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Frankfurt: Mit dem Knöllchen an die Supermarktkasse

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Von: Georg Leppert

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Die Stadt bittet zur Kasse.
Die Stadt bittet zur Kasse. © ROLF OESER

Zahlungen an die Stadt sind auch in Geschäften möglich – aber erst, wenn es schon fast zu spät ist.

Ein halbes Pfund Bio-Hackfleisch vom Rind, ein Sack Äpfel und eine weggeworfene Kippe für 55 Euro: Das macht inklusive Mahn- und Verwaltungsgebühren 127,73 Euro. Gut möglich, dass es in Frankfurter Supermärkten demnächst solche Ansagen der Kassierer:innen gibt. Denn das Kassen- und Steueramt der Stadt startet ein Pilotprojekt.

Vorab: Wer Knöllchen und andere Zahlungsaufforderungen der Stadt fortan immer im Supermarkt begleichen will, zahlt kräftig drauf. Denn zunächst kommt die gewöhnliche Zahlungsaufforderung ins Haus – bei Parkverstößen findet sich diese bereits auf dem Strafzettel unter dem Scheibenwischer. Wer diese ignoriert, bekommt vom Ordnungsamt einen Mahnbescheid (mit Mahngebühr). Auch dieser lässt sich nur klassisch bezahlen.

Der Supermarkt kommt erst ins Spiel, wenn das Kassen- und Steueramt eine Vollstreckungsankündigung schickt. Im vorigen Jahr versendete die Stadt knapp 24 000 solcher Schreiben. Diese letzte Zahlungsaufforderung ist mit weiteren Kosten verbunden. Dafür kann man sie aber in ausgewählten Supermärkten, Baumärkten und Drogerien wie etwa Rewe, Penny, Toom, DM und Rossmann begleichen. Insgesamt machen 10 000 Filialen in ganz Deutschland mit. Der in Frankfurt begangene Parkverstoß lässt sich also auch in Kiel bezahlen.

Barcode wird gescannt

Und das geht so: Auf der Vollstreckungsankündigung findet sich ein Barcode. Mit diesem geht man ins Geschäft. An der Kasse wird er eingescannt wie die Barcodes auf den anderen Waren. Dann bezahlt man das Knöllchen zusammen mit den anderen Einkäufen. Auf der Vollstreckungsankündigung findet sich eine detaillierte Anleitung. Allerdings zunächst nur auf Deutsch. Eine Übersetzung in einige Fremdsprachen ist geplant, liegt aber wegen knapper Papierressourcen gerade auf Eis.

Was ist sonst noch wichtig? Der Barcode ist 14 Tage gültig, dann wird vollstreckt. Und das Verfahren geht nur bei Beträgen unter 1000 Euro. Damit soll der Geldwäsche vorgebeugt werden.

Ob andere Ämter nachziehen und sich Knöllchen in Zukunft direkt im Supermarkt bezahlen lassen, ist ungewiss.

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