Paradieshof

Millionen Euro für den Paradieshof

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die European School of Design könnte doch noch zum Zuge kommen. Es wird spannend.

In den langen Kampf um den seit 2008 brachliegenden Paradieshof in Sachsenhausen kommt neue Bewegung. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat darauf verwiesen, dass im Etat seines Dezernats vier Millionen Euro zur Aufwertung des Grundstücks bereitstünden. Dieses Geld könne sofort an das Liegenschaftsdezernat überwiesen werden, um damit den Umbau der leerstehenden Gebäude für die Zwecke der European School of Design (ESD) zu unterstützen. „Am Geld wird die Sache jedenfalls nicht scheitern“, sagte Josefs Referent Marcus Gwechenberger auf Anfrage der FR.

Josef reagierte auf ein Interview der FR mit den Direktoren der ESD, Ralph Tamm und Detlef Wildermuth. Beide hatten der Stadt vorgeworfen, sie habe über Jahre das Ansinnen der ESD „blockiert“, von Bockenheim in die Häuser am Paradieshof umzuziehen. Tamm und Wildermuth beriefen sich auch auf ein Schreiben von Josef an sie vom 28. November 2016. In diesem Brief hatte der Planungsdezernent der Schule zugesagt, sie „mit dem Einsatz städtischer Fördermittel“ zu unterstützen.

Genau das tut Josef jetzt. „Wir haben ein hohes Interesse daran, dass Leerstände in der Stadt abgebaut werden und dass es beim Paradieshof endlich weitergeht“, erklärte Gwechenberger. Die Federführung für das Projekt liege bei Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU). Er müsse jetzt erklären, ob er das Geld für den Paradieshof haben wolle.

Schneider hatte zuvor den Vorwurf zurückgewiesen, er habe den Umzug der European School auf das Gelände des Paradieshofs „blockiert“. Schneiders Sprecher Günter Murr sagte, das Dezernat habe es grundsätzlich nicht verantwortbar gehalten, auf Kosten der Stadt die Häuser am Paradieshof nur für die ESD umzubauen. Es handele sich ja schließlich um eine „private kommerzielle Schule“.

Im Falle eines Scheiterns der Gespräche würde die Stadt nach einem Umbau auf ihre Kosten „mit einer Spezialimmobilie dastehen“, die schwer verwertbar sei. Deshalb habe Schneider die Variante bevorzugt, dass die ESD das Gelände von der Kommune pachte und die Häuser für ihre Zwecke umbaue. Bereits im November 2018 in einem Gespräch mit Schneider sei aber deutlich geworden, dass die Schule den Umbau alleine nicht bewältigen könne. Die ESD habe darauf verwiesen, dass sie Geld aus einem Fördertopf des städtischen Planungsdezernats in Anspruch nehmen wolle.

Auch Schneiders Dezernat antwortete auf das FR-Interview mit den ESD-Direktoren Wildermuth und Tamm. In dem Gespräch hatten beide erklärt, dass ihnen der frühere Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) bereits 2015 persönlich zwei Millionen Euro an Unterstützung von der Stadt versprochen habe.

Nach den Worten Murrs hat Dezernent Schneider der ESD im März 2019 einen Erbpachtvertrag für den Paradieshof zukommen lassen. Im September 2019 habe aber dann das städtische Planungsdezernat mitgeteilt, in dem Haushaltstopf für die Aufwertung der Liegenschaft in Sachsenhausen stünden nur noch 525 000 Euro zur Verfügung. Diese Position wurde dann aber nach Angaben von Josefs Referent Gwechenberger im städtischen Haushalt 2020/2021 wieder auf vier Millionen Euro aufgestockt.

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