat am Anfang mehr zu tun, als er gedacht hatte. „Wir wussten es vorher nicht“, gesteht der Marketingstudent. Doch schon an der ersten Station am Zoo war etwa ein Dutzend Leute eingestiegen.

Nach mehr als anderthalb Jahren Pause ist der Ebbelwei-Express im Stadtbild zurück. Zur Feier des Tages wollte eigentlich Dezernent Stefan Majer (Grüne) vor der ersten Abfahrt am Zoo ein paar Worte sprechen, doch er taucht nicht auf. Dafür ist sein Parteikollege Wolfgang Siefert erschienen. Zwar eigentlich privat, wie er betont, aber VGF-Geschäftsführer Thomas Wissgott bittet ihn, doch ein paar Worte zu sagen. Die VGF habe „viel Vorsorge“ getroffen, damit die Stadtrundfahrten mit der Bimmelbahn hygienisch unbedenklich über die Bühne gehen könnten, lobt Siefert. Zutritt erhalten nur geimpfte oder genesene Fahrgäste.

An der Station Braubachstraße/Römer wird es richtig voll. Ein ganzer Schwung neuer Passagiere steigt zu. VGF-Werksstudent Philipp kontrolliert erstmal die Impfnachweise, bevor er Zutritt zu Wagen drei gewährt. Den Fahrpreis von acht Euro kassiert er dann erst während der Fahrt und kredenzt anschließend das im Fahrpreis enthaltene Getränk und die abgepackten Brezeln. In der Braubachstraße ist auch ein Pärchen aus Nürnberg zugestiegen, das über das Wochenende zu Besuch in der Stadt ist. Sie habe früher mal ein paar Jahre in Frankfurt gewohnt und sei auch damals schon gerne mit dem Ebbelwei-Express gefahren, erzählt die Frau. Zufall sei es nicht, dass sie bei der Jungfernfahrt dabei seien. Sie habe sich vorab im Internet informiert und gesehen, dass es wieder losgehe.

Derweil erklärt Tanja den jungen Leuten aus Hamburg ein bisschen, was da draußen während der Fahrt zu sehen ist. Eurosymbol, Hauptbahnhof, Messe, später dann Sachsenhausen. Dort fährt die alte Tram, Baujahr Anfang der 50er, praktischerweise durch die Textorstraße, so dass Tanja den jungen Leuten gleich noch zeigen kann, in welcher Apfelweinkneipe sie am Abend einen Tisch reserviert hat.

Auch der Ebbelwei-Express kann wieder reserviert werden, für Partys oder Firmenfeiern. Es ist allerdings kein günstiges Vergnügen, wie Matthias Jost, der für den Express verantwortliche VGF-Mitarbeiter, verrät: Für zwei Stunden werden 804 Euro fällig – für einen Wagen mit 22 Sitz- und acht Stehplätzen. Ein zweiter und ein dritter Wagen sind dann nicht mehr ganz so teuer. „Bei den normalen Stadtrundfahrten dürfen wir ein paar Miese machen, bei den Vermietungen müssen wir kostendeckend arbeiten“, erklärt Jost die stolzen Preise.

Während aus den Lautsprecherboxen bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Stunde die Frau Rauscher aus der Klappergass’ tönt, hat die bunt bemalte Straßenbahn ihre erste Stadtrundfahrt im Jahr 2021 erfolgreich absolviert und biegt wieder Richtung Zoo ein. Es sei wunderbar gewesen, lügt Tanjas Patenkind dem FR-Reporter ins Gesicht. Am Abend in Sachsenhausen soll dann mal Handkäs’ probiert werden.

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