Messeturm04_180920
+
Probleme mit den Fluchtwegen: Der Messeturm ist gesperrt.

Sperrung

Messeturm wegen Sicherheitsmängeln gesperrt

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
    schließen

Weil Fluchtwege versperrt sind, können Hunderte Menschen vorerst nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Wie lange der Turm gesperrt bleibt, ist offen.

Mehrere Hundert Angestellte sind seit Dienstag von ihrer Arbeit im Messeturm ausgesperrt. Die Bauaufsicht der Stadt hat das Bürogebäude räumen lassen. Die Aufsichtsbehörde war von der Feuerwehr darüber informiert worden, dass es bei der Einrichtung des jetzigen Bauabschnitts Probleme mit den Fluchtwegen gebe. „Die Sicherheitstreppenhäuser sind versperrt und die Wegeführung für Notfälle ist geändert“, sagte die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, am Donnerstag auf FR-Anfrage.

Messeturm

Das 1991 fertigestellte Bürogebäude wird derzeit im Erdgeschoss umfassend saniert. Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, soll die Lobby ein Restaurant und ein Café erhalten. Zudem wird die Gebäudetechnik auf den neuesten Stand gebracht. Insgesamt werden etwa 100 Millionen Euro investiert.

Die Bauarbeiten sollen laut Office First im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Für die Umgestaltung zeichnen der Architekt des Messeturms, Helmut Jahn und der Designer Matteo Thun verantwortlich.

Der Messeturm wird derzeit im laufenden Betrieb abschnittsweise saniert. Für den vierten Bauabschnitt wies das Brandschutzkonzept Sicherheitsmängel auf. Verantwortlich für die Baustelle ist der Messeturm-Verwalter Office First. Deren Sprecher Jürgen Herres wird derzeit mit dem Unmut der Menschen konfrontiert, die im Messeturm arbeiten. Wie viele das sind, konnte Herres aufgrund der besonderen Situation um Pandemie und Homeoffice nicht sagen, er geht von mehreren Hundert Menschen aus, die seit Dienstag nicht mehr in ihre Büroräume und an teilweise dringend benötigte Unterlagen kommen. Herres betont, dass die Bauarbeiten in den anderen drei Abschnitten „völlig unproblematisch“ gewesen seien.

Mittlerweile hätten die Verantwortlichen ein überarbeitetes Brandschutzkonzept präsentiert, das nun aber noch umgesetzt werden muss. „Wir hoffen händeringend auf die Freigabe der neuen Fluchtwegkonzeption“, versichert Herres. Simone Zapke bestätigt, dass die Verantwortlichen „mit Hochdruck“ an einer Lösung arbeiten. Die Sperrung des 257 Meter hohen Gebäudes aus Sicherheitsgründen sei keine Schikane, versichert indes Zapke. „Wir hätten das nicht gemacht, wenn die Mängel nicht gravierend gewesen wären.“

Wie lange das Gebäude noch gesperrt bleiben muss, war am Donnerstagnachmittag noch nicht abzusehen. Auch dies verärgerte viele Werktätige, die von einer schlechten Informationspolitik sprachen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare