Wohnungsmarkt

Mieten steigen trotz Corona kräftig

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Trotz der Krise steigen die Mieten und Preise für Wohnungen stärker als die Einkommen der Frankfurter. Die Folge: Auch in Offenbach wird es immer teurer.

Die Corona-Pandemie und die stark gewachsene Arbeitslosigkeit in Frankfurt und der Region haben sich nicht dämpfend auf den Wohnungsmarkt ausgewirkt. Nach einer Studie des Frankfurter Immobilien- und Beratungsunternehmens Immoconcept sind die Mieten und Preise in Frankfurt im ersten Halbjahr weiter gestiegen. Die inserierten Mieten für Bestandswohnungen liegen demnach etwa fünf Prozent, die Kaufpreise sogar elf Prozent über dem Vorjahreswert.

Durchschnittsverdiener haben laut der Studie kaum noch eine Chance, in Frankfurt eine Wohnung zu finden, deren Miete nicht mehr als 30 Prozent ihres verfügbaren Einkommens verschlingt. Selbst in günstigen Stadtteilen wie Fechenheim, Nieder-Erlenbach oder Unterliederbach brauchen Singles etwa 2100 Euro im Monat, wenn sie diese Quote nicht überschreiten wollen. Für einen Dreipersonenhaushalt ist der Studie nach selbst in günstigen Lagen ein Haushaltsnettoeinkommen von 4200 Euro notwendig.

Das Preisniveau

Eine Bestandswohnung in Frankfurt wird nach Angaben von Immoconcept derzeit im Schnitt für eine Miete von 13,13 Euro pro Quadratmeter angeboten. Für eine Neubauwohnung sind 16,17 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Den Kaufpreis für eine Bestandswohnung in Frankfurt sieht Immoconcept im Schnitt bei 4988 Euro pro Quadratmeter, für Neubauten bei 6819 Euro pro Quadratmeter. Im Westend, Innenstadt und Altstadt sowie Nordend-West kosten neue Wohnungen im Schnitt mehr als 10 000 Euro pro Quadratmeter. In Offenbach werden Bestandswohnungen nach Zahlen von Immoconcept im Schnitt für 10,41 Euro pro Quadratmeter zur Miete, für 3337 Euro pro Quadratmeter zum Kauf angeboten. cm

Schon seit Jahren wachsen die Mieten und Preise in Frankfurt deutlich stärker als die Einkommen. Das durchschnittliche Bruttoentgelt ist nach Zahlen von Immoconcept von 2007 bis Ende 2019 um 25 Prozent gestiegen. Die Mieten legten dagegen im Schnitt um 49 Prozent, die Kaufpreise um 146 Prozent zu. Und diese Entwicklung dürfte nach Ansicht des Unternehmens anhalten. Als Folge gehe die Verdrängung von Menschen mit durchschnittlichen Einkommen ins Umland weiter, hieß es am Mittwochmorgen.

Offenbach immer teurer

Diese Entwicklung lässt etwa die Mieten und Preise in Offenbach kräftig klettern. Trotz Corona-Krise sind die Angebotsmieten für Bestandswohnungen dort nach Zahlen von Immoconcept im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent gestiegen, die Kaufpreise sogar um 8,8 Prozent. Die Durchschnittspreise und -mieten liegen dennoch weiter unter den Werten des günstigsten Frankfurter Stadtteils Fechenheim. Einige Offenbacher Stadtteile haben jedoch ein Preisniveau erreicht, das kaum noch unter dem vieler Frankfurter Viertel liegt. So werden laut Immoconcept Bestandswohnungen am Hafen, am Buchrain und auf der Rosenhöhe jeweils im Schnitt für mehr als elf Euro pro Quadratmeter angeboten. Für Bestandswohnungen am Hafen und in Offenbach-Ost zahlen Käufer jeweils über 4300 Euro pro Quadratmeter.

Trotz Corona-Krise rechnet Immoconcept auch mittelfristig mit steigenden Kaufpreisen. Geschäftsführer Bernd Lorenz begründete das mit der weiterhin hohen Nachfrage, sehr niedrigem Zinsniveau und mangelnden Anlagealternativen. Eher zu dämpfenden Effekten könne es bei den Mieten kommen. Das hänge von der Entwicklung der Pandemie und der Arbeitslosenzahlen ab.

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