1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt mit dem Stift erkunden

Erstellt:

Kommentare

Ganz bei der Sache: Die Gruppe Jugendlicher zeichnet eine Straßenecke im Gallus.
Ganz bei der Sache: Die Gruppe Jugendlicher zeichnet eine Straßenecke im Gallus. © Peter Jülich

Ein Ferienworkshop bietet Jugendlichen die Möglichkeit, Frankfurt zeichnerisch zu erleben.

Es ist auf den ersten Blick ein ungewohntes Bild. Am Quäkerplatz gegenüber der Eisdiele stehen sieben Staffeleien in einem Kreis mitten auf dem Bürgersteig. Eine kleine Gruppe von Jugendlichen hat sich an den Staffeleien positioniert, auf denen allerdings keine Leinwände, sondern Plexiglasscheiben platziert sind. Das Ziel ist es, auf den Scheiben die Stadtkulisse einzufangen. Das Projekt ist ein Workshop der Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus und will den Frankfurter Jugendlichen ihre Stadt mal ganz anders näherzubringen.

An insgesamt vier Tagen gehen Geschäftsführerin Petra Väth und die Künstlerinnen Clara Schuster und Katharina Müller mit den Jugendlichen durchs Stadtgebiet, und zeichnen. „Urban Sketching“ nennt sich die Taktik, das Stadtleben per Zeichnung einzufangen. Die Motive können variieren und die Jugendlichen, die aus verschiedensten Stadtteilen Frankfurts kommen, durften zu Beginn des Workshops mit entscheiden, was gemalt wird.

Ein häufiger Wunsch war es, die berühmte Skyline zu zeichnen, weswegen die erste Tour auf das Dach des Skyline Plazas geführt habe, erzählt Masha, die von ihren Eltern auf den Kurs aufmerksam gemacht wurde. Am besten hat ihr bisher die One-Line-Technik gefallen, bei der der Stift beim Malen nicht abgesetzt werden darf. Auch die FSJlerin Connie hat großen Spaß an dieser Zeichentechnik, da nicht auf Perfektion geachtet werden müsse.

„Für so eine Aktion gehört ordentlich Mut dazu“, sagt Petra Väth mit Blick auf das städtische Treiben rund um die zeichnenden Jugendlichen. Denn der Workshop fällt auf. Viele Vorbeigehende beobachten die Jugendlichen bei ihrer Arbeit. Die 18-jährige Laurie stören die Beobachterinnen und Beobachter allerdings nicht, sie freut sich vielmehr über das rege Interesse. Besonders schön findet es die kunstbegeisterte Praktikantin, wenn Kinder ihnen beim „Urban Sketching“ zuschauen.

Im Rahmen des Workshops können sich die Jugendlichen aber auch ganz frei ausprobieren. Der 14-jährige Ben findet beispielsweise keinen allzu großen Gefallen am Malen auf Plexiglas. Stattdessen hat er sich ein kleines Stück von seiner Staffelei entfernt und malt Graffiti und andere kleine Details des Stadtlebens in sein Skizzenbuch.

Die Malereien werden im Herbst im Stadtlabor ausgestellt, eine Ausstellungsreihe des Historischen Museums Frankfurt. Darüber freut sich nicht nur der 18-jährige Seim, sondern auch bei die Künstlerinnen Katharina Müller und Clara Schuster, die den Workshop begleiten. Es sei nicht alltäglich, dass Jugendlichen solch eine Bühne geboten werde, sagen die beiden. Und begrüßen es sehr, dass der Mut der Jugendlichen, im öffentlichen Raum zu zeichnen, mit einer Ausstellung der Werke belohnt wird.

Der viertägige Workshop soll nur der Anfang sein. Die Begeisterung für das „Urban Sketching“ ist ist der ganzen Gruppe deutlich zu spüren und sie möchte sich auch in den kommenden Monaten weiterhin künstlerisch im Stadtgebiet verwirklichen. Die Jugendlichen Max und Yafet würden sich sogar wünschen, dass Projekte wie dieses auch verstärkt als Teil des schulischen Kunstunterrichts angeboten werden würden.

Neue Erfahrung: Praktikantin Laurie malt zum ersten Mal auf Plexiglas.
Neue Erfahrung: Praktikantin Laurie malt zum ersten Mal auf Plexiglas. © Peter Jülich

Auch interessant

Kommentare