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Mirrianne Mahn engagiert sich gegen Rassismus.
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Mirrianne Mahn engagiert sich gegen Rassismus.

Rassismus-Vorwürfe

Frankfurt: Grüne stellen sich nach Rassismus-Vorwürfen hinter Mirrianne Mahn

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Die Frankfurter Stadtverordnete Mirrianne Mahn berichtet in einem Internetvideo, in einem Krankenhaus rassistisch behandelt worden zu sein. Ihre Partei fordert Aufklärung in dem Fall.

Frankfurt am Main - Nachdem die Frankfurter Stadtverordnete Mirrianne Mahn (Grüne) am Montag in einem emotionalen Video auf Instagram Rassismusvorwürfe gegen einen Arzt erhoben hat, stellen sich die Frankfurter Grünen hinter ihr Parteimitglied. Man verurteile den „rassistischen Vorfall“ gegen Mahn und fordere „eine unverzügliche Aufklärung durch die zuständigen Stellen“, teilten die Vorsitzenden der Frankfurter Grünen, Julia Frank und Götz von Stumpfeldt, am Mittwoch mit. Es sei gut, dass Mahn den Vorfall öffentlich gemacht habe, so die Parteichefs.

Mahns Erlebnisse zeigten, „wie wichtig die Bekämpfung von Rassismus durch Aufklärung, Bildung und Sensibilisierungsarbeit“ gerade auch im Gesundheitswesen sei, teilten Frank und von Stumpfeldt weiter mit. „Alle Menschen, die in Deutschland leben, haben die gleichen Rechte auf würdevolle Ansprache und Behandlung.“

Mirrianne Mahn sorgt mit Instragram-Video für Aufsehen

Mirrianne Mahn, die eine engagierte Kämpferin gegen Rassismus ist, hatte am Montag ein Livevideo auf Instagram erstellt, das im Netz sehr breite Beachtung fand und in dem sie unter Tränen und mit immer wieder brechender Stimme von entwürdigender Behandlung in einem Krankenhaus berichtet hatte. Sie berichtete, sie sei nach einem Personalwechsel in einem Krankenhaus, in das sie mit starken Schmerzen aufgenommen worden sei, von einem Arzt rassistisch behandelt worden.

Der Mediziner habe sie wiederholt als „die Afrikanerin“ bezeichnet und es sei ihr bei Klagen über Schmerzen gesagt worden: „Seien Sie doch froh, dass Sie hier sind, weil in Ihrem Geburtsland würde es Ihnen ja viel schlimmer gehen und Sie wären tot.“ Auf ihre Fragen sei nicht eingegangen worden, der Arzt habe teilweise extrem langsam und in gebrochenem Deutsch mit ihr geredet. In Bezug auf Schmerzen habe der Arzt ihr gesagt: „Ihre Landsleute halten ja mehr aus als andere.“ Mahn hatte den Namen des Arztes und des Krankenhauses nicht genannt und in dem Video betont, dass sie sich nicht zum Opfer stilisieren wolle. Es gehe ihr vielmehr darum, aufzuzeigen, dass schwarze Menschen im Gesundheitswesen jederzeit mit Rassismus rechnen müssten.

Mirrianne Mahn: Medizinisch gut versorgt

Später hatte Mahn sich erneut auf Instagram zu Wort gemeldet und betont, das Krankenhaus nehme ihre Beschwerde über den Arzt ernst. Medizinisch sei sie gut versorgt worden, es gehe ihr auch nicht um ihren Einzelfall, „sondern um das strukturelle Problem dahinter“.

Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau sagte Mahn am Mittwoch (15.12.2021), es gehe ihr mittlerweile viel besser. Sie sei in gewisser Weise unzufrieden mit ihrem Video, weil sie es hasse, öffentlich schwach zu wirken. Seit der Veröffentlichung des Films erreichten sie aber sehr viele Schilderungen von schwarzen Menschen, die ganz ähnliche Rassismuserfahrungen im Gesundheitswesen gemacht hätten. Sie ermögliche es offenbar anderen, „ihre Geschichte zu erzählen“. Selbst sie habe das Problem nicht für so massiv gehalten. „Ich bin geschockt“, sagte Mahn. „Es geht auf gar keinen Fall um mich, dieses Thema ist so groß.“

Mahn betonte, sie wolle nicht mitten in einer Pandemie ein Krankenhaus unter Druck setzen. Sie werde sich aber auch in Zukunft jederzeit gegen Rassismus zur Wehr setzen. (Hanning Voigts)

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