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Ein Winterdienst räumt einen Bürgersteig. (Symbolbild)

Mietwohnungen

Frankfurt: Mieterschutz-Verein macht Vonovia wegen Nebenkosten Vorwürfe

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Nach Ansicht des DMB-Mieterschutz-Vereins soll das Wohnungsunternehmen Mietern überhöhte Beträge für den Winterdienst abgenommen haben.

Das Wohnungsunternehmen Vonovia hat nach Angaben des DMB-Mieterschutzvereins Frankfurt in einigen Dutzend Fällen von Mietern in Frankfurt und Region stark überhöhte Kosten für den Winterdienst verlangt. Es habe etwa in der Nebenkostenabrechnung 2016 für eine 54 Quadratmeter große Wohnung in Kronberg 519 Euro allein für den Winterdienst in Rechnung gestellt. Das sei eine Kostenlast von 80 Cent pro Quadratmeter und Monat. Üblich seien in Frankfurt aber vier Cent pro Quadratmeter und Monat für den Winterdienst, sagt Geschäftsführer Rolf Janßen. Für das Jahr 2017 habe das im Dax notierte Unternehmen, dem allein in Frankfurt etwa 11 700 Wohnungen gehören, für dieselbe Wohnung 69,13 Euro verlangt.

Gegenüber dem Mieterverein habe Vonovia eine Erläuterung dieser sehr unterschiedlich hohen Kosten für den Winterdienst verweigert, sagt Janßen. Das Unternehmen, das in Frankfurt wegen seines Vorgehens bei zwei Nachverdichtungsprojekten im Gallus in der Kritik steht, halte stattdessen unbeirrt an seinem Zahlungsverlangen fest. Diese Vorgehensweise des mit Abstand größten deutschen Wohnungsvermieters sei an Dreistigkeit kaum zu überbieten, empört sich Janßen. Schließlich müsse der Vermieter auffällige Kostensprünge in den Nebenkostenabrechnungen erklären. Der Verein rät allen Mietern, die Abrechnungen kontrollieren zu lassen.

Vonovia verweist auf Anfrage der Frankfurter Rundschau darauf, dass das Unternehmen ohne Angabe eines Mieternamens oder Gebäudes nicht detailliert recherchieren könne. Pauschal heißt es, man rechne nur die Leistungen ab, die auch nachvollziehbar erbracht wurden und handele für die Kunden gute, marktübliche Preise aus. Es sei geplant, die Erläuterung der Kostensteigerungen zukünftig auszuweiten. Auf die Kritik des Mieterschutzvereins, Vonovia habe ihm die Erläuterung der Kostensprünge verweigert, geht das Unternehmen nicht ein.

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