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Frankfurt

Frankfurt: Messerangriff auf schlafenden Sohn

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Eine Mutter soll ihrem Sohn im Schlaf ein Messer in die Brust gerammt haben. Nun droht ihr eine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie - denn es war nicht der erste Fall dieser Art.

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.

Frankfurt - Am ersten Prozesstag wird lediglich die Antragsschrift verlesen. Aber der Fall eines versuchten Totschlags, der seit Freitag (19.11.2021) vor dem Landgericht Frankfurt verhandelt wird, ist dermaßen tragisch und entsetzlich zugleich, dass das alleine schon völlig ausreicht.

Die Beschuldigte, eine 51 Jahre alte Apothekerin, leidet an einer schweren psychischen Krankheit, auf die am ersten Verhandlungstag noch nicht näher eingegangen wurde. Aber auch die Staatsanwaltschaft ist der festen Überzeugung, dass die Frau nicht bei Sinnen war, als sie in der Nacht auf den 7. November 2020 gegen 0.40 Uhr mit einem Küchenmesser in das Schlafzimmer ihres 15 Jahre alten Sohnes ging – und dem Schlafenden das Messer gut zehn Zentimeter tief in die Brust stieß.

Als der verletzte Sohn dann hochfuhr und seiner Mutter zurief, „ich bin es!“, ließ sie sofort von ihm ab. Der Sohn flüchtete aus der Wohnung, die Mutter, vom Wahn wohl in die Verzweiflung gewechselt, stieß sich das Küchenmesser daraufhin selbst siebenmal in die Brust. Beide überlebten.

Frankfurt: Nicht der erste Vorfall dieser Art

Was den Fall noch schrecklicher macht, als er es ohnehin schon ist, ist die Tatsache, dass dies nicht der erste Vorfall dieser Art war. Die kranke Frau hatte wohl schon vor zwei Jahren versucht, ihren damals 13 Jahre alten Sohn umzubringen – und war deswegen längere Zeit in der geschlossenen Psychiatrie behandelt worden. Mitte Oktober 2020 war sie im Rahmen von Lockerungsmaßnahmen zu ihrer Familie entlassen worden – offenbar waren die Verantwortlichen der Überzeugung, dass von der Frau keine Gefahr mehr ausgehe. Das erwies sich drei Wochen nach der Entlassung als fataler Irrtum. Auch in diesem Prozess geht es nicht um eine mögliche Freiheitsstrafe, sondern um eine – diesmal womöglich dauerhaftere – Unterbringung.

Eine etwaige Einlassung der Beschuldigten stand am ersten Prozesstag nicht zur Debatte – der Sachverständige, der während des Prozesses die Frau begutachten soll, kann erst am zweiten Verhandlungstag, dem 6. Dezember, vor Gericht erscheinen. Aber auch dann wird die Frau vermutlich keine Abgaben machen. Sohn und Ehemann der Angeklagten haben bereits im Vorfeld angekündigt, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Vor Gericht werden sie daher vermutlich nicht erscheinen müssen. Vor allem beim Sohn baten die Verteidiger der Frau eindringlich darum, ihm ein Fernbleiben zu ermöglichen – der junge Mann leide bereits unter der psychischen Ausnahmesituation.

Die Jugendstrafkammer hat bislang vier Verhandlungstage angesetzt – neben dem 6. noch den 8. und 9. Dezember. (Stefan Behr)

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa/Symbolbild

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